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IAB-Arbeitsmarktbarometer: Der Arbeitsmarkt schrumpft

26.06.202609:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: IAB-Arbeitsmarktbarometer: Der Arbeitsmarkt schrumpft

(openPR) Die Beschäftigungskomponente in Deutschland sinkt im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte und befindet sich somit unter der neutralen Marke von 100 Punkten bei 99,9 Punkten. „Die jahrelange Wirtschaftsschwäche und die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Konflikte sowie die rückläufige Migration und das schrumpfende Arbeitskräftepotenzial setzen die Beschäftigung von verschiedenen Seiten unter Druck“, erklärt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am IAB. Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit hingegen setzt ihre Aufwärtsentwicklung Richtung 100 fort und steigt um 0,2 Punkte auf 99,3 Punkte im Juni. Seit 2011 liegt die Beschäftigungskomponente im Mittel 3,7 Punkte höher als die Arbeitslosigkeitskomponente. Seit 2023 nähern sich beide Werte aber tendenziell an, heute liegen die Komponenten fast gleichauf. „Die demographische Schrumpfung ist endgültig am Arbeitsmarkt angekommen: Die Beschäftigung sinkt, während die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu einem Ende kommt“, so Weber. Hinzu kommt die Wirtschaftsschwäche, die sich auch in der Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach wie vor bemerkbar macht.

Das European Labour Market Barometer tritt mit 100,1 Punkten seit nun drei Monaten auf der Stelle. Die Werte des Frühindikators des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des IAB signalisieren keine größeren Änderungen am europäischen Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten.

Datengrundlage
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Fast alle Arbeitsagenturen hatten die Umfrage bereits vor Bekanntwerden des USA-Iran-Abkommens am 14. Juni beantwortet.

Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 18 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und Zypern.

Während Komponente A des IAB-Arbeitsmarktbarometers und des European Labour Market Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus diesen beiden Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala der Barometer reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Zum Download stehen bereit:
- eine Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich seiner Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ unter https://www.iab.de/presse/abzeitreihe (xlsx).

- eine Grafik mit den aktuellen Werten des IAB-Arbeitsmarktbarometers und seiner Komponenten sowie eine Zeitreihengrafik unter https://iab.de/daten/iab-arbeitsmarktbarometer/.

Eine Zeitreihe des European Labour Market Barometer einschließlich seiner Einzelkomponenten für alle beteiligten Arbeitsverwaltungen ist unter www.iab.de/Presse/elmb-components (xlsx) abrufbar.

Mehr zum Europäischen Arbeitsmarktbarometer findet sich unter https://iab.de/en/daten/european-labour-market-barometer/.

Weitere Information zum Arbeitskräfteknappheits-Index des IAB finden Sie unter https://iab.de/daten/arbeitskraefteknappheits-index/

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