(openPR) „Wir wollen Duft genauso greifbar, erfahrbar und einsetzbar machen wie visuelle oder auditive Reize“, erläutert Gründer Salomo Bertram. Dafür hat das Team eine Software entwickelt, die mittels Künstlicher Intelligenz in Echtzeit analysiert, was auf dem Monitor geschieht. „Unsere KI erkennt Objekte und Szenarien, die auf dem Bildschirm zu sehen sind – etwa einen Wald, eine Blumenwiese oder ein Feuer – und klassifiziert diese“, so Bertram. Innerhalb von weniger als 500 Millisekunden wird ein Signal an die Hardware-Box gesendet, die den passenden Duft ausstößt. Da die normale Atemfrequenz bei drei bis vier Sekunden liegt, entsteht ein authentisches Dufterlebnis.
Pellets geben Düfte frei
Die Scentbar genannte Hardware arbeitet mit sogenannten Pods, die mit speziell für Zestum hergestellten Pellets befüllt sind. Diese bestehen aus einer Mischung von Parfüm, Ölen und ätherischen Zusatzstoffen. In einem ersten Schritt möchten die Gründer drei Duftserien anbieten: Natur mit Wald, Regen oder Gras, Rennsport mit Benzin, verbranntem Gummi oder Asphalt sowie Action mit Rauch, Betonstaub oder Schießpulver. Perspektivisch soll die Palette noch erweitert werden.
Ventilatoren in der Scentbar erzeugen einen sanften und gezielten Luftstrom, der an den Pellets vorbeiströmt, die jeweiligen Gerüche aufnimmt und zu den Nutzer*innen trägt. Damit werden die Düfte ähnlich wie im realen Leben wahrgenommen, wo sie ebenfalls über die Luft transportiert werden. Dies steht im Gegensatz zur Zerstäubung oder Nebelbildung, wie man sie etwa von Duftsprays kennt.
„Die von uns gewählten Mischungen hängen in der Luft und setzen sich nicht in Kleidung oder Möbeln fest. Dieses nahezu natürliche Dufterlebnis verfliegt nach dem Lüften sofort“, so Bertram weiter. Die verwendeten Stoffe entsprechen den Vorgaben der International Fragrance Association und sind damit gesundheitlich unbedenklich für Mensch und Haustier.
Kompatibilität und Zukunftsaussichten
Zum Marktstart konzentriert sich das Startup auf den PC-Bereich. Das System ist unter Windows mit gängigen Anwendungen wie Videospielen, YouTube oder Streaming-Diensten kompatibel. „Die Software nutzt die Ressourcen des Computers und ist nicht cloudbasiert, wodurch das System für unsere Kund*innen günstig und einfach bleibt“, sagt Bertram. Perspektivisch sollen weitere Anwendungen für Spielkonsolen und TV-Geräte auf den Markt kommen.
Mit der am 10. März startenden Kickstarter-Kampagne möchte das Team die Produktion der ersten Serie finanzieren und die Community aktiv in die Weiterentwicklung einbinden. Langfristig sieht Zestum großes Potenzial in Forschung und Entwicklung: Ziel sei es, Düfte künftig so dynamisch mischbar zu machen, wie es heute bei RGB-Farben im digitalen Bildbereich Standard ist. Weitere Informationen unter https://www.kickstarte...your-games.
Über das Projekt
Das Start-up Zestum wurde von Salomo Bertram, Samuel Wiebe, Jasmin Blekic und Levin Vonester gegründet, die an der TH Köln sowie der FH Aachen unter anderem Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik, Kommunikationsdesign und Raumfahrttechnik studiert haben. Das Team wird über das Programm „exist – from science to business“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Europäischen Union gefördert. Die Gateway-Gründungsförderung der TH Köln unterstützt Zestum mit einem starken Netzwerk, Beratung zu Finanzierung und EXIST-Antragstellung und dem Co-Working Space. Prof. Dr. Monika Engelen sowie Prof. Dr. Nicolas Pyschny von der Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften der TH Köln begleiten das Start-up fachlich.
Die TH Köln zählt zu den innovativsten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Sie bietet Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein inspirierendes Lern-, Arbeits- und Forschungsumfeld in den Sozial-, Kultur-, Gesellschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Zurzeit sind über 21.000 Studierende in mehr als 90 Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Die TH Köln gestaltet Soziale Innovation – mit diesem Anspruch begegnen wir den Herausforderungen der Gesellschaft. Unser interdisziplinäres Denken und Handeln, unsere regionalen, nationalen und internationalen Aktivitäten machen uns in vielen Bereichen zur geschätzten Kooperationspartnerin und Wegbereiterin.
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