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Vision: Europa unabhängiger machen

07.01.202614:48 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Vision: Europa unabhängiger machen

(openPR) Europa steht an einem technologischen Wendepunkt: Wie souverän die digitale Zukunft gestaltet werden kann, hängt davon ab, wie unabhängig zentrale Technologien von geopolitisch sensiblen Rohstoffen werden. Das Programm „EU-Autark“ setzt genau an dieser Stelle an – forschungsgetrieben, sicherheitsorientiert und strategisch notwendig.

Die Cyberagentur startet daher das nichtförmliche Interessenbekundungsverfahren für das geplante Forschungsprogramm „EU-Autark“. Ziel ist es, die europäische Abhängigkeit von kritischen Rohmaterialien (Critical Raw Materials, CRM) deutlich zu reduzieren und damit die digitale Souveränität Europas langfristig zu stärken. Hintergrund sind die spürbaren geopolitischen Spannungen, die bereits jetzt zu Engpässen und Preissprüngen führen. Im Ernstfall können kritische Schlüsseltechnologien, die von diesen Rohstoffen abhängig sind, nicht ausreichend bereitgestellt werden.

Kritische Rohmaterialien sind für zentrale Basistechnologien unverzichtbar – vom Sputter-Target in der Chipfertigung bis zum optischen Verstärker im globalen Internetverkehr. Gleichzeitig stammen viele dieser Stoffe aus politisch instabilen Regionen oder liegen in der Kontrolle weniger Anbieter. Die Europäische Union stuft sie aufgrund ihres wirtschaftlichen Nutzens und der Versorgungsrisiken als besonders sicherheitsrelevant ein. Für Europa wird damit eine Frage technologischer Leistungsfähigkeit zu einer Frage strategischer Abhängigkeit.

Das Forschungsprogramm „EU-Autark“ begegnet diesem Problem auf technologischer Seite: Neuartige Materialien, Komponenten und Produktionsprozesse, die ohne oder mit deutlich weniger CRM auskommen, sollen Schlüsselfähigkeiten und Rohstoffverfügbarkeit entkoppeln. Im Fokus der Cyberagentur liegen Computer, Elektronik, Elektrooptik, Elektromechanik und Elektrik und damit die NACE-Klassen C26 und C27. Gerade hier entscheiden sich die strategischen Spielräume Europas – von photonischer Infrastruktur über mikroelektronische Bauteile bis hin zu energie- und signalübertragungsrelevanten Systemen.

Gustav Grabolle, Ansprechpartner und Forschungsreferent in der Abteilung „Sichere Systeme“, bringt die sicherheitspolitische Dimension auf den Punkt: „Wir brauchen innovative Ansätze! Vor allem dort, wo unsere innere und äußere Sicherheit auf Rohstoffen beruhen, deren Versorgung geopolitischen Spannungen unterliegt.“

Das Verfahren lädt die Forschungslandschaft zu einer breiten Beteiligung ein: Wissenschaft, Industrie und spezialisierte KMU können Ideenskizzen einreichen, die kritische Fähigkeiten identifizieren, bisherige technische Pfade analysieren und neuartige Lösungsansätze vorschlagen. Die Bandbreite ist bewusst offengehalten – von alternativen Funktionsmaterialien für Mikroelektronik über neue photonische Verfahren bis hin zu völlig neuen Produktionsprinzipien.

Die eingereichten Skizzen sollen helfen, die endgültige Ausschreibung gezielt an die technologische Machbarkeit, die industrielle Relevanz und die strategischen Notwendigkeiten Europas anzupassen. Damit schafft die Cyberagentur einen frühen Mitgestaltungsspielraum und erhöht die Chance, dass Forschung genau dort ansetzt, wo Europa die größten Verwundbarkeiten hat.

Im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union wurde die Ausschreibung mit der Auftragsbekanntmachungsnummer TED 5158-2026 (https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/5158-2026) veröffentlicht. Interessierte Teilnehmer können bis zum 01.02.2026 ihre Ideenskizzen elektronisch einreichen an: https://forms.office.com/e/Jg77QX1JAA

Fragen zum Verfahren können an folgende Adresse gerichtet werden: E-Mail. Bitte reichen Sie Ihre Fragen bis spätestens 25. Januar 2026 ein, damit eine rechtzeitige Beantwortung gewährleistet ist.

Kontakt:

Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH
Große Steinstraße 19
06108 Halle (Saale)

Michael Lindner
Pressesprecher

Tel.: +49 151 44150 645
E-Mail:

Hintergrund: Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) wurde im Jahr 2020 als vollständige Inhouse-Gesellschaft des Bundes unter der gemeinsamen Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat durch die Bundesregierung mit dem Ziel gegründet, einen im Bereich der Cybersicherheit anwendungsstrategiebezogenen und ressortübergreifenden Blick auf die Innere und Äußere Sicherheit einzunehmen. Vor diesem Hintergrund bezweckt die Arbeit der Cyberagentur maßgeblich eine institutionalisierte Durchführung von hochinnovativen Vorhaben, die mit einem hohen Risiko bezüglich der Zielerreichung behaftet sind, gleichzeitig aber ein sehr hohes Disruptionspotenzial bei Erfolg innehaben können.

Die Cyberagentur ist Bestandteil der Nationalen Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland.

Der Cyberagentur stehen als Geschäftsführung Prof. Dr. Christian Hummert als Forschungsdirektor und Bettina Bubnys als kaufmännische Geschäftsführung vor.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Gustav Grabolle, Forschungsreferent Sichere Systeme der Cyberagentur

Originalpublikation:
https://www.cyberagentur.de/presse/vision-europa-unabhaengiger-machen/

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