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Seine Elemente: Feuer und Wasser

30.03.200710:35 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Seine Elemente: Feuer und Wasser
Dipl.-Physiker Wilfried Unrath entwickelt für die AWG Max Widenmann KG im schwäbischen Giengen Feuerwehrarmaturen.
Dipl.-Physiker Wilfried Unrath entwickelt für die AWG Max Widenmann KG im schwäbischen Giengen Feuerwehrarmaturen.

(openPR) Wilfried Unrath entwickelt Strahlrohre für die Feuerwehren

30. März 2007 - Giengen. „Wasser marsch!“ heißt es noch heute. Früher legten die Feuerwehrleute den Hebel um, und dann spritzten sie Wasser auf die Flammen, was das Zeug hielt. Das war gestern. Immense Wasserschäden inklusive. Heute benutzen moderne Wehren „Turbo Twist“. Sie wechseln in Sekundenschnelle die Düse. Ein Griff nur, um dann mit höchster Präzision zu löschen. Die geometrischen Öffnungen am „Twist“ oder auch an anderen Strahlrohren sind oft auf Hunderstelmillimeter genau berechnet und gefertigt. Das Wasser kommt genau so aus der Düse, wie es die Feuerwehr gern hätte. Damit das Feuer schnell und gut gelöscht wird. Intensiv darüber nachgedacht hat Wilfried Unrath. Der diplomierte Physiker entwickelt für das Unternehmen AWG Max Widenmann KG im schwäbischen Giengen Strahlrohre und andere Wasser führende Armaturen für die Feuerwehren.



Feuerwehrmann ist er selber nicht. Dafür weiß er wohl mehr als kaum ein anderer, was die Feuerwehr bei ihren Einsätzen braucht. „Das Umdenken“, so erinnert er sich, „hat Mitte der 90er Jahre eingesetzt.“ Vorher wurde noch mit Brachialgewalt gelöscht. So viel Wasser drauf wie möglich. Am Ende waren die Wasserschäden größer als die Brandschäden. Aber das Feuer war aus.

„Diese Zeiten sind vorbei“, erklärt Wilfried Unrath. Heute sei es immer wichtiger, so effektiv und effizient wie möglich Brände zu bekämpfen. Und das sei eigentlich ganz einfach, beschreibt er weiter. „Es geht darum, so feine Tröpfchen wie möglich so weit wie möglich zu befördern“. Aha!

Was sich bei ihm so einfach anhört, sind Ergebnisse von zahlreichen Untersuchungen, Forschungen und vor allem: Erfahrungen der Feuerwehren. Die braucht Unrath schon, denn sonst kann er nicht für sie entwickeln. „Manchmal ist es nur ein Nebensatz, der mich auf eine Idee bringt“, weiß er aus der Erfahrung zu berichten. Was der Diplom-Physiker dann entwickelt, kann sich heute durchaus als High-Tech Made in Germany bezeichnen lassen.

Und dann geht es ins Detail. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Tröpfchengrößen von 0,25 bis 0,4 Millimeter haben sich zumeist in der Praxis bewährt“, berichtet er. Zugeführtes Wasser in größeren Mengen und in zu feinen Tropfen bringt auch immer die Gefahr der Verbrühung des Feuerwehrmannes mit sich. Erst recht, wenn zu schnell und zu heftig Wasser zugeführt wird. Also lieber kleiner und feiner. Und Unrath weiß wie. Er kennt sich aus mit allen Strahlrohren, mit Zumischern, mit Kupplungen und den Belastungen im Einsatz, die die Armaturen aushalten müssen. Heute werden mehr als 50 Prozent aller Brände mit Zusatzstoffen gelöscht. Meist mit Schaummitteln (Tenside wie beim Spüli), die die Oberflächenspannung des Wassers reduzieren. „Das Wasser läuft viel feiner in die Ritzen, kühlt besser, löscht besser.“ Also: Es wird effektiver und sicherer gelöscht.

