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EU-Verbot gegen Textilvernichtung: CRCL macht schwer verwertbare Ware zum Rohstoff

09.06.202611:07 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) In der EU tritt ab dem 19. Juli ein Verbot in Kraft, das erstmals die Vernichtung unverkaufter Kleidung für große Mode- und Textilunternehmen untersagt, um Textilmüll in Europa deutlich zu reduzieren.



Köln, 9. Juni 2026 - Mit dem 19. Juli 2026 steht die europäische Mode- und Textilindustrie vor einem regulatorischen Einschnitt: In der EU tritt ein Verbot in Kraft, das erstmals die Vernichtung unverkaufter Kleidung für große Unternehmen untersagt. Ziel ist es, die enormen Mengen an Textilmüll in Europa deutlich zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Die Regelung ist Teil der EU-Verordnung "Ecodesign for Sustainable Products Regulation" (ESPR) und soll einen zentralen Missstand der Branche beenden.

Schätzungen zufolge werden in Europa rund 20 Prozent der online gekauften Kleidungsstücke retourniert. Ein erheblicher Teil davon konnte bislang wirtschaftlich nicht wiederverwertet, erneut verkauft oder recycelt werden und landete im Abfall. Nach Angaben der EU-Kommission werden in Europa jährlich schätzungsweise vier bis neun Prozent unverkaufter Textilien zerstört, mit rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr.

CRCL hält Alttextilien im Kreislauf

Für viele Unternehmen der Mode- und Textilbranche bedeutet dies einen grundlegenden Umbruch in ihren bisherigen Prozessen und bestehenden Geschäftsmodellen. Jahrzehntelang war die Vernichtung überschüssiger Ware, wie aus Überproduktionen oder Retouren, ein kalkulierter Bestandteil der Wertschöpfungskette. Jetzt wird für Marken, Händler, Sortierer und Entsorger damit eine Frage immer dringlicher: Was passiert mit Textilien, die nicht mehr verkauft, nicht sinnvoll gespendet und nicht sortenrein recycelt werden können?

Genau an dieser Schnittstelle setzt CRCL an. Das Kölner Start-up bietet Marken und Händlern einen industriell anschlussfähigen Verwertungspfad, um unverkaufte Textilien nicht mehr als Kostenfaktor, sondern als Ressource zu behandeln. "Wir haben einen industriell funktionierenden Prozess entwickelt, der ökologisch und ökonomisch verifiziert ist und aus einem linearen System ein Zirkuläres macht", erklärt Lars Conzendorf, zuständig für Business Development sowie Marketing & Sales.

CRCL schafft dafür einen industriell nutzbaren Wertstoff aus nicht verwertbaren Alttextilien, die für Wiederverkauf oder Spende nicht geeignet sind. Produkte werden nicht abgeschrieben, sondern systematisch weitergenutzt, und ihr Lebenszyklus wird verlängert. Das zugrundeliegende Verfahren geht dabei über klassische Second-Hand- oder Recyclingansätze hinaus. Bislang nicht recycelbare Altkleider, insbesondere aus Mischfasern, werden zu einem neuen, kreislauffähigen Werkstoff verarbeitet. Das Ergebnis ist Apatura, ein Granulat für industrielle Anwendungen, unter anderem in der Möbelindustrie, im Interior-Bereich und im Bausektor.

Ein entscheidender Moment für die Modebranche

Der mechanische Recyclingansatz ergänzt bestehende Lösungen wie den chemischen Recyclingprozess. CRCL verarbeitet vor allem jene Textilien, die aufgrund ihrer Materialzusammensetzung oder ihres Zustands bislang nicht recycelt werden konnten. Dazu zählen insbesondere Mischgewebe mit Polyester, Zellulosefasern oder Elastan-Anteilen.

Mit dem Verbot der Textilvernichtung setzt die EU ein klares Signal: Die Transformation hin zu einer zirkulären Industrie ist politisch gewollt und rechtlich verbindlich. Für Unternehmen bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Textilien sind künftig nicht mehr Abfall, sondern Materialwerte im Umlauf.

"Wir reden über ein globales Problem, welches jährlich zunimmt. Weder die Mode-Industrie, die EU oder wir als Gesellschaft werden es uns noch lange leisten können, das Problem der "Altkleiderentsorgung" weiter zu ignorieren," betont Timur Oruz, verantwortlich für Business Growth und Marketing bei CRCL.

Mit Apatura will CRCL zeigen, dass dieser Wandel nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich absolut sinnvoll ist und dass sich regulatorischer Druck in Innovation und neue Geschäftsmodelle übersetzen lässt. Für die Mode- und Textilbranche entsteht damit ein neuer industrieller Verwertungspfad - zu einem Zeitpunkt, an dem regulatorischer Druck, Kostenfragen und Nachhaltigkeitsanforderungen immer enger zusammenrücken.

Über die CRCL GmbH
CRCL ist ein Kölner Start-up für textile Kreislaufwirtschaft mit dem Anspruch, lineare Geschäftsmodelle in der Industrie durch wirtschaftlich tragfähige Zirkularität zu ersetzen. Das Unternehmen arbeitet entlang der textilen Wertschöpfungskette und entwickelt Lösungen, um Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und die Verbrennung von Textilien dauerhaft zu reduzieren.


Pressekontakt
infokontor GmbH
Sonja Kittel
E-Mail: E-Mail
Tel.: +49 221 752 02 50
www.infokontor.de

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