openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Wie häufig Fake-Profilbilder auf Twitter sind

(openPR) Das Team stellte die Arbeit am 1. Oktober 2024 in Padua auf dem 27th International Symposium on Research in Attacks, Intrusions and Defenses (RAID) vor.

Die Forschenden der Ruhr-Universität Bochum kooperierten für die Arbeit mit Kollegen des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit CISPA in Saarbrücken und des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften GESIS in Köln. Die Arbeiten fanden im Rahmen des Exzellenzclusters Cybersecurity in the Age of Large-Scale Adversaries, kurz CASA, statt.

Tausende von Accounts mit Fake-Profilbildern

„Mithilfe von KI kann man heutzutage täuschend echt aussehende Bilder erzeugen, die in den Sozialen Medien dafür missbraucht werden können, um scheinbar reale Accounts zu erstellen“, erklärt Jonas Ricker. Wie verbreitet solche KI-generierten Profilbilder sind, ist bislang kaum untersucht. Die Forschenden trainierten eine Künstliche Intelligenz darauf, reale von KI-generierten Bildern unterscheiden zu können. Mit diesem Modell analysierten sie automatisiert die Profilbilder von rund 15 Millionen Twitter-Accounts. Die Daten dafür stammten aus März 2023. Alle Accounts, die kein Porträtbild als Avatar nutzten, schlossen die Forschenden aus ihrem Datensatz aus. Etwa 43 Prozent aller Accounts verblieben in der Analyse. 7.723 davon klassifizierte das Modell als KI-generiert. Die Ergebnisse überprüften die Forschenden stichprobenartig auch manuell.

Im nächsten Schritt schaute sich das Team an, wie sich Accounts mit KI-generierten Bildern im Vergleich zu Accounts mit realen Personenbildern auf der Plattform verhielten. Fake-Bild-Accounts hatten im Durchschnitt weniger Follower*innen und folgten auch selbst weniger anderen Accounts. „Auffällig war auch, dass über die Hälfte der Fake-Bild-Accounts erst 2023 erstellt worden ist, teils wurden hunderte Accounts in einigen Stunden aufgesetzt – ein Hinweis, dass es sich nicht um echte Nutzerinnen oder Nutzer handelt“, folgert Jonas Ricker. Neun Monate nach der ersten Datensammlung schauten die Forschenden, ob die Fake-Bild-Accounts und eine gleiche Anzahl von Echt-Bild-Accounts noch aktiv waren und stellten fest, dass über die Hälfte der Fake-Bild-Accounts zu diesem Zeitpunkt von Twitter gesperrt worden war. „Ein weiteres Indiz, dass es sich um Accounts handelt, die unlauter agiert haben“, so Ricker.

Desinformation und politische Propaganda

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten darüber hinaus die Inhalte, mit denen die Fake-Bild-Accounts auf Twitter in Erscheinung traten. Dabei zeigten sich einige wiederkehrende Themen, etwa Politik – häufig mit Trump-Bezug –, Covid-19 und Impfungen, der Ukraine-Krieg, Verlosungen oder Finanzen inklusive Kryptowährungen. „Wir können nur mutmaßen, was dahintersteckt“, sagt Jonas Ricker. „Aber es ist davon auszugehen, dass einige Accounts erstellt wurden, um gezielt Desinformationen oder politische Propaganda zu verbreiten.“

In Zukunft will das Team weiter an der automatisierten Erkennung von Fake-Bildern arbeiten, auch von solchen, die mit neueren KI-Modellen erzeugt werden. In der vorliegenden Studie beschränkten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf das Modell „StyleGAN 2“, das der Webseite thispersondoesnotexist.com zugrunde liegt. Mit dieser können unechte Personenbilder mit einem Klick generiert werden. „Wir nehmen an, dass diese Seite oft für das Erzeugen von KI-generierten Profilbildern genutzt wird“, so Ricker. „Denn solche KI-generierten Bilder sind schlechter zurückzuverfolgen, als wenn sich jemand an einem echten Bild einer fremden Person für sein Profil bedient.“

Förderung

Die Arbeiten wurden unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Exzellenzstrategie (EXC 2092 CASA – 390781972), vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Grants UbiTrans (16KIS1900), von der Leibniz Association Competition (P101/2020) sowie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Jonas Ricker
Lehrstuhl für Maschinelles Lernen
Fakultät für Informatik
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 22797
E-Mail: E-Mail

Originalpublikation:
Jonas Ricker, Dennis Assenmacher, Thorsten Holz, Asja Fischer, Erwin Quiring: AI-Generated Faces in the Real World: A Large-Scale Case Study of Twitter Profile Images, 27th International Symposium on Research in Attacks, Intrusions and Defenses (RAID), Padua, Italy, 2024, Paper Download: https://dl.acm.org/doi/10.1145/3678890.3678922

