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Wer verdient an den hohen Spritpreisen?

14.09.2026 • 11:11 Uhr • Energie & Umwelt

(openPR) Als der Liter Diesel im Sommer 2022 die Zwei-Euro-Marke durchbrach, war der Schuldige schnell gefunden: die Tankstelle um die Ecke. Eine Auswertung veröffentlichter Jahresabschlüsse durch das neue Unternehmensportal FirmenMonitor.com zeigt, dass die Realität anders aussieht.

Der aufschlussreichste Vergleichszeitraum ist zwischen 2023 und heute, weil der Rohölpreis fast identisch ist: 48,2 Cent im Mittel 2023, 50,7 Cent am 27. Juli 2026. Der Dieselpreis liegt trotzdem um 40,9 Cent höher. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat 2022 diese Marge, die sich zwischen Raffinerie, Logistik und Tankstelle aufteilt, analysiert und kam zum Ergebnis: Die Bruttomargen der Raffinerien haben sich gegenüber dem Vorkriegsniveau mindestens verdoppelt, bei den Tankstellen fand die Behörde nur für März 2022 substanziell erhöhte Werte; danach lagen sie kaum darüber, bei gleichzeitig gestiegenen Transport- und Energiekosten. Die Auswertung der Jahresabschlüsse durch FirmenMonitor.com stützt dieses Ergebnis: Das Gewinnniveau der unabhängigen Tankstellen blieb über den gesamten Zeitraum im Wesentlichen unverändert.

Es gibt nicht den „einen" Tankstellenmarkt

Ein Anstieg des Ölpreises bleibt nicht unmittelbar an der Zapfsäule hängen. Der Großhandelspreis wird nach Feststellung der Bundeswettbewerbsbehörde nicht frei verhandelt: Er folgt den internationalen Notierungen, zuzüglich eines Aufschlags, der einmal jährlich zwischen Raffinerie und Käufer fixiert wird, kaum fünf Cent je Liter übersteigt und an die Raffinerie fließt, nicht an die Tankstelle. Was die Tankstelle verdient, ist das, was nach Abzug dieses Aufschlags von der Differenz zwischen Einkaufsnotierung und eigenem Nettoverkaufspreis übrigbleibt. Genau hier haben große Betreiber einen Vorteil: Sie schließen wie Konzerne Jahresverträge mit monatlicher Abrechnung zum Monatsdurchschnitt ab, wodurch das Risiko kurzfristiger Schwankungen bei der Raffinerie liegt. Kleinere Tankstellen beziehen von Händlern und rechnen tagesaktuell ab. Sie tragen die Preisschwankungen selbst. In einem Jahr, in dem diese Schwankung binnen Tagen bis zu 30 Cent je Liter beträgt, ist das ein enormer Unterschied.

Die Branchenanalyse zeigt, die Betriebsgröße entscheidet

Eine tiefere Analyse von über 1.400 Bilanzen der Tankstellenbranche durch FirmenMonitor.com zeigt ein differenzierteres Bild der Profitabilität der Branche. Die folgende Auswertung der analysierten Daten verdeutlicht, dass die großen Betriebe mit einer Bilanzsumme über 5 Mio. Euro deutlich profitabler sind und kein Betrieb überschuldet ist. Nicht das Logo entscheidet, sondern die Größe. Der Zugang zu Jahresverträgen mit Monatsdurchschnittsabrechnung, also zur Absicherung gegen kurzfristige Preisschwankungen, ist dabei entscheidend. Bemerkenswert ist, dass es sich bei diesen 19 größten Betrieben ausnahmslos um unabhängige österreichische Familien- und Mittelstandsunternehmen handelt. Kein einziger davon gehört zu einem Mineralölkonzern. Unter einer Bilanzsumme von 300.000 Euro schreibt dagegen jeder zweite Betrieb Verluste und fast jeder dritte ist überschuldet.

Den vollständigen Artikel inklusive Diagramme finden Sie unter: https://firmenmonitor.com/blog/wer-verdient-an-den-hohen-spritpreisen

Über FirmenMonitor

FirmenMonitor ist ein österreichisches Start-up, das öffentliche Unternehmensdaten aus dem Firmenbuch und dem Insolvenzregister systematisch auswertet und daraus Branchen-, Wettbewerbs- und Bonitätsanalysen erstellt. Der FirmenMonitor überwacht die finanzielle Stabilität von Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern auf Basis tagesaktueller Bilanz- und Firmenbuchdaten und ermöglicht ein modernes Kreditrisikomanagement für KMU.

Mehr Informationen auf: www.firmenmonitor.com

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