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Die europäische Geschichte und die German Angst

02.01.202620:54 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Die europäische Geschichte und die German Angst
Buch: DIe Verwandlung der Standeskultur (© Copyright  ©  Wolfgang Hauke)
Buch: DIe Verwandlung der Standeskultur (© Copyright © Wolfgang Hauke)

(openPR) In der europäischen Geschichte finden wir zwei unterschiedliche Entwicklungsqualitäten, eine für die Franzosen, Engländer und Holländer und eine für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Deutschland wie auch Österreich und die Schweiz waren bis 1885 nur in einer geringfügigen Weise am europäischen Kolonialismus und Imperialismus beteiligt, da das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ständig mit inneren religiösen und politischen Spannungen zu kämpfen hatte und das deutsche Machtgebiet nach dem Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 in zahlreiche Machtgebiete zersplittert geblieben ist.

Nach der neuen deutschen Reichsgründung von 1871 sprach sich Bismarck gegen den Kolonialismus und Imperialismus aus. Dadurch kam es erst 1884 im Zuge eines Angebotes von Bismarck, zwischen den strittigen europäischen Kolonialmächten in Bezug auf die Aufteilung Afrikas zu vermitteln dazu, dass auch Bismarck die deutsche Kolonialisierung von einigen zugesprochenen Machtgebieten akzeptierte. Diese Kolonialgebiete waren für Bismarck vor allem eine Verhandlungsmasse für die Klärung etwaiger europäischen Streitfragen und waren somit auch ein politisches Instrument.

Die Deutschen waren 1885 durch ihre erfolgreiche Industrialisierung nicht auf Arbeitskräfte und Produkte aus den europäischen Kolonialgebieten angewiesen. Dieser Erfolg konnte dadurch erreicht werden, dass die religiösen Lehren des puritanischen Protestantismus dem deutschen Proletariat geholfen haben, die oft unmenschlichen Härten der Industrialisierung zu meistern und auf die Verbesserung der sozialen Verhältnisse in der Kultur hinzuwirken. Die ab 1806 in Preußen befreiten Leibeigenen, die zum Proletariat der deutschen Industrialisierung geworden waren, waren in einer grundsätzlichen Weise bestrebt, zu einem neuen in sich einigen Volk zu werden. Mit dem Scheitern der Revolution von 1848/49 als einem von vielen Beispielen dafür, dass die Deutschen stets große Probleme damit hatten sich ideologisch oder religiös zu einigen, war es zu einer Depression in den deutschen Ländern gekommen, so dass viele unzufriedene demokratisch gesinnte Deutsche nach Amerika ausgewandert sind.

Dieser Aderlass hat ein Stück weit zu der relativ einhelligen Begeisterung der Deutschen in Bezug auf die Reichsgründung von 1871 durch Bismarck beigetragen. Ab diesem Zeitpunkt waren die über die vergangenen Jahrhunderte hinweg versprengten und nun wieder vereinten deutschen Länder in ihrer Begeisterung nicht zu halten und haben ihre Industrialisierung in einer genauso idealistisch übertriebenen Weise verherrlicht, wie die neu aufkommenden megalomanischen ideologischen Auswüchse eines neuen Militarismus und eines völkischen Rassismus. Der neue Militarismus fand seinen Ausdruck in besonderen militärischen Vereinsbildungen, die mitunter eine riesige Anzahl von Mitgliedern auf sich vereinigen konnten. Bismarck konnte diese extremistischen ideologischen und politischen Entwicklungstendenzen in seiner Regierungszeit durch eine konsequente Realpolitik einigermaßen im Zaum halten.

Nach der Entlassung von Bismarck durch Kaiser Wilhelm hat der Kaiser nicht nur die Bündnisverträge von Bismarck vernachlässigt, sondern auch eine großtuerische militärische Sprache kultiviert, die in einer fahrlässigen Weise zum Beginn des 1. Weltkrieges beigetragen hat. Es ist wichtig, diese Entwicklung nachzuvollziehen, da dem Betrachter ansonsten nicht deutlich wird, dass von 1871 bis 1933 ein ganz besonderer ideologischer, emotionaler und materieller Nährboden im Deutschen Reich entstanden ist, der für die Nazis die wesentliche Grundlage war, um innerhalb nur kurzer Zeit eindrucksvolle Erfolge erzielen zu können. Der Aufstieg der Nazis hat daher auch nur bedingt mit esoterischen und mythologischen Vorstellungen zu tun.

In Bezug auf die Entstehung der Weltkriege im 20. Jahrhundert ist es nach wie vor wichtig, dass der heutige Mensch den qualitativen Unterschied in der Organisation zwischen den traditionellen Kolonialmächten und den deutschen Ländern versteht. Da die preußische Industrialisierung nicht auf billige Arbeitskräfte und Kolonialwaren aus der ganzen Welt zugreifen konnte, musste die deutsche Industrialisierung auf eigene kostengünstige Arbeiter zurückgreifen, die durch die 1806 in Preußen aufgegebene Leibeigenschaft reichlich zur Verfügung standen und diese in ein preußisches Proletariat verwandeln. Dies wurde vor allem dadurch möglich, dass die von der Leibeigenschaft „befreiten“ Menschen keinerlei soziale Versicherung mehr hatten und dadurch gezwungen waren die von großen Härten gekennzeichneten Arbeits- und Lebensbedingungen des neuen Proletariats sowohl im preußischen Reich als auch im späteren Deutschen Reich zu akzeptieren. Für viele der Betroffenen war daher die Befreiung von der Leibeigenschaft ab 1806 kein Segen.

Was die traditionellen Kolonialmächte den jeweils fremden Völkern für das Ziel einer maximalen Ausbeutung angetan haben, hat das preußische Reich und das Deutsche Reich nach preußischer Manier (Disziplin, Fleiß, Sparsamkeit) der eigenen Bevölkerung angetan, weshalb wir von einem Europa der 2 Kolonialsysteme sprechen können, einem sadistischen Kolonialismus nach Außen hin und einem masochistischen Kolonialismus nach Innen hin gegenüber dem eigenen Volk.

Der innere Kolonialismus hat im Deutschen Reich nach und nach mustergültige, effektive und perfektionistisch sich optimierende Arbeiter hervorgebracht, die bis heute nicht nur für ihre Wirtschaftsleistung, sondern auch für ihre Autoritätshörigkeit und ihren Untertanengeist („Bloody German Gehorsam“) bekannt sind. Aus dieser Seelenverfassung resultiert noch heute der letztlich sich selbst isolierende strebsame Deutsche, der sich zu sehr auf eine materielle Lebensversicherung konzentriert und durch die dadurch entstehende mangelnde soziale Verbundenheit anfällig für starke Ängste und für soziale Konflikte geblieben ist. Dies hat im westlichen Kulturkreis den Begriff der „German Angst” bis heute sprichwörtlich werden lassen.

Die vollständige Abhandlung finden Sie auf der folgenden Internetseite: https://www.die-verwandlung-der-standeskultur.de/Artikel/artikel.html#Die-europaeische-Geschichte



German Angst, Bloody German Gehorsam, Selbstoptimierung, materielle Lebensversicherung, Arbeitssucht, soziale Degeneration, Depression,

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