Den Feuerwehren sei Dank weiß Wilfried Unrath heute sehr genau die Unterschiede der Brände: Flüssigkeiten brennen anders als Festkörper, chemische Stoffe ganz anders als Metalle oder feste Kunststoffe. Und Unrath tüftelt dann.

Obgleich der Begriff nicht mehr stimmt, denn mehr denn je schöpft er aus Erfahrungen, kann Messreihen von vorhergehenden Entwicklungen aus seiner Datenbank abrufen. „Prototypen, die lange ausprobiert werden müssen, gibt es kaum noch.“ Das meiste geht so schnell wie möglich in die Serienfertigung. „Manchmal schon nach etwas mehr als zwei Wochen“, erzählt er und grinst. Das musste damals schnell gehen. Und ging es auch. Auch Dank dem 3D-CAD-System, das Unratz für seine Entwicklung nutzt.

Der verheiratete Diplom-Physiker, 44 Jahre alt, Vater von zwei Kindern, hat in seinen Studienjahren eifrig Tanzmusik gemacht. Am Schlagzeug. Daher kennt er auch den schnellen Rhythmus. Und der gilt heute auch bei den Neuentwicklungen. Was Unrath denkt und entwickelt, muss ohne Schwierigkeiten produziert werden können. Möglichst schnell und unkompliziert. Heute macht es die Technik möglich, denn bei der mittelständischen AWG Max Widenmann KG auf der schwäbischen Ostalb ist kein Geld zu verschenken. Der Markt ist hier genauso hart wie überall sonst.

Fast 20.000 Einzelteile verwendet allein die AWG Max Widenmann KG für ihre umfangreiche Angebotspalette an Armaturen und Zubehör. Und das wird längst nicht mehr nur von Feuerwehren genutzt. Computergesteuerte CNC-Maschinen fräsen, bohren und drehen die im eigenen Werk gegossenen Metallteile, die dann mit weiteren Komponenten weiter verarbeitet werden. Mittlerweile produziert das Unternehmen mit etwa 250 Mitarbeitern auch Zubehör für die Holzpellets-Industrie. Die kleinen Holzpresslinge für die moderne Heizung werden nämlich mit Druck in den Keller geblasen. Dafür braucht es Schläuche, Kupplungen und Stutzen.

Das Unternehmen ist europäischer Marktführer in Sachen Armaturen für die Feuerwehr. Trotz aller europäischen Harmonisierung gelten nahezu überall andere Standards. Auch in den anderen Kontinenten, wo die AWG Max Widenmann KG mittlerweile präsent ist. Wilfried Unrath vertritt sein Unternehmen in den Fachgruppen und Ausschüssen, wenn es um Standards wie Europa - und DIN-Normen geht. „Regelmäßig forcieren wir Normänderungen“, erzählt der Chef-Entwickler. Etwa wie kürzlich beim sogenannten Sammelstück A-BBB. Da haben sie dann ein Musterstück entwickelt, vorgestellt, prüfen lassen. Jetzt stellt sich eine große Nachfrage ein.

Es scheint, als würde Wilfried Unrath den Austausch unter Experten schätzen. In den Runden trifft er die anderen Feuerwehr-Fachleute, die zuweilen einen Nebensatz fallen lassen, der Unrath wiederum denken lässt. Ohnehin denkt er nicht immer nur an die Feuerwehren. Und berichtet von der Idee, die Armaturen und andere Zubehörteile aus Aluminium mit einem anderen Metall zu beschichten. Das Ergebnis: trinkwassertauglich. Jetzt auch amtlich bestätigt. Den Herstellern von Edelstahlarmaturen treibe es wohl den Schweiß auf die Stirn, berichtet Unrath, Und man erkennt nur mit Mühe ein leichtes Schmunzeln. Mehr erlaubt er sich nicht. Ideen hat er noch mehr.

