(openPR) Im Naturpark Dübener Heide (Sachsen und Sachsen-Anhalt) sind ab diesem Frühjahr erstmals typische Wildtierarten wie Biber, Kraniche, Fischadler sowie Rot-, Reh- und Schwarzwild in ihren natürlichen Lebensräumen erlebbar. Möglich macht dies das EU-Programm „Erlebnis Wildtier“, das den Naturpark Dübener Heide langfristig als nationale Modellregion für das Erlebnis frei lebender Wildtiere etabliert und heute (28. März, ab 10 Uhr) in Schlaitz (Landkreis Bitterfeld) präsentiert wurde. Das Projekt ist bundesweit einmalig. An zehn Beobachtungspunkten in den Kreisen Bitterfeld, Delitzsch, Torgau-Oschatz und Wittenberg im Gebiet der Dübener Heide können Besucher fortan in die Welt der Wildtiere eintauchen, ohne sie in ihrer natürlichen Lebensweise und Umgebung zu stören.
Wildtierexperten des Vereins für Arten-, Umwelt- und Naturschutz e.V. (VAUNA e.V.) in Oberammergau haben das Wildtierprogramm im Auftrag des Vereins Dübener Heide e.V. als Naturparkträgerverein entwickelt. Die Europäische Union hat das 110.000 Euro umfassende Projekt mit finanziellen Mitteln (zirka 80 Prozent) aus dem Programm LEADER+ unterstützt. Ergänzt werden die Beobachtungspunkte durch Erlebnispfade mit Schautafeln, z.B. am Eisenhammer und Fliethbach.
„Wir stellten in den vergangenen Jahren ein wachsendes Besucherinteresse an Beobachtungsmöglichkeiten von Wildtieren fest“, sagt Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide e.V. „Mit dem Wildtiererlebnisprogramm haben wir einerseits eine neue touristische Attraktion geschaffen, die vor allem den Tages- und Wochenendtourismus ankurbeln soll und andererseits eine abgestimmte Besucherlenkung herbeigeführt, die wiederum die Tiere vor einer touristischen Überlastung schützt.“ Das Programm wird außerdem die nachhaltige Entwicklung des Naturparks in vielen Bereichen fördern. So werden für die Gastronomie neue Gästegruppen erschlossen. Die Land- und Forstwirtschaft profitiert, weil es dazu beiträgt, Konflikte zwischen Mensch und Tier (Beispiel Biber und Wildschwein kontra Landwirt) zu entschärfen. Nicht zuletzt können die gerade ausgebildeten Natur- und Landschaftsführer im Bereich Wildtiererlebnis neue Angebotspakete für ihre Wanderungen schnüren. Geplant ist außerdem, die Stelle eines Wildtierbetreuers zu schaffen, der unter anderem bei Konflikten mit Wildtieren vermittelt, die touristischen Beobachtungspunkte instand hält und überwacht, Aufgaben im Bereich Natur- und Umweltbildung übernimmt und bei Forschungsarbeiten und der Dokumentation der Flora und Fauna mitwirkt.










