openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Neue Studie zu Desinformation startet auf Bayerischem Infoportal

(openPR) In den sozialen Medien kursieren Katzenvideos und -bilder – ein endloser Strom an flauschigen Ablenkungen. Auf dem neuen Portal _GELOGEN?! Lass dich nicht manipulieren dient ein solcher vermeintlicher „Katzen-Feed“ als spielerisches, rein hypothetisches Beispiel, um typische Manipulationsmechanismen anschaulich zu erklären. In der Geschichte tauchen unauffällige Hashtags wie #KatzenUniversum oder #DerUnergründlicheBlick auf, zusammen mit angeblichen Hinweisen auf eine außerirdische Katzenspionage.

Diese Verschwörungstheorie ist frei erfunden. Doch gerade diese humorvolle Überzeichnung hilft Besucherinnen und Besuchern, nachzuvollziehen, wie Desinformation aufgebaut sein kann und warum sie manchmal überraschend überzeugend wirkt. Das Infoportal ist seit 5. November 2025 online.

Forschung im echten Informationsumfeld

In das Portal ist eine groß angelegte Studie eingebettet, die von Forschenden der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der Goethe-Universität Frankfurt und der Frankfurt School of Finance & Management durchgeführt wird. Federführend ist Alicia von Schenk, JMU-Juniorprofessorin für Angewandte Mikroökonomie, insbesondere Mensch-Maschine-Interaktion. In der Studie soll erhoben werden, wie Menschen Nachrichten und Informationen konsumieren und verarbeiten.

„Nachrichtenströme werden immer dichter, algorithmische Personalisierung immer präziser –dadurch können Fehlannahmen, Vorurteile und kognitive Verzerrungen schneller verstärkt werden als je zuvor“, erklärt Alicia von Schenk. Genau hier setzt der wissenschaftliche Ansatz hinter dem Portal an: nicht erst bei der einzelnen Falschmeldung, sondern vorher, bei den psychologischen und verhaltensökonomischen Mechanismen, die Menschen überhaupt anfällig für Desinformation machen.

Faktenchecks oder Warnlabels sind nicht per se unwirksam, aber die Evidenz ist uneinheitlich. Ihre Wirkung hängt von Weltbild, Ideologie, sowie Kontext und Art der Informationsdarstellung ab. Die Forschenden setzen daher am Menschen an, untersuchen also, wie Menschen Informationen konsumieren und verarbeiten. Um kausale Evidenz in einem authentischen Informationskontext zu gewinnen, findet die Feldstudie über eine real genutzte Plattform statt. „So können wir echte Entscheidungen beobachten, nicht nur Antworten auf hypothetische Szenarien. Uns ist wichtig, tatsächliches Verhalten empirisch zu quantifizieren und messbar zu machen“, betont von Schenk.

Anschaulich, interaktiv – und alltagsnah

Auf Besucherinnen und Besucher warten auf dem Portal anschauliche Erklärungen, von Videos über Beispiele aus sozialen Medien bis hin zu praxisnahen Tipps, wie man im persönlichen Umfeld auf Verschwörungserzählungen reagieren kann. Spielerische Elemente erleichtern den Zugang: So können Interessierte etwa den Spuren der vermeintlich außerirdischen Katzenverschwörung folgen, eine erfundene Kampagne hinter der Schneckenplage in deutschen Gärten aufdecken und dabei typische Verhaltensmuster erkennen.

Die Forschenden verstehen das Projekt als eine gesamtgesellschaftliche Studie: Wie können Informationen so gestaltet werden, dass Menschen nicht nur mehr wissen, sondern Inhalte reflektierter und robuster verarbeiten? Die Teilnahme an der Studie leistet damit einen realen empirischen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Dynamiken von Desinformation – und dazu, welche Faktoren Menschen frühzeitig schützen, bevor Fehlannahmen überhaupt entstehen. Dieser Ansatz soll langfristig dazu beitragen, die digitale Resilienz zu stärken und einen besseren Umgang mit Informationen in der Gesellschaft bewirken.

Teilnahme an der Studie

Die Studie läuft noch bis Ende Januar 2026; jede volljährige Person kann daran teilnehmen. Die Bearbeitung dauert etwa 20 Minuten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Vergütung in Form von Guthaben für Gutschein-Codes, die bei über 100 Online-Anbietern eingelöst werden können. Beim Besuch des Infoportals und nach Akzeptanz aller Cookies erscheint ein Banner zur Studienteilnahme; gelegentlich sollen zwei kurze interaktive Elemente angeschaut werden.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Alicia von Schenk, Juniorprofessur für Angewandte Mikroökonomie, insbesondere Mensch-Maschine-Interaktion, T. +49 931 31-86107, E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1297289
 788

