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Andreas Schaerer erhält den JTI Trier Jazz Award 2026

02.09.2026 • 15:20 Uhr • Kunst & Kultur
Der Schweizer Stimm-Artist Andreas Schaerer erhält den JTI Trier Jazz Award 2026  (© Reto Andreoli)
Der Schweizer Stimm-Artist Andreas Schaerer erhält den JTI Trier Jazz Award 2026 (© Reto Andreoli)

(openPR) Er ist einer der höchstdotierten deutschen Jazz-Preise und wird jährlich im Rahmen des Mosel Musikfestivals verliehen: 2026 würdigt die Fachjury des JTI Trier Jazz Award den Musiker Andreas Schaerer – einen Künstler, der weit mehr ist als ein Sänger und auch nur bedingt in die Schublade des Genres passt. Zum Preisträgerkonzert im Rahmen der “Jazz im Brunnenhof”-Reihe kommt der Schweizer mit dem gefeierten Ensemble ANOA nach Trier.

Er scattet, beatboxt, singt und schnalzt – Andreas Schaerer ist ein wahrer Stimm-Jongleur. 1976 im schweizerischen Visp geboren, verbrachte er seine Kinder- und Jugendjahre in Walliser Tälern, auf Alpen beim Schafe hüten, an der Berner Aare, in den Hügeln des Emmentals und schließlich im altehrwürdigen Lehrerseminar Hofwil, wo er die Ausbildung zum Primar- und Realschullehrer absolvierte.

Danach bereiste er ein Jahr lang Zentral- und Südamerika und nimmt neben verschiedenen kulturellen und musikalischen Eindrücken den Entschluss mit nach Hause, sich künftig intensiv mit Musik und im Besonderen mit Gesang zu beschäftigen. Zwischen 2000 und 2006 studierte Andreas Schaerer an der Swiss Jazz School bzw. an der Hochschule der Künste in Bern, zudem Gesang, Komposition und Arranging. 2007 gründete Andreas Schaerer mit Marc Sucki und Benedikt Reising die Berner Jazzwerkstatt. Das Kollektiv versteht sich als Kommunikationspunkt der Musiker und Komponisten verschiedener stilistischer und geografischer Herkunft, um den künstlerischen Austausch zu fördern.

Als Sänger tourt er weltweit mit verschiedenen eigenen Projekten. Allen voran mit seinem Sextett „Hildegard Lernt Fliegen“, das 2014 sowohl den ersten Preis des BMW World-Jazz Awards als auch den BMW World-Jazz-Publikumspreis gewinnt. Überhaupt hat es dieses Jahr 2014 in sich: Vom französischen Magazin Jazzman wird er zur Auslandentdeckung des Jahres gewählt, das Album „the fundamental rhythm of unpolished brains“ vom New York City Jazz Record Magazin zum besten Vocal Release 2014 auserkoren. „Arcanum“ erhält den Preis der Deutschen Schallplatten Kritik und wird – erneut vom französischen Magazin Jazzman – zum Album des Jahres gewählt.

2015 wird Andreas Schaerer mit „Hildegard Lernt Fliegen“ für den ECHO Jazz Award in der Kategorie „Bestes Ensemble International“ nominiert und gewinnt in der Kategorie „Bester Sänger international“. 2016 wird ihm der Musikpreis des Kantons Bern verliehen. Ein Jahr später wird sein Album „Out of Land“ mit der „CHOC“-Auszeichnung geehrt und klettert in England in die Jazz-Jahresbestenliste auf Platz 9. 2018 wird er sowohl in der Kategorie „Ensemble International“ als auch „Large Ensemble“ mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet.

Er arbeitet und performt unter anderem im Quartett „Out Of Land“ mit Emile Parisien, Vincent Peirani und Michael Wollny, im Trio mit den beiden Wiener Musikern Martin Eberle und Peter Rom, im Duo mit Lucas Niggli sowie mit der Band „A Novel Of Anomaly“ – mit ihr wird Andreas Schaerer auch beim Preisträgerkonzert zum JTI Trier Jazz Award im Trierer Brunnenhof zu erleben sein.

Daneben ist er ein gefragter Studiomusiker und arbeitet in diversen Stilrichtungen von aktuellem Jazz über zeitgenössische klassische Musik bis hin zu Hip-Hop oder der Vertonung von Computergames. Seine Konzerte und Tourneen führen Andreas Schaerer durch ganz Europa, nach China, Japan, Argentinien, Russland, Israel, Südkorea, Ägypten, Libanon, Mexiko, Kanada und Südafrika. Seit 2010 unterrichtet er im Rahmen einer Dozentur an der „Hochschule der Künste Bern“ Jazzgesang, Improvisation und Ensemblespiel.

