(openPR) Die Welt durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Wandel, der oft als Übergang von der Informationsgesellschaft zur Wissensgesellschaft bezeichnet wird. Dieser Wandel, geprägt durch technologische Fortschritte, veränderte soziale Dynamiken und den zunehmenden Einsatz von Cloud-Systemen, hat tiefgreifende Auswirkungen auf den Umgang mit Wissen, die Verarbeitung von Informationen und insbesondere auf den Schutz personenbezogener Daten. Dieser Beitrag befasst sich eingehend mit diesem Übergang und den damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen und Besitzer personenbezogener Daten.
Cloud-Systeme bieten im Übergang zur Wissensgesellschaft einige Vorteile, darunter die sofortige Verfügbarkeit von Informationen und Ressourcen, die Skalierbarkeit und die Förderung globaler Zusammenarbeit. Sie ermöglichen es, Wissen effizienter zu teilen und zu verarbeiten, unabhängig von geografischen Standorten. Dies trägt zur Demokratisierung des Wissens bei und erleichtert die Entwicklung innovativer Lösungen durch den Zugang zu großen Datenmengen und fortschrittlichen Analysewerkzeugen, die von Cloud-Anbietern bereitgestellt werden.
Allerdings gibt es auch erhebliche Nachteile. Die Abhängigkeit von Cloud-Diensten birgt das Risiko, dass Unternehmen und Einzelpersonen ihre Datenhoheit verlieren, da die Daten auf Servern Dritter liegen, die sich in unterschiedlichen Rechtsräumen befinden können. Diese Abhängigkeit erhöht die Sorge um Datenschutz und Datensicherheit, insbesondere angesichts potenzieller Datenlecks und Cyberangriffe. Zudem besteht das Risiko von Anbieterabhängigkeit (Vendor Lock-In), da der Wechsel zu einem anderen Anbieter kompliziert und kostspielig sein kann. In der Wissensgesellschaft, in der Daten einen hohen Wert besitzen, kann der Verlust der Kontrolle über diese Daten schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn sensible Informationen wie personenbezogene Daten betroffen sind.
Von der Informations- zur Wissensgesellschaft
Der Begriff "Informationsgesellschaft" beschreibt eine Gesellschaft, die durch den breiten Zugang zu Informationen geprägt ist. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ermöglichen es, große Mengen an Daten zu erfassen, zu speichern und zu verteilen. In der Informationsgesellschaft ist der Wert der Information an sich gestiegen; Wissen war jedoch oft noch ein Rohstoff, den es zu verarbeiten galt.
Der Übergang zur Wissensgesellschaft markiert eine Verlagerung des Fokus von der bloßen Verfügbarkeit von Informationen hin zur zielgerichteten Nutzung dieser Informationen zur Schaffung von Mehrwert. Wissen entsteht, wenn Informationen kontextualisiert, analysiert und in einen produktiven Rahmen gebracht werden. In der Wissensgesellschaft liegt der Schwerpunkt darauf, vorhandene Daten in nutzbare Erkenntnisse zu verwandeln, die zur Innovation und zur Lösung komplexer Probleme beitragen.
Ein wichtiges Merkmal dieser Entwicklung ist die Entstehung neuer, kollaborativer Ansätze zur Wissensgenerierung. Plattformen wie Wikipedia, Open-Source-Communities und wissenschaftliche Netzwerke ermöglichen die gemeinsame Erstellung und Verbreitung von Wissen auf einer globalen Ebene. Die Möglichkeit, Wissen kollektiv zu schaffen und nutzbar zu machen, führt zu einer Demokratisierung des Wissens, bietet jedoch auch Herausforderungen in Bezug auf die Qualität und Validität der erzeugten Inhalte.
Zunehmende Abhängigkeit von Cloud-Systemen
Parallel zur Entwicklung der Wissensgesellschaft wächst die Abhängigkeit von Cloud-Technologien. Die Cloud, die als Speicherort und Verarbeitungsplattform für Daten und Anwendungen dient, hat die Art und Weise, wie Unternehmen und Einzelpersonen Informationen nutzen, drastisch verändert. Die Vorteile der Cloud sind vielfältig: Sie bietet Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz. Unternehmen können Ressourcen bedarfsgerecht nutzen, anstatt in eigene Hardware zu investieren. Daten sind von überall auf der Welt zugänglich, was die Zusammenarbeit erheblich erleichtert.
Die Cloud hat jedoch auch zur Folge, dass die Kontrolle über Daten teilweise an Dritte abgegeben wird. Die Speicherung von Daten in der Cloud bedeutet oft, dass sensible Informationen, einschließlich personenbezogener Daten, auf Servern liegen, die sich in unterschiedlichen Teilen der Welt befinden können. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf Datenschutz und Datensicherheit.
Für viele Unternehmen, insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe, ist die Nutzung von Cloud-Diensten verlockend, da die Wartung und Sicherheit der Daten von spezialisierten Anbietern übernommen wird. Jedoch stellt dies auch eine neue Art der Abhängigkeit dar, da Unternehmen auf die Zuverlässigkeit und Sicherheitsmaßnahmen der Cloud-Anbieter angewiesen sind. In einem Fachartikel fassen wir die Vorteile und Nachteile von Cloudsystemen zusammen und erläutern, warum die Hoheit über die eigenen Daten immer wichtiger wird.
