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Blick in den Untergrund

11.07.202509:12 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Blick in den Untergrund

(openPR) Ob Wasser auf dem Mars, heiße Quellen in den Anden oder schmelzendes Eis in Grönland – geophysikalische Analysemethoden der TU Berlin liefern weltweit neue Einblicke. Die von Prof. Dr. Max Moorkamp, Leiter des Fachgebiets „Angewandte Geophysik“, eigens entwickelten sogenannten Inversionsverfahren machen verborgene Strukturen im Untergrund auf der Erde und fernen Planeten sichtbar. Ähnlich wie Ultraschall und Computertomographie in der Medizin können durch diese Verfahren Bilder von Regionen erstellt werden, die anderweitig nicht zugänglich sind. Für sein Verfahren kombiniert Moorkamp verschiedene geophysikalische Messmethoden in einer eigens entwickelten Software, neben Magnetfeld und Anziehungskraft, auch elektromagnetische Messungen.

Auf dem Mars: Spuren uralten Wassers entschlüsselt
In einer kürzlich veröffentlichten Studie, erschienen im „Journal of Geophysical Research: Planets“, nutzte ein Forschungsteam von der ETH Zürich unter Beteiligung von Prof. Moorkamp die von ihm entwickelte Methode, um Kraterstrukturen auf dem Mars zu analysieren. Dabei kombinierten sie Satellitenmessdaten vom Magnetfeld und der Anziehungskraft des Mars und passten die Software speziell an die Charakteristiken der Daten auf dem Planeten an. Die Ergebnisse zeigen: Zirkulierendes Wasser hat die Kraterlandschaft des Roten Planeten entscheidend geformt. Diese Erkenntnis liefert Hinweise darauf, wo und wie lange in der Vergangenheit Wasser auf dem Mars vorhanden war und wie lange er einst ein schützendes Magnetfeld – vergleichbar mit dem der Erde – besaß. Ähnliche Untersuchungen wollen die Forscher*innen in einem nächsten Schritt auf dem Mond durchführen.

In den Anden: Heiße Quellen verursachen Erdbeben
Auch auf der Erde kommen die Methoden von Prof. Dr. Max Moorkamp zum Einsatz. In den Anden untersuchte das Team in einer vulkanisch aktiven Region im Grenzgebiet zwischen Chile und Argentinien geothermale Fluide. Die zentrale Frage war, wie in diesem Falle heiße Flüssigkeiten Spannungen im Untergrund erzeugen, die sich dann in Erdbeben entladen können. Durch die Kombination lokaler seismischer Daten mit Bildern der Fluide im Untergrund gelang es, diesen Prozess genauer zu beleuchten und erstmals im Detail nachzuvollziehen. Die Ergebnisse wurden in „Earth and Planetary Science Letters“ veröffentlicht.

Auf Grönland: Tiefe Wärme beeinflusst das Eisschmelzen
In Grönland wiederum nutzten Forscher*innen der Universität Kiel und des British Antarctic Survey die TU-Verfahren, um den Wärmefluss aus dem Erdinneren zu erfassen. Durch den Klimawandel verursachte Temperaturschwankungen sind der Hauptfaktor der bestimmt, ob und wo das Eis schmilzt. Die Studie, veröffentlicht im „Journal of the Geological Society“, zeigt jedoch, dass auch geothermische Wärme lokale Schmelzprozesse beeinflussen kann – mit weiteren Folgen für den Anstieg des Meeresspiegels. So können recht kleine Temperaturschwankungen durch die Erdwärme das Eis gerade über die Schmelztemperatur bringen und so lokal das Abschmelzen beschleunigen.

Offener Code für die Wissenschaft
„In allen drei Fällen haben unsere Methoden einen wichtigen Baustein geliefert“, sagt Prof. Dr. Max Moorkamp. „Wir entwickeln sie stetig weiter, um sie zum Beispiel auch bei der Erkundung kritischer Minerale für die Energiewende und in der Geothermie einzusetzen.“ Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei die Offenheit der Wissenschaft: Der dem Analyseverfahren zugrundeliegende Computercode ist für alle frei zugänglich. „Das ermöglicht Forscher*innen weltweit, unsere Entwicklungen zu nutzen und neue Anwendungsfelder zu eschließen. Eine klassische Win-win-Situation“, betont Moorkamp, der sich auch als Open Science Ambassador der Berlin University Alliance engagiert.

Weiterführende Links zu den Studien:
• Mars-Studie:
• Anden-Studie:
• Grönland-Studie:
• Computercode:

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Prof. Dr. Max Moorkamp
Technische Universität Berlin
Fachgebietsleiter Angewandte Geophysik
Fakultät VI Planen Bauen Umwelt
E-Mail:

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