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1271269
 495

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Wie häufig Fake-Profilbilder auf Twitter sind“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Am Sonntag startet die Berlin Science Week
Am Sonntag startet die Berlin Science Week
Dr. Christian Rauch, Leiter der Berlin Science Week: „Einstein, Planck, Charpentier – und jetzt Hegemann. Die Nobelpreisgeschichte Berlins ist lang und zeigt: Die Berliner Wissenschaft forscht auf Weltniveau. Auf die Errungenschaften ihrer Forschungseinrichtungen können und sollten die Berlinerinnen und Berliner ebenso stolz sein wie auf die weltberühmte Kulturszene ihrer Stadt. Denn eine lebendige Wissenschaftsstadt entsteht im Austausch zwischen Forschenden und der Stadtgesellschaft, in der Neugier aufeinander und in der Freude am gemeinsam…
Bild: Experten empfehlen Optimierungen für Pelletöfen und Holzpellets
Experten empfehlen Optimierungen für Pelletöfen und Holzpellets
Brennkammeraufbau, Schneckenförderung, Luftstromkanalisierung – Pelletöfen werden mit teils großen Unterschieden zum Verkauf angeboten. Um die emissionsärmste Bauweise für Pelletöfen herauszufinden, testeten die Wissenschaftler vier repräsentative Geräte aus dem Handel. Darüber hinaus ein weiteres, das gemeinsam mit Olsberg und BIOS eigens für die Untersuchung entwickelt wurde. Es wurde so gebaut, dass seine Emissionen im Betrieb weit unter den aktuellen Grenzwerten liegen. Die Pelletöfen wiesen in den Praxistests deutlich niedrigere Kohlens…
29.10.2026
14:52