Auswirkungen auf den Datenschutz: Herausforderungen und Verantwortung
Die zunehmende Nutzung von Cloud-Systemen führt zu einer Verschärfung der rechtlichen und ethischen Herausforderungen im Umgang mit personenbezogenen Daten. Inhaber solcher Daten, wie beispielsweise Unternehmen, die Kundendaten verarbeiten, stehen vor der Aufgabe, sicherzustellen, dass diese Daten geschützt sind, selbst wenn sie an externe Dienstleister weitergegeben werden.
1. Rechtliche Herausforderungen
In Europa regelt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Umgang mit personenbezogenen Daten. Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an Unternehmen, die Daten verarbeiten, und schreibt vor, dass diese Daten sicher und transparent behandelt werden müssen. Werden personenbezogene Daten in die Cloud übertragen, sind die Unternehmen weiterhin für deren Schutz verantwortlich, auch wenn sie die Datenverarbeitung an Dritte auslagern.
Die DSGVO verlangt unter anderem, dass Unternehmen sicherstellen müssen, dass der Cloud-Anbieter ausreichende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hat und dass eine Datenverarbeitung nur auf der Grundlage eines entsprechenden Vertrags erfolgt. Besondere Herausforderungen entstehen, wenn Daten in Länder außerhalb der Europäischen Union übertragen werden, die möglicherweise nicht das gleiche Datenschutzniveau bieten. In diesen Fällen müssen spezielle Maßnahmen getroffen werden, um ein angemessenes Datenschutzniveau zu gewährleisten.
2. Sicherheitsrisiken
Mit der Auslagerung von Daten in die Cloud entstehen auch neue Sicherheitsrisiken. Datenlecks, Hackerangriffe und der unbefugte Zugriff auf Daten sind ständige Bedrohungen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die von ihnen gewählten Cloud-Anbieter über aktuelle Sicherheitsstandards verfügen und dass regelmäßige Audits und Sicherheitsprüfungen durchgeführt werden. Ein Verlust von Kundendaten kann nicht nur finanzielle Schäden, sondern auch einen erheblichen Imageverlust zur Folge haben.
Es ist daher notwendig, dass Unternehmen strenge Sicherheitsprotokolle anwenden, wie etwa die Verschlüsselung von Daten sowohl während der Übertragung als auch im Ruhezustand, starke Authentifizierungsmechanismen und die Minimierung der Datenerhebung (Datensparsamkeit), um Risiken zu minimieren.
3. Kontrolle über die Daten und Datenhoheit
Ein weiteres Problem der Cloud-Nutzung ist der Verlust der unmittelbaren Kontrolle über die eigenen Daten, auch als Datenhoheit bezeichnet. Wenn Daten an externe Anbieter ausgelagert werden, verlieren Unternehmen die direkte Kontrolle über den Ort der Datenverarbeitung und den Zugriff darauf. Dies kann zu Problemen führen, wenn der Cloud-Anbieter nicht ausreichend transparent darüber informiert, wo die Daten physisch gespeichert werden oder wie sie verwaltet werden.
Unternehmen sollten deshalb genau prüfen, mit welchen Cloud-Anbietern sie zusammenarbeiten, und sicherstellen, dass diese Anbieter ihren eigenen Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz gerecht werden. Die Nutzung von Multi-Cloud-Strategien kann ebenfalls eine Option sein, um Abhängigkeiten von einem einzigen Anbieter zu vermeiden und die Datenhoheit zu stärken.
Zusammenfassung
Der Übergang von der Informationsgesellschaft zur Wissensgesellschaft und die zunehmende Abhängigkeit von Cloud-Systemen sind Entwicklungen, die neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Während die Wissensgesellschaft durch eine verstärkte Nutzung und Vernetzung von Wissen geprägt ist, erfordert die wachsende Abhängigkeit von Cloud-Systemen ein Umdenken im Hinblick auf den Schutz personenbezogener Daten.
Für Inhaber von personenbezogenen Daten, wie zum Beispiel Kundendaten, bedeutet dies, dass sie sich ihrer Verantwortung für den Datenschutz bewusst sein und diese Verantwortung ernst nehmen müssen. Rechtliche Anforderungen wie die DSGVO geben dabei den Rahmen vor, doch letztlich ist es die Aufgabe der Unternehmen, für die Sicherheit der Daten zu sorgen. Dies umfasst die sorgfältige Auswahl von Cloud-Anbietern, die Anwendung technischer Schutzmaßnahmen und die ständige Überwachung der Datensicherheitsstrategien.
Die Wissensgesellschaft bietet die Chance, Daten in wertvolles Wissen umzuwandeln, doch ohne Vertrauen in den sicheren Umgang mit diesen Daten ist diese Entwicklung gefährdet. Unternehmen müssen daher ein Gleichgewicht finden zwischen der Nutzung moderner Cloud-Technologien und der Einhaltung strenger Datenschutzstandards, um den Herausforderungen der digitalen Zukunft gerecht zu werden.


Entwicklung von anpassbarer ERP-Software mit CRM, Faktura und Warenwirtschaft für macOS, Windows und iOS auf Basis der Claris FileMaker Plattform. Entwicklung und Vertrieb von Datenbanksystemen, ERP-Software und Warenwirtschaftssystemen auf Basis der FileMaker-Plattform. Erfahrung mit FileMaker-Datenbanken seit 1994, Gewinner eines FMM Award 2011, verliehen durch das FileMaker Magazin.









