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Sicher Radfahren auf der Landstraße: Test neuer Bodenmarkierungen

14.10.202512:35 UhrLogistik & Transport
Bild: Sicher Radfahren auf der Landstraße: Test neuer Bodenmarkierungen

(openPR) Um die Klimaziele des Europäischen Green Deals zu erreichen, muss der Verkehr seine Treibhausgasemissionen drastisch senken. Österreich hat sich sogar vorgenommen, bereits 2040 klimaneutral zu sein. Ein zentraler Baustein dabei: die Stärkung aktiver Mobilität und vor allem des Radverkehrs – auch auf Freilandstraßen, wo bisherige Standardlösungen wie baulich getrennte Radwege nicht immer umsetzbar sind.

„Wir brauchen neue Ansätze, um Lücken im Radwegenetz abseits der Städte zu schließen, wo die örtlichen Gegebenheiten keine baulich getrennten Fahrradwege ermöglichen. Mehrzweckstreifen mit schmaler Kernfahrbahn sind ein vielversprechendes Modell, das wir nun wissenschaftlich prüfen“, erklärt Sven Leitinger, Projektleiter des Forschungsprojekts MZSFreiland und Forscher bei Salzburg Research.

Mehrzweckstreifen mit schmaler Kernfahrbahn auf Freilandstraßen

Mehrzweckstreifen sind speziell markierte Teile der Fahrbahn, die in erster Linie für den Radverkehr vorgesehen sind, aber unter bestimmten Bedingungen auch von anderen Fahrzeugen genutzt werden dürfen. In Österreich ist der Einsatz von Mehrzweckstreifen mit einer schmalen Kernfahrbahn (< 4,5 Meter) bisher nur bis zu einer höchstzulässigen Geschwindigkeit von 30 km/h innerorts vorgesehen und auf Freilandstraßen derzeit nicht möglich.

In einem Verkehrsversuch mit drei Teststrecken im Burgenland, in Kärnten und in Vorarlberg wird der Einsatz von Mehrzweckstreifen auf Freilandstraßen nun geprüft. Ziel des Forschungsprojekts ist, den Einsatzbereich von Mehrzweckstreifen im Freiland klar zu definieren. Dabei soll untersucht werden, unter welchen Bedingungen diese Infrastrukturform sinnvoll und empfehlenswert ist und wo sie nicht eingesetzt werden sollte. Ebenso sollen Vor- und Nachteile für die Verkehrssicherheit, vor allem der Radfahrenden, und die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmenden analysiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in konkrete Handlungsempfehlungen für die Verkehrsplanung und in die Weiterentwicklung österreichischer Richtlinien ein.

„Unser Ziel ist es, eine evidenzbasierte Grundlage für Verkehrsplaner:innen zu schaffen, um Sonderlösungen umsetzen zu können. Damit können Radverkehrsanlagen künftig auch dort entstehen, wo bisher keine Lösungen möglich waren“, sagt Michael Szeiler von con.sens verkehrsplanung.

Wissenschaftliche Begleitung: Sensorik und Sozialforschung

Auf den Teststrecken werden modernste Messverfahren eingesetzt: Mit dem Forschungsfahrrad Holoscene Bike, ausgestattet mit LiDAR- und Videosensorik, dokumentiert Salzburg Research präzise Überholvorgänge zwischen Kfz und Radfahrenden. Ergänzend dazu erfassen Open Bike Sensoren zusätzliche Überholvorgänge und Seitenradare die Verkehrsstärken, Geschwindigkeiten und Fahrzeugtypen.
Neben den technischen Messungen werden auch sozialwissenschaftliche Methoden eingesetzt: Proband:innen befahren die Teststrecken und bewerten ihr Sicherheitsgefühl und ihre Erfahrungen. Zusätzlich werden Umfragen in den jeweiligen Regionen durchgeführt. „Uns interessiert nicht nur die objektive Sicherheit, sondern auch, wie sicher sich Radfahrende fühlen und wie die Akzeptanz in der Bevölkerung ausfällt“, betont Eva Aigner-Breuss vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

