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Kooperation wird zum Innovationstreiber

27.07.2026 • 21:44 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung
Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Kompetenzen bewusst zu einer gemeinsamen Wertschöpfung (© hasford.de)
Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Kompetenzen bewusst zu einer gemeinsamen Wertschöpfung (© hasford.de)

Warum gemeinschaftliche Wertschöpfung zu einer strategischen Kompetenz des Mittelstands wird

(openPR) Wenn heute über Innovation gesprochen wird, richtet sich der Blick fast reflexartig auf neue Technologien. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, smarte Produkte oder datenbasierte Geschäftsmodelle dominieren die Diskussion. Die eigentliche Voraussetzung erfolgreicher Innovation gerät dabei jedoch häufig aus dem Blick: die Qualität der Zusammenarbeit.

Diese Beobachtung stand im Mittelpunkt eines Fachvortrags von Ralf Hasford, Experte für Zusammenarbeit und Entwickler des UNYCRA®-Modells, im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Vanovi Media GmbH zum aktuellen Förderaufruf des Innovationsprogramms für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) des Bundes.

Bemerkenswert ist dabei weniger die Förderung selbst als das zugrunde liegende Verständnis von Innovation. Gefördert werden in der aktuellen Ausschreibungsrunde ausschließlich gemeinschaftlich entwickelte Geschäftsmodelle und Pionierlösungen, an denen mindestens zwei Unternehmen beteiligt sind. Kooperation wird damit nicht als ergänzende Möglichkeit verstanden, sondern als wesentliche Voraussetzung für bestimmte Innovationsvorhaben. foerderaufruf-gemeinschaftliche-geschaeftsmodelle.pdf

Mehr als Zusammenarbeit

Für Hasford bestätigt diese Entwicklung eine Beobachtung, die seiner praktischen Arbeit seit vielen Jahren zugrunde liegt: „Die eigentliche Innovation beginnt nicht bei der Technologie. Sie beginnt bei einer neuen Qualität der Zusammenarbeit.“

Im unternehmerischen Alltag werden Begriffe wie Zusammenarbeit, Teamarbeit, Netzwerk oder Partnerschaft häufig synonym verwendet. Dadurch bleibt verborgen, dass sie unterschiedliche Formen gemeinsamen Handelns beschreiben.

Mit UNYCRA® entwickelt Hasford ein Modell, das diese Unterschiede systematisch ordnet und Zusammenarbeit in eigenständige Entwicklungsstufen gliedert. Kooperation bildet darin keine allgemeine Beschreibung für gutes Miteinander, sondern eine klar definierte Form wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Sie beginnt dort, wo rechtlich selbstständige Unternehmen ein gemeinsames Ziel verfolgen, ihre jeweiligen Kompetenzen gezielt miteinander verbinden und einen Teil ihrer Ressourcen bewusst auf einen gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg ausrichten. Genau daraus entstehen Synergien, die keinem der Beteiligten allein zur Verfügung stehen.

Eine neue Managementfrage

Mit dieser Sichtweise verändert sich zugleich eine der grundlegenden Fragen unternehmerischen Handelns. Über Jahrzehnte dominierten zwei Überlegungen:

„Was können wir selbst leisten? – Welche Leistungen kaufen wir extern ein?“

Natürlich bleiben diese Fragen wichtig. Jedoch reichen sie für viele Innovationsvorhaben nicht mehr aus. Die strategische Perspektive erweitert sich zu einer dritten Frage:

„Mit wem können wir etwas schaffen, das wir allein wirtschaftlich nicht erreichen könnten?“

Diese Veränderung beschreibt keinen kurzfristigen Trend, sondern einen strukturellen Wandel. Innovationsfähigkeit wird künftig nicht allein durch Größe, Kapital oder Technologie bestimmt, sondern zunehmend durch die Fähigkeit, unterschiedliche Kompetenzen in einer tragfähigen Kooperation zusammenzuführen.

Kooperation schafft wirtschaftliche Umsetzbarkeit

Gerade mittelständische Unternehmen stehen heute vor einer wachsenden Komplexität. Entwicklungszyklen verkürzen sich, regulatorische Anforderungen steigen und Märkte verlangen zunehmend ganzheitliche Lösungen. Gleichzeitig verfügt kaum ein Unternehmen allein über sämtliche Kompetenzen, die anspruchsvolle Innovationsprojekte erfordern.

Daraus ergibt sich eine weitreichende Konsequenz: Viele Innovationsvorhaben erreichen ihre wirtschaftliche Umsetzbarkeit erst durch Kooperation.

Kapazitäten lassen sich gemeinsam nutzen, Risiken verteilen, Spezialwissen bündeln und Entwicklungszeiten verkürzen. Kooperation wird damit nicht zur Alternative unternehmerischen Handelns, sondern zu dessen strategischer Erweiterung. Oder anders formuliert:

Viele Innovationsvorhaben werden erst durch Kooperation wirtschaftlich realisierbar und markieren damit eine nächste Entwicklungsstufe wirtschaftlicher Wertschöpfung.

Dabei ersetzt Kooperation den Wettbewerb nicht. Vielmehr ergänzt sie ihn dort, wo komplexe Herausforderungen die intelligente Verbindung unterschiedlicher Kompetenzen erfordern.

Kooperation braucht Führung

Kooperation entsteht allerdings nicht durch einen Handschlag oder eine gute Absicht. Sie ist das Ergebnis bewusster Gestaltung. Nach Hasford beginnt jede tragfähige Kooperation mit einem gemeinsamen Ziel. Darauf folgt die bewusste Verbindung der unterschiedlichen Kompetenzen der Beteiligten. Erst im dritten Schritt wird die Zusammenarbeit verbindlich organisiert – mit klaren Verantwortlichkeiten, Entscheidungswegen, Kommunikationsstrukturen sowie Regelungen zu Verwertungsrechten, Risiken und Konfliktlösung.

Gerade diese Struktur unterscheidet Kooperation von einer bloßen Absichtserklärung.

Ein Wandel mit Signalwirkung

Der aktuelle IGP-Förderaufruf zeigt exemplarisch, dass gemeinschaftlich entwickelte Innovationen zunehmend als wirtschaftspolitisch relevant betrachtet werden. Für Hasford ist dies weniger Ausgangspunkt als vielmehr Bestätigung einer Entwicklung, die sich seit Jahren in Unternehmen beobachten lässt.

Kooperation entwickelt sich von einer optionalen Form der Zusammenarbeit zu einer strategischen Kompetenz wirtschaftlicher Entwicklung.

Nicht jedes Innovationsvorhaben benötigt Kooperation. Doch viele der Herausforderungen, die Unternehmen in den kommenden Jahren bewältigen müssen, werden sich allein kaum noch wirtschaftlich sinnvoll lösen lassen.

Die entscheidende Wettbewerbsfrage lautet deshalb künftig möglicherweise nicht mehr: „Wer kann alles allein?“ Sondern: „Wer versteht es am besten, die eigenen Stärken mit den Stärken anderer zu einer gemeinsamen Wertschöpfung zu verbinden?“

Über den Autor

Ralf Hasford ist Experte für Zusammenarbeit sowie Wirtschaftsmediator und Strategiemoderator.

Mit dem UNYCRA®-Modell entwickelt er einen systematischen Ansatz für konfliktarme, innovative und zukunftsweisende Zusammenarbeit innerhalb und zwischen Unternehmen.

Er begleitet Geschäftsführungen, Verbände und öffentliche Institutionen bei Strategieentwicklung, Kooperationen und Konfliktlösung.

(Text / Bild unter Verwendung von ChatGPT Thinking)

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