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Das Wichtigste zuerst - Meldungen schreiben in Zeiten von Twitter, Fake News und Roboter-JournalismusBild: Das Wichtigste zuerst - Meldungen schreiben in Zeiten von Twitter, Fake News und Roboter-Journalismus
Das Wichtigste zuerst - Meldungen schreiben in Zeiten von Twitter, Fake News und Roboter-Journalismus
… kritisch den tiefgreifenden Umbruch der Medien in den vergangenen Jahren. Dabei zeigt er, wo, wie und warum die Meldung in einer Informationsgesellschaft zwischen Twitter, Fake News und Roboter-Journalismus auch in Zukunft Bestand haben wird. Die Daten zum Buch: Titel: Das Wichtigste zuerst Untertitel: Meldungen schreiben in Zeiten von Twitter, Fake …
Michael Oehme: „Fake News“ – das (Un-) Wort 2017
Michael Oehme: „Fake News“ – das (Un-) Wort 2017
… die Leitmedien des Landes wie CNN. „Interessant ist, dass Trump sich von etablierten Medien abwendet und seine politischen Botschaften lieber über soziale Netzwerke, mit Vorliebe Twitter, verkündet“, so Oehme. „Besonders prekär war sein Post im Februar, es hätten einen von Muslimen ausgeübten gewalttätigen Abend in Schweden gegeben. Der Tweet ging innerhalb …
Bild: Kommunikationsexperte Michael Oehme: Wie Fake News der PR-Branche schadenBild: Kommunikationsexperte Michael Oehme: Wie Fake News der PR-Branche schaden
Kommunikationsexperte Michael Oehme: Wie Fake News der PR-Branche schaden
… zuvor in vieler Munde. „Leider sind diese Falschnachrichten mittlerweile ein fester Bestandteil des Internets und insbesondere in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter stark verbreitet“, so Kommunikationsexperte Michael Oehme. „Dies hat schon oft dazu geführt, dass Fake News politische und auch andere Geschehnisse fälschlicherweise begleiten …
Soziale Medien: Wichtig, aber nicht glaubwürdig
Soziale Medien: Wichtig, aber nicht glaubwürdig
Als Informationslieferanten liegen Facebook, Twitter & Co. ganz klar vor Zeitung, Fernsehen und Radio. Das geht aus einer Online-Umfrage hervor, für die Forschende der FOM Hochschule über 2.500 zukünftige Fach- und Führungskräfte befragten. --- „Das Paradoxe daran: Wenn es um die Glaubwürdigkeit der Informationen geht, bilden die sozialen Medien …
Bild: Bettbeziehung.de: Fakeprofile auf Anhieb erkennen - So schützen Sie sich
Bettbeziehung.de: Fakeprofile auf Anhieb erkennen - So schützen Sie sich
Auf Bettbeziehung.de haben Fake-User keine Chance Im Zeitalter des Online-Datings ist es keine Seltenheit, auf Plattformen wie Bettbeziehung.de zu stoßen, die das Versprechen schneller und unkomplizierter Kontakte anbieten. Mit steigender Beliebtheit solcher Seiten wird das Thema der Authentizität von Profilen immer bedeutsamer. Nutzer sind häufig mit der Herausforderung konfrontiert, echte von gefälschten Profilen unterscheiden zu müssen. Bedenken in Bezug auf Betrug und Täuschung machen deutlich, wie wichtig es ist, Merkmale zu erkennen, …
Bild: Fake-IT-Mitarbeiter aus Nordkorea: Validato-Experte erklärt CIOs die Warnsignale bei CIO.de
Fake-IT-Mitarbeiter aus Nordkorea: Validato-Experte erklärt CIOs die Warnsignale bei CIO.de
Reto Marti, Managing Partner von Validato, zeigt in einem Fachbeitrag bei CIO.de, wie CIOs, HR, IT und Security gefälschte IT-Fachkräfte erkennen, die nordkoreanische Netzwerke in Unternehmen einschleusen. Nordkoreanische Netzwerke schleusen seit Jahren IT-Fachkräfte mit falschen, gestohlenen oder geliehenen Identitäten in westliche Unternehmen ein – meist als Remote-Freelancer für Softwareentwicklung, Datenbanken, Cloud-Administration oder App-Projekte. Wie CIOs, HR- und Security-Verantwortliche diesen Betrug erkennen, erklärt Reto Marti, M…
Bild: Take off für internes Social Network der Star AllianceBild: Take off für internes Social Network der Star Alliance
Take off für internes Social Network der Star Alliance
persönlicheren Einblick in das Leben und die Reisen der Mitarbeiter. In den Gruppen können sich die Teilnehmer über aktuelle Themen austauschen. In den nächsten Monaten steht der weitere Ausbau von Connects an. Dazu kommen werden unter anderem eine Chatfunktion, File-Sharing und die Integration von Twitter.
Bild: Lügen verbreiten sich schneller als die WahrheitBild: Lügen verbreiten sich schneller als die Wahrheit
Lügen verbreiten sich schneller als die Wahrheit
… Falschmeldungen (Fake News) hat Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) motiviert diese zu analysieren. In Kooperation mit der Kurznachrichten-Dienst Twitter wurden alle Tweets seit dem Jahr 2006 untersucht. Das Ergebnis: • Falsche Nachrichten erreichen weitaus mehr Menschen als wahrheitsgetreue. Während sachlich gehaltene wahrheitsgetreue …
Projektron BCS 7.16: Neue Version mit Profilbildern für die Projektarbeit
Projektron BCS 7.16: Neue Version mit Profilbildern für die Projektarbeit
Profilbilder verleihen ihren Akteuren in sozialen Netzwerken schon lange Persönlichkeit. Noch persönlicher wird nun auch die Kommunikation im softwaregestützten Projektmanagement. Die neue Version der webbasierten Projektmanagement-Software Projektron BCS 7.16 ermöglicht Projektmanagern und Teammitgliedern ihrer Arbeit ein Gesicht zu geben. Mit wenigen Klicks lassen sich die Profilbilder in den persönlichen Stammdaten der Mitarbeiter hinterlegen. Gibt es zu einem Mitarbeiter kein Profilbild, generiert Projektron BCS 7.16 automatisch einen Pl…
Bild: Mit Sicherheit zum Wunschpartner - Online-Kontaktbörse Flirty.com steht für Transparenz und OffenheitBild: Mit Sicherheit zum Wunschpartner - Online-Kontaktbörse Flirty.com steht für Transparenz und Offenheit
Mit Sicherheit zum Wunschpartner - Online-Kontaktbörse Flirty.com steht für Transparenz und Offenheit
Stockern/Hamburg im Dezember 2007. Seit Dezember 2006 bietet Flirty.com Singles die ideale Plattform zum Chatten, Spaß haben und Flirten. Mehr als 100.000 Frauen und Männer meldeten sich bereits kostenlos an, um einander näherzukommen und sich auszutauschen. Der wachsende Erfolg basiert unter anderem auf dem einzigartigen Fake Check, der eingetragene Profile Echtheitsprüfungen unterzieht und jeden Schwindler aufdeckt. Außerdem wartet auf die User eine Fülle kostenloser Features, die eine dynamische und einfache Kontaktaufnahme ermöglichen. Pr…
Sie lesen gerade: Wie häufig Fake-Profilbilder auf Twitter sind