(openPR) »Trisonanzen«
05.06. - 22.11.2026 | Poenigeturm Museen der Stadt Menden
»Trisonanzen« – drei künstlerische Positionen in einem historischen Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert. Anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums der Stadt Menden zeigt die Künstlergruppe KK22 Raum-, Klang- und Videoinstallationen, die auf den Ausstellungsort zugeschnitten wurden.
Sonja Heller mit »Nuncii – Die Boten«. Eine Rauminstallation aus 152 Steinpapier-Objekten füllt das gesamte Treppenauge des alten Wehrturms bis zur oberen Plattform und reicht 8m in die Tiefe.
Jeannette Obst mit der Videoinstallation »Hotel der 1000 Sterne« auf der oberen Plattform.
Anno Weihs mit »Der Stadt lauschen«, eine elektroakustische Komposition, die im ganzen Turm zu hören sein wird.
Die Ausstellung ist am 1. und 3. Samstag im Monat von 12 bis 13 Uhr geöffnet. Die Künstler bieten zusätzl Führungen an.
Sonja Heller. »Nuncii – Die Boten«
Aus 152 Brieftauben entstand eine Rauminstallation für den Poenigeturm. Kaskadenartig schweben die Objekte aus Steinpapier von oben herab und werden zu Boten durch Raum und Zeit. Sie verbinden uns über 750 Jahre mit dem Jahr 1276 und schweben leicht durch alte, schwere Zeiten in eine unbeschwerte Gegenwart – so würde es sich für Mendener aus dem 13. Jahrhundert wohl darstellen. Und für Mendener in 2026? Wie gestaltet sich ihr Leben im digital-globalen Zeitalter?
Vor über 750 Jahren formte sich die Identität Mendens und einige der kriegerischen Auseinandersetzung, die das Leben der Mendener nachhaltig beeinflusste, zeigen sich auf den mit Jahreszahlen bedruckten Objekten: 1343, 1618, 1803, 1914 und zuletzt 1933. Dem Überfall des Grafen von der Mark 1343 ist der historische Poenigeturm zu verdanken, der danach zusammen mit 11 weiteren Wehrtürmen und der Stadtmauer errichtet wurde. Ein Bollwerk gegen den immer wiederkehrenden Krieg. Nicht nur durch ihn veränderte die Stadt ihr Gesicht und schuf Identität neu, weil sie musste – wie nach den drei furchtbaren Stadtbränden innerhalb von 30 Jahren des 17. Jahrhunderts. Sie tat es aber auch, ohne es zu müssen, als um 1970 ein Drittel der historischen Fachwerkhäuser abgerissen wurde, um ein neues, raumgreifendes Rathaus inmitten der Altstadt zu errichten. Der Poenigeturm blieb erhalten. Identität im Wandel – aber nicht in Vergessenheit. www.sonjaheller.de
Jeannette Obst. »Hotel der 1000 Sterne«
Mit einer Videoinstallation im Dachgeschoss wird die zeitweilige Unterbringung von Obdachlosen im Poenigeturm thematisiert.
Ende des 19. Jahrhunderts lebten dort zwei Familien mit bis zu zehn Kindern. Gleichzeitig soll dadurch an alle Menschen in und aus Menden erinnert werden, die gegenwärtig (un)freiwillig unter freiem Himmel, im »Hotel der 1000 Sterne«, übernachten: Nichtsesshafte und Geflüchtete, aber auch Wandergesellen und andere Abenteuerlustige. www.jeannetteobst.de
Anno Weihs. »Der Stadt lauschen«
Unter diesem Titel erklingt im Poenigeturm eine elektroakustische Komposition aus unerhörten, digitalen Klängen – akustische Fragmente der Stadt, der Menschen und der Stadtgeschichte. Eine Kombination aus experimentellen Verklanglichungen und realen Klängen und Geräuschen der Stadt entfaltet sich zu einem dichten, auralen Geflecht, das Vergangenheit und Gegenwart hörbar miteinander verwebt und ein akustisches Stadtbild entwirft. www.annoweihs.de