3 Teststrecken im Burgenland, in Kärnten und in Vorarlberg

Die Teststrecken befinden sich in Vorarlberg, in Kärnten sowie im Burgenland:

Im Burgenland wird auf der P456 Weppersdorfer Straße zwischen Weppersdorf und Lackenbach eine Lücke im Radnetz geschlossen. Auf einer Länge von 1,1 Kilometern entsteht ein beidseitiger Mehrzweckstreifen mit einer Breite von jeweils 1,80 Metern und einer schmalen Kernfahrbahn mit drei Metern Breite. Zu Beginn und am Ende der Strecke weisen rote Bodenmarkierungen sowie Infotafeln auf die geänderte Infrastruktur hin.

In Kärnten wird auf der L96 Wörthersee Südufer Straße ein besonders stark frequentierter Abschnitt für den Radverkehr adaptiert. Auf rund einem Kilometer zwischen Auen und Oberdellach werden beidseitige Mehrzweckstreifen mit einer Breite von je 1,50 Metern markiert, während die Kernfahrbahn rund drei Meter breit bleibt. Zusätzliche Markierungen und Verkehrsschilder warnen im Bereich eines Strandcafés vor Gefahren durch öffnende Pkw-Türen.

In Vorarlberg wird auf der L50 Montfortstraße zwischen der Ortstafel Götzis und St. Arbogast ein bergaufführender Streckenabschnitt untersucht. Weitere Details zur Teststrecke in Vorarlberg befinden sich noch in Abstimmung.

Alle Teststrecken wurden bzw. werden im September bzw. Oktober 2025 neu markiert. Nach einer Eingewöhnungszeit von mindestens einem Monat wird mit den Sensorik-Messungen, Befahrungen und Befragungen begonnen. Die Testphase dauert jeweils bis August 2026. Die Ergebnisse werden nach Projektende im Herbst 2026 veröffentlicht.

Über das Projekt MZSFreiland

Das Forschungsprojekt MZSFreiland untersucht erstmals in Österreich, ob sogenannte Mehrzweckstreifen mit schmaler Kernfahrbahn auch auf Freilandstraßen sinnvoll und sicher eingesetzt werden können, um einen Lückenschluss im Radnetz zu ermöglichen. Diese Infrastrukturform ist in Ländern wie den Niederlanden, Dänemark oder Frankreich bereits etabliert.

Getragen wird das Projekt von einem multidisziplinären Konsortium. Salzburg Research übernimmt die Projektkoordination sowie die Datenerhebung mittels Sensorik. Das Büro con.sens verkehrsplanung bringt seine Expertise in der Radverkehrsplanung und Richtlinienarbeit ein. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) führt sicherheitsrelevante Analysen durch und bringt langjährige Erfahrung aus der Verkehrssicherheitsforschung ein. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms Zero Emission Mobility plus 2024 durchgeführt.

Die Umsetzung der Pilotstrecken in den einzelnen Bundesländern erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung 5 – Baudirektion und der Mobilitätszentrale Burgenland, dem Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 7 - Wirtschaft, Tourismus und Mobilität und dem Amt der Vorarlberger Landesregierung, Abteilung Straßenbau (VIIb).

Weiterführende Informationen:

Link zur Online-Befragung (ab 23.10.2025 verfügbar): http://r.kfv.at/befragung-rad-mehrzweckstreifen (Kärnten und Burgenland)
Details zum Forschungsfahrrad Holoscene Bike zur Messung von Überholmanövern zwischen Radfahrenden und Kfz: https://www.salzburgresearch.at/tools-methods/forschungsfahrrad-holoscene-bike/
Mobilitäts-Förderungen des Klima- und Energiefonds: https://www.klimafonds.gv.at/themen/mobilitaet/

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Sven Leitinger, Projektleiter
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
+43 664 8142016 | E-Mail

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