(openPR) Umweltminister Gabriel will die Vorschriften für den Verpackungsmüll neu sortieren. Doch die geplante Verordnung schade nicht nur den bisherigen Trittbrettfahrern, meinte am vergangenem Freitag das Wirtschaftmagazin Capital. Es schade auch den Verbrauchern. Als einzigen Nutznießer hat das Magazin den Private-Equity-Fonds KKR ausgemacht.
Dem Magazin wurde ein Brandbrief vom Tengelmann-Chef, Karl-Erivan Haub an Bundeswirtschaftminister Glos zugespielt, indem er die schnelle Abstimmung mit dem Umweltminister Gabriel zum Verpackungsmüll anmahnt. Der Referentenentwurf liegt gerade mal zwei Wochen auf den Schreibtischen der Bürokraten des CSU-Ministers. Schon bei der Abstimmung mit den Verbänden und den Bundesländern konnten Gabriels Ministerialen nicht nur Zustimmung in ihre Protokolle schreiben. Vor allem Umweltverbände hatten Bedenken angemeldet. Ihnen fehlten innovative Lösungen, die dem ständig anwachsenden Verpackungsmüll zu Leibe rücken.
Nutznießer der geplanten Novelle sei vor allem der Private-Equity-Fonds Kohlberg Kravins Roberts (KKR), der das Duale System Deutschlands (DSD) vor knapp zweieinhalb Jahren für ein „Schnäppchenpreis“ von 260 Millionen Euro gekauft habe, meint Capital . Damals befanden sich rund 800 Millionen „Bares“ in den Kassen. Wo die geblieben sind, konnte die Verbraucherschutzorganisation Deutsche Umwelthilfe (DHU) bis heute nicht in Erfahrung bringen. DHU mutmaßte, die seien in einem „großen schwarzen Loch“ versickert und bat Umweltminister Gabriel und Wirtschaftminister Glos doch einmal in dieses Loch zu schauen. Antwort hat Jürgen Resch bis heute nicht bekommen.
Die DSD lehnt sich zurück und verweist auf ihre Internetseite. Dort stehe genau aufgeschlüsselt, wo die „Rücklagen“ geblieben seien. Die Auszahlung der stillen Gesellschafter aus Handel und Industrie habe 122 Millionen Euro gekostet und das Übernahmeangebot für die Aktien durch Kohlberg Kravis Roberts (KKR) zum 180-fachen des Ausgabepreises hätten 260 Millionen Euro verschlungen. Weitere 190 Millionen Euro seien als Umstellungsprämie an die bisherigen Kunden für die Streichung des Non-Profit-Passus in den Zeichennutzungsverträgen gezahlt worden und die Rückvergütung an die bisherigen Kunden hätten160 Millionen Euro gekostet. Im Übrigen, so sagt Pressereferent Norbert Völl, habe KKR bislang nur investiert und nichts aus dem einstiegen Non-Pofit-Unternehmen herausgenommen.
Kritiker reiben sich nun allerdings verwundert die Augen und fragen sich, wo eine Rechtsgrundlage gegeben sei, dass der Kaufpreis aus den Rücklagen des verkauften Unternehmens gezahlt würde. Ein Betriebswirtschaftler meint, dass die sich wohl das Geld von dem Unternehmen „gepumpt“ hätten und damit den Kaufpreis bezahlt haben. Das sei so, wie es in einem uralten Witz über Unternehmensberater heißt: Erst pumpt der sich die Uhr von seinem Klienten, dann sagt er ihm die genaue Uhrzeit und rechnet anschließend sein Honorar mit der Uhr auf.
Es könnte durchaus sein, dass die Berater von Glos inzwischen „kalte Füße“ bekommen hätten, ist aus Branchenkreisen zu hören. Mit dem Sozialdemokratischen „Landschaftspfleger“ Detlev Samland, den DSD sich inzwischen angeheuert hat, habe Glos ohnehin nichts im Sinn, zumal der den Umweltminister noch aus dessen gemeinsamen Zeiten bei den „Falken“ gut kennt. Und auch Friedrich Merz, inzwischen Aufsichtrat bei dem Mitbewerber Interseroh, könnte bei der Gabrielschen Novelle ganz schön sauer werden. Hat doch der von ihm beaufsichtigte Konzern, gerade angesetzt erfolgreich dem einstigen Monopolisten die Stirn zu zeigen. „Mit dem Dualen System Interseroh und der Selbstentsorgerlösung für Verkaufsverpackungen überschreiten wir schon im ersten Halbjahr den ursprünglich für 2008 angestrebten Marktanteil von 15 Prozent ganz klar, berichte Unternehmenssprecher Michael Block stolz. Das Vertragsvolumen läge hier im ersten Quartal 2007 deutlich über 200 Millionen Euro, so der Sprecher. „Mittelfristig wollen wir mit dem Dualen System Interseroh einen Marktanteil von 25 bis 30 Prozent erreichen", sagt Block im Gespräch mit europaticker.
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Magazin EUROPATICKER unter:
http://www.umweltruf.de/ticker/news_druck0.php3?nummer=1006











