openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Erste Hilfe für Wildtiere in Not

10.07.202610:35 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Ein junges Eichhörnchen unter einem Baum, ein kleiner Vogel, der scheinbar verlassen über den Gehweg hüpft, oder ein Feldhase, der allein am Feldrand im Gras kauert: Gerade jetzt begegnen viele Menschen jungen Wildtieren, die auf den ersten Blick hilfsbedürftig erscheinen. Mit guten Absichten bringen sie sie zur Versorgung zum Beispiel in die Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) am Bünteweg – doch nicht alle dieser Wildtiere brauchen tatsächlich Hilfe.

„Viele Menschen möchten helfen, wenn sie ein Tier in Not vermuten“, sagt Klinikleiter Professor Dr. Michael Pees. „Dieses Engagement ist ja erst einmal sehr positiv. Bei vielen Wildtieren, die zu uns gebracht werden, stellen wir aber leider fest, dass sie gar nicht hilfsbedürftig waren und in ihrem natürlichen Lebensraum hätten bleiben können.“ Besonders häufig betrifft dies derzeit sogenannte Ästlinge – Jungvögel heimischer Arten wie Amseln, Rotschwänze oder Krähen. Sie haben das Nest bereits verlassen, sind aber noch nicht voll flugfähig und werden weiterhin von ihren Elterntieren versorgt.

Um Finderinnen und Findern eine schnelle und fundierte Entscheidungshilfe zu bieten, haben Mitarbeitende der TiHo mit tierärztlicher und biologischer Expertise die KI-gestützte App „Wildtier SOS“ entwickelt. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Mit der App möchte die TiHo dazu beitragen, unnötige Eingriffe in die Natur zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass Wildtiere, die tatsächlich Hilfe benötigen, schnell und fachgerecht versorgt werden.

Schnelle Hilfe zu jeder Zeit an jedem Ort
„Mit ,Wildtier SOS‘ halten Nutzerinnen und Nutzer einen digitalen Wildtierexperten und Erste-Hilfe-Guide in der Hand“, beschreibt Pees die mobile Anwendung. Finden sie ein Wildtier, kann direkt in der App die Tierart bestimmt werden. „Jetzt geht das ganz praktisch mit der neuen KI-Integration. Per Foto kann die App in kürzester Zeit die Tierart erkennen, was Laien besonders bei Jungtieren schwer fallen kann“, so der Klinikleiter. Schritt für Schritt hilft „Wildtier SOS“ dem Nutzer oder der Nutzerin mit gezielten Fragen zum gefundenen Tier: Ob es sich irgendwo verfangen hat oder offensichtliche Verletzungen erkennbar sind, wo es aufgefunden wurde oder ob es sich um ein Jungtier handelt. Beispiel-Bilder und -Videos helfen bei der Einschätzung. „Die Fragen wurden auf wissenschaftlicher Basis und Erfahrungen aus der tierärztlichen Versorgung von Wildtieren erarbeitet. Neben der Tierart werden auch Jahreszeit, Wetterbedingungen und typische Verhaltensweisen berücksichtigt, um eine klare Einschätzung geben zu können: Sollte das Tier in Ruhe gelassen werden und in der Natur bleiben oder ist es auf Hilfe angewiesen und sollte daher vom Menschen eingegriffen werden“, so Pees.

Kurze Erklär-Videos weisen Finderinnen oder Finder an, wie das Tier aufgenommen, versorgt und transportiert werden kann. Ergänzend gibt es wichtige Hinweise zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus des Tiers. Per GPS zeigt „Wildtier SOS“ die passenden Anlaufstellen in der Nähe an, die das Tier weiterversorgen oder weiterführend dazu beraten können. Dabei greift die App auf eine bundesweite Datenbank mit Wildtierstationen, Tierarztpraxen, Beratungsstellen und zuständigen Behörden zurück, die kontinuierlich erweitert wird – allein in den letzten vier Monaten haben sich über 250 neue Anlaufstellen registriert. Insgesamt listet die App so schon mehr als 4.300 Kontaktmöglichkeiten.

Digitales Lexikon der heimischen Tierwelt
Neben der hilfreichen SOS-Funktion bietet die App eine große Bandbreite an Wissen über die heimische Tierwelt – wie ein mobiles Lexikon, das Lust auf Natur macht. Mit Bestimmungsfunktionen zur Identifizierung von Tierarten und spannenden Steckbriefen lernen Nutzerinnen und Nutzer ihre heimischen Nachbarn besser kennen. Auch rechtliche Fragen, etwa zum Jagdrecht, werden verständlich erklärt.

„Die App ,Wildtier SOS‘ ist ein digitaler Meilenstein für den Tier- und Artenschutz in Deutschland“, fasst Professor Dr. Michael Pees zusammen. „Sie vermittelt wertvolles Wissen über die Wildtiere in unserer Umgebung, erkennt, ob ein Tier Hilfe benötigt, leitet Finderinnen und Finder bei der Erstversorgung an und unterstützt dabei, die richtigen Anlaufstellen in der Nähe zu finden.“

Die App ist kostenlos in den App-Stores verfügbar.