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Neue Studie zu Desinformation startet auf Bayerischem Infoportal “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Julian Ferchow ist neuer Professor und Geschäftsführer am BIBA
Julian Ferchow ist neuer Professor und Geschäftsführer am BIBA
In der Forschung interessiert sich Ferchow für die Zukunft der Produktentwicklung und Produktion. Die Systeme, Prozesse, Organisationen und Netzwerke von Morgen arbeiten und entscheiden datenbasiert und lernend mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz (KI). So nutzen zum Beispiel KI-Tools Daten aus dem gesamten Produktlebenszyklus, um innovative Konstruktionsvarianten vorzuschlagen, die wirtschaftlich, ressourcen- und energieeffizient sowie auf Wiederverwendung ausgelegt sind. Ingenieurinnen und Ingenieure steuern diese Prozesse und bew…
Am Sonntag startet die Berlin Science Week
Am Sonntag startet die Berlin Science Week
Dr. Christian Rauch, Leiter der Berlin Science Week: „Einstein, Planck, Charpentier – und jetzt Hegemann. Die Nobelpreisgeschichte Berlins ist lang und zeigt: Die Berliner Wissenschaft forscht auf Weltniveau. Auf die Errungenschaften ihrer Forschungseinrichtungen können und sollten die Berlinerinnen und Berliner ebenso stolz sein wie auf die weltberühmte Kulturszene ihrer Stadt. Denn eine lebendige Wissenschaftsstadt entsteht im Austausch zwischen Forschenden und der Stadtgesellschaft, in der Neugier aufeinander und in der Freude am gemeinsam…

Das könnte Sie auch interessieren:

Qualitätsmedien stärken Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation
Qualitätsmedien stärken Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation
Die Schweizer Öffentlichkeit steht unter doppeltem Druck: Desinformation, also absichtlich verbreitete irreführende und falsche Informationen, wird von der Bevölkerung zunehmend als gesellschaftliches Problem wahrgenommen, während journalistische Medien an Reichweite, Publikumsbindung und wirtschaftlicher Basis verlieren. Das Jahrbuch Qualität der Medien …
Bild: Infoportal für Menschen mit QualitätsbewusstseinBild: Infoportal für Menschen mit Qualitätsbewusstsein
Infoportal für Menschen mit Qualitätsbewusstsein
… besser die Finger lassen sollte, hat jetzt die Möglichkeit, sich einfach und schnell im Produktinformationsportal von testqualitaet.de zu informieren. Im Infoportal www.testqualitaet.de/infoportal/index.html von testqualitaet.de erhalten Menschen, die sich vor dem Kauf eines Produktes informieren wollen, umfangreiche Informationen über verschiedene Produkte. …
Bild: Naturschutzverbände bezweifeln Aussagen des MLUR zur Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten
Naturschutzverbände bezweifeln Aussagen des MLUR zur Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten
… nachweisen sollen, dass von der Sprengung von Weltkriegsmunition keine Gefahr für die Meeresumwelt ausgehe. Die drei Verbände werfen dem MLUR vor, eine dreiste Desinformation der Öffentlichkeit zu betreiben. „Man gewinnt den Eindruck, im Landwirtschaftsministerium hat man die eigene Studie nicht verstanden“, erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der …
Behörden im Kampf gegen digitale Desinformation stärken
Behörden im Kampf gegen digitale Desinformation stärken
Wie können staatliche Institutionen und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS - Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) effektiver gegen Desinformation in digitalen Medien vorgehen? Mit dieser drängenden Frage beschäftigt sich das neu bewilligte Forschungsprojekt BOSNET (Behördenübergreifende Informationsbewertung und Austausch von …
Fake News entlarven – BOSNET soll Behörden im Kampf gegen digitale Desinformation stärken
Fake News entlarven – BOSNET soll Behörden im Kampf gegen digitale Desinformation stärken
Wie können staatliche Institutionen und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) effektiver gegen Desinformation in digitalen Medien vorgehen? Mit dieser drängenden Frage beschäftigt sich das neu bewilligte Forschungsprojekt „BOSNET – Behördenübergreifende Informationsbewertung und Austausch von Wissen im Umgang mit Desinformation“, das von dem Potsdamer …
Bild: Bedrohung durch Anti-Sekten-Organisationen und Desinformationskampagnen | Sicherheitsexperte Egon Cholakian
Bedrohung durch Anti-Sekten-Organisationen und Desinformationskampagnen | Sicherheitsexperte Egon Cholakian
Desinformation verstärkt Ängste und untergräbt Demokratien. Sicherheitsexperte Dr. Egon Cholakian warnt vor dieser Bedrohung durch gezielte irreführende Informationen durch Anti-Sekten-Organisationen. Heutzutage sind wir ständig von einer Vielzahl an Informationsquellen umgeben. Doch nicht alle sind verlässlich. Oft präsentieren Medien Informationen …
Bild: Hate Speech, DSA und Meinungsfreiheit in der EU: Warum ein US-Infoportal Fragen aufwirft
Hate Speech, DSA und Meinungsfreiheit in der EU: Warum ein US-Infoportal Fragen aufwirft
… Services Act verpflichtet große Plattformen dazu, problematische Inhalte schneller zu identifizieren und zu entfernen.Die politische Motivation dahinter ist klar: Hassrede, Desinformation und koordinierte Manipulation sollen eingedämmt werden. Gleichzeitig hat diese Regulierung eine intensive Debatte ausgelöst.Kritiker warnen vor zu weit gefassten Begriffen …
Sie lesen gerade: Neue Studie zu Desinformation startet auf Bayerischem Infoportal