(openPR) KI-Antwortmaschinen empfehlen Handwerksbetriebe zunehmend direkt. Eine Stichprobe von 250 deutschen Handwerker-Websites zeigt: 45 Betriebe werben mit Notdienst, aber nur 6 hinterlegen ihre Rufnummer so, dass eine Maschine sie dem Betrieb zuordnen kann.
Die Angaben stehen auf der Seite – nur nicht für Maschinen
Wer heute „Klempner in meiner Nähe" fragt, bekommt von ChatGPT oder den KI-Übersichten von Google oft direkt einen Namen. Diese Systeme lesen Websites anders als Menschen. Sie brauchen Angaben in maschinenlesbarer Form, sonst ordnen sie Adresse und Telefonnummer keinem Betrieb zu.
Genau hier klafft eine Lücke. 166 der 216 erreichbaren Betriebe zeigen ihre Adresse auf der Startseite. Maschinenlesbar hinterlegt haben davon 18. Bei der Telefonnummer ist es ähnlich: 148 Betriebe nennen sie sichtbar, 18 davon auch auszeichnungsfähig.
Beim Notdienst wiegt die Lücke am schwersten
45 der 216 erreichbaren Betriebe werben ausdrücklich mit einem Notdienst. Sechs davon hinterlegen eine maschinenlesbar zugeordnete Rufnummer, 39 nicht.
Beim Notdienst entsteht echter Zeitdruck. Die Heizung fällt sonntagabends aus, der Kunde fragt sein Telefon, wer jetzt kommt. Wer an dieser Stelle nicht auftaucht, verliert den Auftrag an einen Betrieb, der ausgezeichnet ist – nicht an einen, der besser arbeitet.
160 von 216 haben gar kein Betriebsprofil
Über die Kontaktdaten hinaus prüft die Studie, ob eine Website den Betrieb überhaupt als solchen ausweist. 160 der 216 Websites tragen kein maschinenlesbares Betriebsprofil. 130 davon haben gar keine strukturierten Daten, 30 haben welche, allerdings nur zur Website selbst und nicht zum Unternehmen.
Kein einziger der 216 Betriebe erreicht ein vollständiges Profil aus Name, Anschrift, Telefon, Öffnungszeiten und Koordinaten.
Der Aufwand ist gering
Betriebe schließen die Lücke mit einem Textblock im Quelltext ihrer Seite, dem sogenannten strukturierten Datenformat JSON-LD. Er wiederholt Anschrift, Rufnummer und Einzugsgebiet in einer Form, die Suchmaschinen und KI-Systeme auswerten. Am sichtbaren Auftritt ändert sich nichts.
„Kein Betrieb versteckt seine Telefonnummer absichtlich. Die Lücke sieht man seiner Website nicht an – und genau deshalb schließt sie niemand.", sagt Georg Singer, Gründer von seitenhebel.de.
Welche Angaben eine Website maschinenlesbar bereitstellt, prüft der Website-Check von seitenhebel.de.
Methodik
Grundlage sind 9.669 in OpenStreetMap erfasste deutsche Handwerksbetriebe mit eigener Website aus den Gewerken Sanitär und Heizung, Elektro, Dach, Zimmerei, Bau und Maler. Daraus zieht die Untersuchung 250 Betriebe, gleichverteilt über die Gewerke und über alle 16 Bundesländer. 216 Websites antworten, 34 sind nicht erreichbar.
Geprüft werden Startseite, robots.txt und llms.txt, jeweils ohne Ausführung von JavaScript. Die Erhebung stammt vom 28. Juli 2026 und läuft ohne Sprachmodell, ist also wiederholbar. Einzelne Betriebe nennt die Untersuchung nicht.
Einschränkung: Erfasst sind ausschließlich Betriebe, die in OpenStreetMap mit Website eingetragen sind. Das ist eher die digital sichtbarere Hälfte des Handwerks. Über alle Betriebe hinweg dürfte der Befund deutlicher ausfallen.
Methodik und Aggregatdaten im Detail.

