Hintergrund
2024 entstand bei Professor Dr. Michael Pees und seinem Team die Idee, eine Hilfestellung für Menschen zu entwickeln, die schnell und unkompliziert Rat gibt, wenn sie ein Wildtier in Not finden. Nach anderthalb Jahren Entwicklungszeit wurde schließlich „Wildtier SOS“ als mobile App entwickelt, basierend auf wissenschaftlich fundiertem Wissen und wertvoller Erfahrung aus der Praxis der Wildtierversorgung. Sie ist seit Frühjahr 2026 kostenfrei in allen App-Stores erhältlich.

Das Netzwerk für ortsgebundene Hilfe erstreckt sich über ganz Deutschland und erweitert sich stetig, sodass Finderinnen und Finder von hilfsbedürftigen Wildtieren auch in ihrer Nähe eine Anlaufstelle finden können.

Die smarte Technologie berücksichtigt neben der Tierart auch die Jahreszeit und die Wetterbedingungen vor Ort. Mit der neuen KI-Erweiterung seit Sommer 2026 ist die Tierart-Bestimmung zuverlässig und einfach für jeden umsetzbar.

Das Projekt „Wildtier SOS“ wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und von zahlreichen Tier-, Umweltschutzorganisationen sowie Tierärzteverbänden unterstützt. Fachliche Unterstützung bei der Entwicklung erhielt das Team der TiHo auch von der Universität Leipzig und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Pees
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel
Tel.: +49 511 953-6800
E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1317686
 102

