(openPR) Berlin, 14. September 2026 | Mit der Auszeichnung als Junior-Fellows ehrt die Gesellschaft für Informatik (GI) jedes Jahr Persönlichkeiten, die sich bereits in frühen Karrierephasen durch besondere Leistungen, gesellschaftliches Engagement oder innovative Projekte in der Informatik hervorgetan haben.
Prof. Dr. Martin Wolf, Präsident der Gesellschaft für Informatik: „Gerade jetzt, wo sich die Disziplin der Informatik so stark wandelt, braucht es junge Menschen, die sie aktiv mitgestalten. Die fünf Junior-Fellows stellen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven die Breite der Informatik dar – von sicherheitskritischen Infrastrukturen über autonome Systeme bis hin zu Aufklärung und gesellschaftlicher Teilhabe. Als Teil der Auszeichnung erhalten sie die Möglichkeit, ihre Themen weiter voranzubringen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“
Florian Moser: Sicherheit für Onlinewahlen
Dr. Florian Moser engagiert sich in Theorie und Praxis für die Sicherheit von Onlinewahlen. Er studierte Informatik an der ETH Zürich und promovierte am Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung Nancy (INRIA) zur Sicherheit von Onlinewahlsystemen. Für die GI stellt er eines der unabhängig entwickelten Verifizierungstools für die jährlichen Wahlen bereit. Seine Arbeit verbindet technische, organisatorische und rechtliche Perspektiven, die er auch auf andere sicherheitskritische Systeme überträgt.
Florian Moser: „Ich möchte die Sicherheit gesellschaftlich wichtiger Systeme wie Onlinewahlsysteme verbessern. Dazu arbeite ich aktiv an der Weiterentwicklung der rechtlichen, praktischen und theoretischen Grundlagen. Als Junior-Fellow möchte ich insbesondere die bei Onlinewahlen gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Anwendungsfälle übertragen, etwa auf die digitale Unterschriftensammlung.“
Matthias Nattke: Durch Drohnen zu neuen Perspektiven
Dr. Matthias Nattke forscht an autonomen Drohnenschwärmen als vernetzte Computersysteme im Luftraum. Als Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe UPWARDS entwickelt er Hardware und Software für intelligente Sensorplattformen, die neue Möglichkeiten der Datenerfassung und Umweltanalyse eröffnen. Er studierte Informations- und Medientechnik an der BTU Cottbus-Senftenberg und promovierte im Bereich der autonomen Robotik. Als Junior-Fellow möchte er insbesondere Fragen von Datenschutz und Ethik der Fernerkundung stärker in den öffentlichen Diskurs einbringen und Drohnen als Werkzeug der Wissenschaftskommunikation etablieren.
Matthias Nattke: „Drohnen sind für mich ein Prisma, durch das Informatik, Robotik und unsere Umwelt in einem neuen Licht sichtbar werden. Ich möchte dazu beitragen, ein gemeinsames Verständnis für die Chancen, Grenzen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie zu schaffen.“
Carolin Neumann: Wirkungsvoll Neues schaffen
Carolin Neumann arbeitet als Projektmanagerin bei IBM und verantwortet dort den Aufbau und Betrieb einer souveränen KI-Plattform für den Europäischen Wirtschaftsraum. Seit 2020 ist sie zudem Mitglied im GI-Präsidium. Sie studierte Informationstechnik und Informatik an der TU Berlin und gründete währenddessen unter anderem die BYTE Challenge, eine DSGVO-konforme Lernplattform, die heute jährlich Tausende Schüler*innen erreicht. Als Junior-Fellow möchte sie ihre Erfahrung in die Initiative „Software-defined Germany“ einbringen und den Austausch zwischen Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stärken.
Carolin Neumann: „Ob souveräne Bildungs- oder KI-Plattform – mein Antrieb ist immer derselbe: aus einer guten Idee schnell etwas machen, das wirklich ankommt. Als Junior-Fellow möchte ich diese Energie nutzen, um Software als strategischen Kern unserer Gesellschaft sichtbar zu machen und mehr Menschen – vor allem Frauen und unterrepräsentierte Gruppen – in die Gestaltung unserer digitalen Zukunft einzuladen.“
Lea Schönberger: Informatik verständlich machen
Dr.-Ing. Lea Schönberger ist Informatikerin, freie Wissenschaftskommunikatorin und engagiert sich zudem digitalpolitisch. Im Rahmen ihrer Arbeit, zu der unter anderem der Podcast „Informatik für die moderne Hausfrau“ zählt, bereitet sie Informatikthemen allgemeinverständlich auf und macht historische sowie heutige Frauen in der Informatik sichtbar. Als Junior-Fellow möchte sie ein Oral-History-Archiv zu Informatikerinnen im deutschsprachigen Raum aufbauen, um ihre Erfahrungen, Perspektiven und Lebenswege langfristig zu dokumentieren und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Lea Schönberger: „Die Informatik sollte nicht als ausschließend, elitär oder gar mystisch wahrgenommen werden, sondern für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein. Dazu gehört auch, dass wir die Geschichte der Disziplin anders erzählen und dabei die unzähligen Frauen würdigen, die wichtige Beiträge geleistet haben."
Veronika Solopova: Informationsstörungen erkennen und verstehen
Dr. Veronika Solopova ist Co-Leiterin der XplaiNLP Group und Senior Researcher im Quality and Usability Lab der TU Berlin. Sie forscht an automatisierten Verfahren zur Erkennung multimodaler Informationsstörungen wie Propaganda, Deepfakes und Hate Speech sowie an deren nutzerorientierter Integration in Anwendungen für Fach- und Laienpublikum. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit der Messung von Modellverzerrungen und Unsicherheit sowie mit Verfahren zur Abwehr von Data Poisoning.
„Als GI-Junior-Fellow möchte ich mich insbesondere in Arbeitsgruppen zu automatisierten Verfahren für die Erkennung multimodaler Informationsstörungen sowie Data Poisoning engagieren und die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und ukrainischen Informatik-Community stärken.“
Seit 2013 ernennt eine Jury von Expert*innen jährlich die Junior-Fellows der Gesellschaft für Informatik. Die offizielle Preisverleihung findet am 22. September 2026 im Rahmen des INFORMATIK FESTIVALS 2026 in Dresden statt: https://informatik2026.gi.de/
Pressekontakt:
Alexandra Resch
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)![]()