Gemeinsam mit seinem Entwickler-Kollegen schiebt jeder permanent etwa 30 bis 40 Projekte vor sich her. Manchmal nur ein Detail für die Optimierung. Manchmal eine ganz neue Idee. „Das gibt es noch gar nicht....“, setzt er an, und verstummt. Kein Wort mehr. Noch nicht. Und über die Zahl der angemeldeten Patente spricht er gar nicht. Wo man doch weiß, dass die Zahl der Tüftler in Baden-Württemberg schon immer an der Spitze in Deutschland steht. Doch, Ideen hat er also noch genug. Wenn der Markt das will, wenn sie sich wirtschaftlich herstellen lassen. Unrath macht mit. Und die AWG Max Widenmann KG auch. Da zeigt sich die Flexibilität der schwäbischen Mittelständler so richtig.

Wer nun glaubt, dass das alles robuste Feuerwehrtechnik sei, die einfach nur „unkaputtbar“ sein muss, der irrt. Wilfried Unrath entlockt es ein nun sehr viel deutlicheres Schmunzeln. „Doch“, gibt er freimütig zu, „mittlerweile ist auch das Design sehr wichtig“. Und gesteht zudem, auch schon mal einen Schnörkel eingeplant zu haben, der funktional eigentlich nicht hätte sein müssen. „Letztlich geht es auch darum, den technischen Standard optisch darzustellen“. Und den Feuerwehrleuten geht es mehr und mehr darum, einen Bezug zu den Geräten herzustellen, die sie bei ihrer wichtigen Arbeit benötigen. Also fragt Wilfried Unrath beharrlich nach. Etwa bei Schulungen, die die Wehrleute mit den neu entwickelten Geräten absolvieren. Nicht alles, was da so geäußert wird, ist zu verwenden. Aber jede noch so kleine Kleinigkeit kann wichtig sein, die Armatur dann doch noch ein wenig mehr zu verbessern. Dafür macht er seine Arbeit. Das macht ihm Spaß. Und das sieht man ihm an.

AWG Max Widenmann KG
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Technologie für Feuerwehren

AWG Max Widenmann KG produziert hochwertige Armaturen

Giengen. Feuerwehren wissen um die Qualität, die aus Giengen kommt. Seit mehr als 100 Jahren bietet die AWG Max Widenmann KG hochwertige Feuerwehrarmaturen für nahezu jeden Einsatzzweck. Von Strahlrohren und sogenannten Löschkanonen bis hin zu Kupplungen und anderen wasserführenden Armaturen schätzen die Wehren in fast allen Ländern der Welt die außerordentlich hochwertigen Produkte von der schwäbischen Ostalb. Dabei ist das Unternehmen über die Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen, behauptet nunmehr als Komplettanbieter im mobilen Brandschutz die Marktführerschaft in Europa, und liefert auf alle Kontinente der Erde. Im Jahr 2006 wurde ein konsolidierter Umsatz von 35,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Gezielt hat die Max Widenmann KG schon in den vergangenen Jahren Unternehmen zugekauft, die das Angebots-Portfolio sinnvoll ergänzen. Zur Unternehmensgruppe gehört heute die Albach GmbH & Co. KG, Hersteller von Löschkanonen und Monitoren in Frankfurt. Darüber hinaus sieht das Unternehmen derzeit auch Chancen in den USA. Die AWG Fittings LLC mit Sitz in South Walpole, Massachusets. bearbeitet derzeit mit vier Mitarbeitern den amerikanischen Markt.

Wesentliche Grundlage der hohen Qualität ist die lange Erfahrung der Max Widenmann KG nicht nur in der Gusstechnik, sondern auch in der Konstruktion. Zahlreiche moderne CNC-Maschinen bearbeiten in kürzester Zeit die Gussteile weiter zu komplexen Armaturen, die insbesondere von den Feuerwehren genutzt werden. In vielen Jahrzehnten hat sich das Unternehmen dabei einen sehr guten Ruf in dieser Technologie erarbeitet.

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