„Musikalische Qualität und sympathische Eleganz“

„Andreas Schaerer einfach als Jazzsänger zu bezeichnen wäre eine echte Untertreibung“, meint Dr. Peter Kleiß, Vorsitzender der Jury des JTI Trier Jazz Award. „Er ist Stimm-Artist, Sänger und Komponist. Bekannt für seine außergewöhnliche stimmliche Vielseitigkeit und Kreativität, bewegt er sich mühelos zwischen Jazz, Beatboxing und Vokalimprovisationen. Uns begeisterte vor allem, dass er bei aller Virtuosität stets den Kontakt zum Publikum hält und höchste musikalische Qualität mit sympathischer Eleganz zu verbinden weiß.“

„Kulturelle Vielfalt in der Region fördern“

Der JTI Trier Jazz Award wird seit 2010 von einer unabhängigen Fachjury vergeben und zählt mit einer Dotierung von 7.500 € zu den renommiertesten Jazzpreisen Deutschlands. Seit 2013 ist er im Mosel Musikfestival verankert und zeichnet Musiker:innen aus, die mit innovativen Ideen und einer eigenständigen künstlerischen Handschrift besondere Impulse für die internationale Jazzszene setzen. „Der Award steht für das langfristige Engagement von JTI, kulturelle Vielfalt zu fördern und die Region als lebendigen, offenen Kulturraum zu stärken“, sagt Nadia Rümmelein, Community Investment & Operations Lead Managerin bei JTI, und ergänzt: „Als fester Bestandteil des Mosel Musikfestivals schafft er Raum für Begegnung, Inspiration und gesellschaftliche Verantwortung. Er würdigt nicht nur herausragende Persönlichkeiten des Jazz, sondern unterstreicht die Bedeutung von Musik als verbindende Kunstform.“

Zum „JTI Trier Jazz Award“-Preisträgerkonzert:

Donnerstag, 3. September 2026, Beginn: 20.00 Uhr

Brunnenhof, Porta Nigra Platz, Trier

Kartenpreis: 42 € inkl. VVK, Tickets: https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=254475

Die Künstler:

Andreas Schaerer – Gesang
Luciano Biondini – Akkordeon
Kalle Kalima – Gitarre
Lucas Niggli – Schlagzeug

„A Novel Of Anomaly“

Pure Harmonie und simpler Takt sind nicht die Sache von Andreas Schaerer, Luciano Biondini, Kalle Kalima und Lucas Niggli. Jeder der Musiker hat nicht nur eine eigene Handschrift, sondern ist auch stilistisch in einem eigenen Bereich zuhause. Hymnisches und Urrhythmen aus Afrika, Brachial-Urbanes aus taktangebenden Klangzentren wie Bern oder Berlin – und immer wieder die Kunst der Spontaneität, des sprunghaften Austausches und gemeinsamen ad-hoc-Erzählens, was eben die freie Improvisation ausmacht. Alle vier bringen Kompositionen ein und schaffen so einen gemeinsamen Fundus. Aus diesem erschließt sich das Quartett mit seiner ungewohnten Besetzung Klangräume jenseits des Gehörten.

Der JTI Trier Jazz Award wurde an folgende Musiker:innen vergeben:

Marilyn Mazur (2010) > Perkussion, Piano

Oliver Strauch (2011) > Perkussion

Toots Thielemans † (2012) > Mundharmonika, Gitarre

Pascal Schumacher (2013) > Vibrafon

Stefano Bollani (2014) > Piano

Nicole Johänntgen (2015) > Saxofon

Iiro Rantala (2016) > Piano

Markus Stockhausen (2017) > Trompete

Ferenc Snétberger (2018) > Gitarre

Eva Klesse (2019) > Perkussion

Julia Hülsmann Trio (2020) Julia Hülsmann > Piano, Marc Muellbauer > Bass,
Heinrich Köbberling > Perkussion)

Nubya Garcia (2021) > Saxofon, Flöte

Jelena Kulić (2022) > Gesang

Nils Wogram (2023) > Posaune

Luciano Biondini (2024) > Akkordeon

Sarah Chaksad (2025) > Saxophon, Komposition, Arrangement

Video:
Andreas Schaerer - A Novel Of Anomaly "Planet Zumo"
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