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EU-AML-VO: Risikobasierten KYC über Customer Risk Rating und EDD-Tiefe steuern

(openPR) Mit dem 6. EU-AML-Paket steigen die Anforderungen an einen konsequent risikobasierten KYC-Ansatz. Für Finanzinstitute stellt sich damit die Frage, wie sich regulatorische Vorgaben in Risikoklassen, KYC- und EDD-Prozesse, Trigger-Mechanismen und belastbare Governance-Strukturen übersetzen lassen. Entscheidend ist dabei, die Intensität der Kundenprüfung am tatsächlichen Risiko auszurichten und die Risikosteuerung über den gesamten Kundenlebenszyklus nachvollziehbar zu gestalten. Das Online-Seminar „EU-AML-VO: Risikobasierten KYC umsetzen“ der Akademie Heidelberg behandelt diese Fragestellungen am 1. Dezember 2026.

Risikobasierter KYC statt einheitlicher Prüftiefe

Der risikobasierte Ansatz (Risk-Based Approach, RBA) verlangt eine Differenzierung nach relevanten Risikotreibern. Dazu gehören unter anderem Kunden, Produkte, geografische Faktoren, Vertriebswege und Aktivitäten. Diese Faktoren beeinflussen, welche KYC-Tiefe erforderlich ist und wann verstärkte Sorgfaltspflichten beziehungsweise Enhanced Due Diligence (EDD) zum Tragen kommen.

Eine Herausforderung besteht darin, Risikoorientierung nicht nur methodisch zu definieren, sondern im operativen KYC-Prozess umzusetzen. Das betrifft beispielsweise die Vereinfachung oder Eliminierung einzelner Prozess- und Prüfschritte, den Einsatz externer Provider sowie die Kombination von Automatisierung, Regelwerken und fachlichem Judgement im Sinne eines „Human in the Loop“. Auch der Einsatz von KI sowie das Verhältnis von Datenminimierung und Datenqualität werden dabei relevant.

Customer Risk Rating und Trigger-Logik weiterentwickeln

Eine zentrale Funktion übernimmt das Customer Risk Rating (CRR). Im Seminar wird die Weiterentwicklung zu einem „CRR 2.0“ behandelt, das regulatorische Anforderungen an das Kundenscoring, Sanktionsanforderungen und das Client Lifecycle Management miteinander verbindet. Dynamische Risikoklassen sollen Veränderungen des Kundenrisikos nachvollziehbar abbilden.

Besondere Bedeutung kommt den Triggern für KYC-Reviews zu. Institute müssen beispielsweise bewerten, welche Ereignisse eine erneute Prüfung auslösen und wie sich deren Relevanz gegenüber False Positives abgrenzen lässt. Genannt werden unter anderem wirtschaftlich Berechtigte, Hochrisikostaaten und Sektorwechsel. Zugleich müssen die notwendigen Datenpunkte bestimmt und vorhandene Informationen etwa aus Kernbanksystemen oder CRM-Systemen integriert werden.

Damit verbunden sind Phänomene wie „Risk Creep“, also eine schleichende Risikoerhöhung, und „Risk Inflation“ als schleichende Überkalibrierung des Risikos. Risikoappetit, Geschäftsstrategie und Compliance-Anforderungen müssen deshalb konsistent miteinander verzahnt werden.

Compliance-Risiken mit KRIs und CPIs messbar machen

Risikobasierter KYC erfordert neben geeigneten Prozessen auch Instrumente zur Messung und Steuerung. Im Mittelpunkt stehen Key Risk Indicators (KRIs) und Compliance Performance Indicators (CPIs), Schwellenwertlogiken und Eskalationsmechanismen.

Im Seminar werden unter anderem folgende Themen behandelt:

  • risikoorientierte Steuerung von KYC- und EDD-Tiefe
  • Customer Risk Rating und dynamische Risikoklassen
  • Trigger-Mechanismen für KYC-Reviews
  • Integration von Sanktionsanforderungen in KYC und CRR
  • KRIs, CPIs und Schwellenwerte zur Messung des Compliance-Risikos
  • Frühwarnindikatoren für Backlogs, Durchlaufzeiten und Kontrollergebnisse
  • Qualitätssicherung und Review-Standards
  • risikobasierte Kontroll- und Überwachungshandlungen von 1LoD und 2LoD
  • Risikoappetit und Dynamisierung der Compliance-Risikoanalyse
  • Datenqualität, Automatisierung und Einsatz von KI im KYC-Prozess

Management-Cockpits auf Basis von Risikoindikatoren können dabei Steuerungsimpulse für 1LoD und 2LoD liefern und beispielsweise bei Ressourcenplanung, Risikoallokation und Priorisierung von KYC-Reviews unterstützen.

Klare Verantwortlichkeiten zwischen 1LoD und 2LoD

Neben technischen und methodischen Fragen ist die Governance ein wesentlicher Bestandteil eines risikobasierten KYC. Rollenverteilung, Eskalationspfade und Entscheidungsmatrizen müssen so ausgestaltet werden, dass Verantwortlichkeiten zwischen First und Second Line of Defence nachvollziehbar bleiben. Eine besondere Fragestellung besteht darin, wie die 2LoD ihre Steuerungs- und Überwachungsfunktion wahrnehmen kann, ohne selbst operative Aufgaben zu übernehmen.

Das Seminar richtet sich an Compliance- und Geldwäschebeauftragte sowie deren Mitarbeitende, Fachkräfte aus Anti-Financial Crime, Recht, Business Management und Interner Revision sowie an Beraterinnen und Berater und Prüferinnen und Prüfer. Relevant sind die Inhalte außerdem für Verantwortliche aus Prozessmanagement, Risikomanagement sowie KYC- und Client-Lifecycle-Management.

Referenten und Termin

Referenten sind Jens Dieckerhoff, Head of Governance & Regulation im Bereich Business Control & Analytics der Commerzbank AG, und Peter D. Metzker, Deputy Head of Governance & Regulation im selben Bereich. Dieckerhoff verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bankwesen und beschäftigt sich unter anderem mit regulatorischen Regelwerken, Sanktionsmaßnahmen sowie der Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Geldwäsche- und KYC-Prozessen. Metzker bringt mehr als 25 Jahre Bankerfahrung insbesondere aus Compliance und Revision mit; zu seinen Schwerpunkten gehören regulatorisches Reporting, interne und externe Prüfungen sowie die Umsetzung neuer Anforderungen im GwG-, KYC- und Sanktionsumfeld.

Das Online-Seminar „EU-AML-VO: Risikobasierten KYC umsetzen“ findet am 1. Dezember 2026 von 9:00 bis 17:00 Uhr statt. Weitere Informationen: https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/eu-aml-vo-risikobasierten-kyc-umsetzen

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