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US-Gesundheitsbehörde beendet Affenversuche

27.11.202516:56 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: US-Gesundheitsbehörde beendet Affenversuche
 (© Quelle: KI-generiert (erstellt mit OpenAI / ChatGPT))
(© Quelle: KI-generiert (erstellt mit OpenAI / ChatGPT))

(openPR) Ärzte gegen Tierversuche fordert Ausstieg auch in Deutschland

Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), eine der bedeutendsten Gesundheitsbehörden der Welt, werden Berichten zufolge sämtliche Affenversuche einstellen (1). Dieses Vorhaben markiert einen weiteren Schritt in der Abwendung von Tierversuchen in den USA. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert die Bundesregierung auf, dem aktuellen Beispiel zu folgen und einen Ausstieg aus Tierversuchen an Primaten zu beschließen. Die Nutzung von Affen im Labor ist nicht nur ethisch nicht vertretbar, auch wissenschaftlich funktionieren diese Modelle nicht. Die Medizin des 21. Jahrhunderts braucht moderne humanbasierte Methoden für eine für den Menschen relevante Forschung. Die Ausstiegsforderung wird durch eine aktuelle Bundestagspetition von mehr als 40.000 Bürgern unterstützt.

„Die Entscheidung der CDC ist ein wissenschaftlicher und ethischer Meilenstein“, sagt Dr. Johanna Walter, wissenschaftliche Referentin bei Ärzte gegen Tierversuche. „Das CDC ist eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums. Dass eine solche Behörde sämtliche Affenversuche einstellt, zeigt unmissverständlich: Der Paradigmenwechsel hin zu moderner, tierversuchsfreier Forschung ist möglich – und in den USA längst im Gang.“

Auch weitere US-Behörden richten ihre Forschung zunehmend auf humanrelevante Methoden aus: Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA will Tierversuche bei der Entwicklung bestimmter Medikamente durch effektivere, für den Menschen relevantere Methoden ersetzen (2). Die Forschungsbehörde National Institutes of Health (NIH) verstärken ihre Förderung solcher humanrelevanter Forschungsansätze und reduzieren gleichzeitig die Unterstützung für tierversuchsbasierte Projekte (3,4). Auch die US-Umweltbehörde EPA hat sich zum Ziel gesetzt, Tierversuche für die Chemikalienzulassung zu beenden (5). Nun folgt mit der CDC eine weitere Behörde.

Der Ausstieg aus Affenversuchen bei der CDC ist dabei nicht nur ethisch, sondern vor allem wissenschaftlich motiviert, denn die wissenschaftlichen Schwächen tierexperimenteller Forschung sind gravierend. Über 90% aller Arzneimittelkandidaten, die im Tierversuch – häufig an Affen – wirksam und verträglich erscheinen, scheitern später in klinischen Studien, weil sie am Menschen nicht wirken oder gefährlich sind (6).

Affen unterscheiden sich beispielsweise in Punkten der Immunantwort, des Stoffwechsels, der Genregulation und der Infektionsbiologie vom Menschen. Dies führt regelmäßig dazu, dass Ergebnisse aus Primatenversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind und die weitere Forschung in die falsche Richtung lenken (7,8).

„Affen sind dem Menschen zwar ähnlicher als andere Tiere, doch ‚ähnlich‘ reicht in der medizinischen Forschung nicht aus“, erklärt Walter. „Gerade in der HIV-, neurobiologischen und toxikologischen Forschung scheitern Primatenversuche immer wieder.“ Das Aus für Affenversuche am CDC ist somit wissenschaftlich nur konsequent. Deutschland sollte diesem Beispiel folgen.

Ärzte gegen Tierversuche fordert einen verbindlichen Ausstiegsplan aus allen Tierversuchen, beginnend bei Primaten, sowie massive Investitionen in moderne, tierfreie Forschung wie Organoide, Multi-Organ-Chips und KI-basierte Methoden.

Gemeinsam mit PETA Deutschland hat Ärzte gegen Tierversuche e. V. eine Bundestagspetition eingereicht (9), die ein Ende von Tierversuchen an nicht-menschlichen Primaten in Deutschland fordert. Nachdem die Petition über 40.000 Unterstützer fand, muss sich nun der Deutsche Bundestag mit der Thematik befassen. Die Sitzung des Petitionsausschusses zur Petition findet am Montag, den 1. Dezember 2025 ab 12.00 Uhr statt. Sie ist öffentlich und wird live auf der Website des Deutschen Bundestags übertragen (10).

„Deutschland muss jetzt handeln“, so Walter. „Die USA zeigen – mit immer mehr Behörden wie FDA, NIH, EPA und nun den CDC, die sich von Tierversuchen abwenden –, dass ein Ausstieg politisch möglich und wissenschaftlich sinnvoll ist. Ein derart grundlegender Kurswechsel durch große Forschungsbehörden ist ein starkes Signal: weg von wissenschaftlich fragwürdigen Tierversuchen hin zu modernen, humanrelevanten Methoden. Wer heute noch an Tierversuchen festhält, ignoriert moderne Wissenschaft, gefährdet den medizinischen Fortschritt und verursacht wissentlich Tierleid.“

Quellen (alle Links zu den Quellen auf der ÄgT-Webseite >>)

(1) Grimm D. Exclusive: CDC to end all monkey research. Science, 21.11.2025 >> https://www.science.org/content/article/exclusive-cdc-end-all-monkey-research

(2) USA streben Arzneimitteltestung ohne Tierversuche an. Ärzte gegen Tierversuche Pressemittelung vom 24.04.2025 >>

(3) USA läuten neue Ära in der medizinischen Forschung ein. Ärzte gegen Tierversuche Pressemittelung vom 05.05.2025 >>

(4) USA setzen neuen Meilenstein: Gesundheitsbehörde stoppt gezielte Tierversuchs-Förderung. Ärzte gegen Tierversuche, Pressemitteilung vom 14.07.2025 >>

(5) US-Umweltbehörde kippt Stichtage zum Verbot von Tierversuchen. Ärzte gegen Tierversuche, News vom 18.01.2024 >>

(6) Clinical development success rates 2011-2020. BIO, Informa, QLS Advisor 2021

(7) Gericke, C. Tierversuche an Affen, Ärzte gegen Tierversuche. 30.07.2025 >>

(8) Gericke, C. Affenhirnforschung – Großes Leid für Affen, kein Nutzen für Menschen. Ärzte gegen Tierversuche, 16.12.2024 >>

(9) Bundestagspetition: Tierversuche an Affen stoppen! >>

(10) Deutscher Bundestag: Öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses, 01.12.2025 >>
Livestreem >> https://www.bundestag.de/

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