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Erste Hilfe für Wildtiere in Not“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Wenn Sicherheit zum Unsicherheitsfaktor wird
Wenn Sicherheit zum Unsicherheitsfaktor wird
URL-Scanner-Dienste wie URLScan, VirusTotal oder Cloudflare Radar analysieren Webseiten automatisch auf verdächtige Inhalte. „Sie prüfen beispielsweise Netzwerkanfragen, die Reputation der Seiten oder eingebettete Skripte und helfen so Unternehmen und Privatpersonen, schädliche Webseiten frühzeitig zu erkennen“, erklärt Ali Mustafa. Viele Unternehmen nutzen laut dem CISPA-Forscher solche Dienste inzwischen als festen Bestandteil ihrer Sicherheitsmaßnahmen. So prüfen sie zum Beispiel automatisch Links in eingehenden E-Mails der Mitarbeitenden.…
Bild: «Waldbrände können Bäume zusätzlich stressen.»Bild: «Waldbrände können Bäume zusätzlich stressen.»
«Waldbrände können Bäume zusätzlich stressen.»
Frau Bottero, entziehen die Waldbrände den Borkenkäfern die Lebensgrundlage? Nicht unbedingt. In den stark verbrannten Flächen finden Buchdrucker zwar meist keine geeigneten Brutbäume mehr. An den Rändern der Brandflächen kann die Situation jedoch anders aussehen. Dort überleben oft Fichten, die durch Hitze, Trockenheit, Wurzelschäden geschwächt wurden. Solche Bäume sind anfälliger für einen Befall und können geeignetes Brutmaterial für den Buchdrucker bieten. Ob sich daraus tatsächlich ein Ausbruch entwickelt, ist jedoch keineswegs sicher. …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bund Deutscher Tierfreunde bittet Hundehalter um Rücksicht
Bund Deutscher Tierfreunde bittet Hundehalter um Rücksicht
Jetzt im Spätfrühling und Frühsommer sind Wälder und Wiesen ein regelrechter Kindergarten für Wildtiere wie Junghasen oder Rehkitze und Hundehalter sollten deshalb mit ihrem Hunden beim Spaziergang besonders rücksichtsvoll sein, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Manch Tierfreund, der sich mit Biologie nicht auskennt, spielt oft mit dem Gedanken, einzeln …
Bild: „Wildtiernah Berlin“: Neue Initiative vernetzt und stärkt Wildtierschutz und Bürger:innenberatung in der Hauptstadt
„Wildtiernah Berlin“: Neue Initiative vernetzt und stärkt Wildtierschutz und Bürger:innenberatung in der Hauptstadt
Wo Menschen und Wildtiere auf engem Raum zusammenleben, gibt es für den Menschen erfreuliche Begegnungen, aber auch Konflikte. „Wildtiernah Berlin“ wird Bürger:innen telefonisch und online beraten und verlässliche Hilfe vermitteln ¬– bei Problemen oder wenn sich Menschen um ein Wildtier in Not kümmern möchten. Bestehende Beratungsangebote im Berliner …
Bild: Koalas von Buschfeuer bedrohtBild: Koalas von Buschfeuer bedroht
Koalas von Buschfeuer bedroht
… die durch die Brände verletzten Tiere zu retten. Gemeinsam mit der australischen Partnerorganisation Foundation for National Parks & Wildlife (FNPW) kümmert sich die AGA um die Wildtiere, die Opfer der verheerenden Buschfeuer in der Umgebung von Melbourne wurden. Ein großes Netz aus Wildtierpflegern arbeitet rund um die Uhr, um verletzte Tiere, …
Bild: Bambimutter mit Herz – Katharina Neeb von der Wildtierstation HamburgBild: Bambimutter mit Herz – Katharina Neeb von der Wildtierstation Hamburg
Bambimutter mit Herz – Katharina Neeb von der Wildtierstation Hamburg
… dann in Zusammenarbeit mit Jägern, die nicht auf die von der Wildtierstation beohrmarkten Tiere schießen. Die gemeinnützige Wildtierstation Hamburg kümmert sich seit 2010 um verletzte Wildtiere und deren Auswilderung. Des Weiteren führt die Station Schulungen und Beratungen zum Thema Wildtiere in der Stadt durch. „Derzeit errichten wir im Kreis Pinneberg …
Thüringen hat ein Herz für Tiere
Thüringen hat ein Herz für Tiere
… Ernstfall schnelle medizinische Notfallhilfe. Der mobile Tierrettungsdienst des Vereins Tierrettung Thüringen e.V. ist dafür rund um die Uhr für in Not geratene Haus- und Wildtiere im Einsatz. Obwohl die mobile Tierrettung bereits in vielen europäischen Ländern zum Alltag gehört, ist Thüringen eines der wenigen deutschen Bundesländer, die diesen Dienst …
Schleswig-Holstein hat Platz für Wilde Tiere
Schleswig-Holstein hat Platz für Wilde Tiere
… bei Elmshorn im Kreis Pinneberg eine Wildtierauffangstation. Auf dem 2,5 Hektar großen Gelände entsteht die größte zentrale Auffangstation für verletzte, verwaiste und hilflose Wildtiere an der Westküste Schleswig–Holsteins. Die Aufgaben der Station sind neben der Pflege und Wiederauswilderung der Wildtiere ein Schulungs- bzw. Informationszentrum zum …
Bild: Tierschutz: Tierschutzverein BMT versorgt rund 5.000 Tiere in Deutschland, in Hamburg waren es 2018 rund 1.300
Tierschutz: Tierschutzverein BMT versorgt rund 5.000 Tiere in Deutschland, in Hamburg waren es 2018 rund 1.300
… geleitet. Der 53-jährige Tierschützer moderiert u. a. das VOX-Format „hundkatzemaus“ und macht sich nicht nur für seine Heimtiere stark, sondern auch gegen Tierversuche, Wildtiere im Zirkus oder für Auslands¬tierschutz. Neben TV-Auftritten schreibt Frank Weber in Zeitschriftenkolumnen, u. a. im BMT-Magazin „Das Recht der Tiere“ und kämpft öffentlich …
Bild: Jahrestreffen der Deutschen Wildtierhelfer und Tierärzte - Fonds für Wildtierhilfen gefordertBild: Jahrestreffen der Deutschen Wildtierhelfer und Tierärzte - Fonds für Wildtierhilfen gefordert
Jahrestreffen der Deutschen Wildtierhelfer und Tierärzte - Fonds für Wildtierhilfen gefordert
Am 31. Januar 2026 findet in Heusenstamm (Hessen) das Jahrestreffen für alle Wildtierhelfer, Tierärzte, die mit Wildtieren arbeiten, sowie für Wissenschaftler und Interessierte statt. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland.Auf dem Programm des „Wildtierhilfen Summit“ stehen Fachvorträge über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Behandlungsmethoden …
Bild: Monika Martin - Ihr Herz schlägt für die TiereBild: Monika Martin - Ihr Herz schlägt für die Tiere
Monika Martin - Ihr Herz schlägt für die Tiere
… bittet daher ihre lieben Fans und Freunde bzw. es entstand die Idee, ihr zu den Auftritten keine Geschenke und wertvolle Präsente zu schenken, sondern das Geld der Organisation "Kleine Wildtiere in großer Not" zu spenden. Das soll nicht heißen, das Monika Martin die Geschenke ihrer Fans nicht schätzt, aber es ist ihr noch wichtiger sich für hilflose Tiere …
Bild: WILDTIERE IN NOT - Einblicke in die Widersprüche zwischen Klima- und NaturschutzBild: WILDTIERE IN NOT - Einblicke in die Widersprüche zwischen Klima- und Naturschutz
WILDTIERE IN NOT - Einblicke in die Widersprüche zwischen Klima- und Naturschutz
Bernd Karl Hoffmann erklärt in "WILDTIERE IN NOT" warum Naturschutz und Klimaschutz keine Freunde sind. Für Bernd Karl Hoffman haben Tiere von Kind an alles bedeutet. So war es die glücklichste Fügung seines Lebens, dass er über vier Jahrzehnte im Niedersächsischen Landesnaturschutz arbeiten durfte. Er schildert in den ersten beiden Teilen seines neuen …
Sie lesen gerade: Erste Hilfe für Wildtiere in Not