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Wenn Kinder in Kindergarten oder Schule verstummen

05.05.2026 • 10:46 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Manche Kinder verstummen im Kindergarten oder in der Schule, obwohl sie in vertrauten Situationen wie zuhause problemlos sprechen können. Von dieser Angststörung, die selektiver Mutismus genannt wird (von lat. mutus für stumm), ist in jedem Grundschuljahrgang durchschnittlich ein Kind betroffen. Obwohl die Erkrankung mit schwerwiegenden Folgen für den sozialen Kontakt zu anderen, in Schule und im Beruf verbunden sein kann, ist selektiver Mutismus nur wenig bekannt und kaum erforscht. Daher gibt es bislang nur wenige Unterstützungsangebote für betroffene Familien. Ein Team der Abteilung für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat nun eine frei zugängliche Online-Lernwerkstatt zum Thema selektiver Mutismus entwickelt.

„Selektiver Mutismus stellt betroffene Kinder, ihre Familien sowie pädagogische Fachkräfte vor besondere Herausforderungen“, sagt Prof. Dr. Christina Schwenck, Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie. Sie hat die Lernwerkstatt mit ihrem Team erstellt, um den Zugang zu fundierten Informationen und wirksamen Unterstützungsstrategien zu erleichtern. Wichtig ist dabei auch die Früherkennung beispielsweise durch Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte. Denn je früher selektiver Mutismus behandelt wird, desto besser.

Kostenloses digitales Angebot für Eltern und pädagogische Fachkräfte

Das digitale Angebot richtet sich an Eltern, Angehörige, pädagogische Fachkräfte sowie weitere Interessierte. Es soll ein besseres Verständnis für das Störungsbild vermitteln und konkrete, alltagsnahe Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Lernwerkstatt umfasst strukturierte Inhalte in Form von Texten, Videos und interaktiven Übungen, die Nutzerinnen und Nutzer dabei unterstützen, Kinder mit selektivem Mutismus gezielt beim mutigen Sprechen in verschiedenen Lebensbereichen – etwa in Schule, Kita und Alltag – zu begleiten.
„Mit der Lernwerkstatt möchten wir wissenschaftlich fundiertes Wissen niedrigschwellig zugänglich machen und gleichzeitig konkrete Hilfestellungen für den Alltag bieten“, so Prof. Schwenck.

Die Entwicklung des Angebots basiert auf langjähriger wissenschaftlicher und klinischer Arbeit im Bereich der Klinischen Kinder- und Jugendpsychologie. Die Lernwerkstatt wird als Open-Source-Ressource kostenfrei zur Verfügung gestellt, um eine möglichst breite Nutzung zu ermöglichen. Die Teilnahme ist in eine kurze wissenschaftliche Begleitstudie eingebettet, die aus einer Vor- und Nachbefragung (jeweils ca. sieben Minuten) besteht. Das Ziel ist es, die Nutzung und Wirksamkeit des Angebots zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christina Schwenck
Professur für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie
Telefon: 0641 99-26015
E-Mail: E-Mail

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