(openPR) Maputo/München - In Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, explodierte vergangene Nacht ein Munitionsdepot. Über 70 Menschen starben, hunderte Verletzte wurden geborgen. Durch umher fliegende, große Metallteile wurde im SOS-Kinderdorf Maputo ein Familienhaus ganz zerstört und mehrere Häuser schwer beschädigt. Dank frühzeitiger Evakuierung sind alle SOS-Kinder und –Mitarbeiter wohlauf.
Die Kinder saßen gerade beim Abendessen, spielten oder machten ihre Hausaufgaben – als mit einem ohrenbetäubenden Krachen die Erde bebte und eine Feuersäule in den Himmel schoss: Nur zwei Kilometer entfernt vom SOS-Kinderdorf Maputo explodierte das größte Munitionslager Mosambiks. Die Kinder liefen schreiend in die Häuser, die Mitarbeiter versuchten Ruhe zu bewahren. Zum Glück blieben alle unverletzt. Innerhalb weniger Minuten konnten die hundert Kinder und über 30 Mitarbeiter evakuiert werden; die deutsche Botschaft unterstützte die Hilfesuchenden.
Die Menschen in Maputo waren in Panik, liefen auf die Straße, manche mussten zusehen, wie die Geschosse ihre Häuser zerstörten. Die Erde bebte bis zu zehn Kilometer Entfernung. Die Explosionen dauerten Stunden an. Mehr als 70 Menschen im Umkreis des Depots starben, über hundert wurden verletzt. Der angrenzende Flughafen musste gesperrt werden. Grund für die Explosion waren zu hohe Temperaturen in dem alten Lagergebäude.
Die deutsche Botschaft in Maputo bemühte sich in den Abendstunden erfolglos um eine Unterkunft für die Kinder und Mitarbeiter, so wurde beschlossen, für eine Nacht wieder in das SOS-Kinderdorf zurückzukehren.
Viele Gebäude im SOS-Kinderdorf waren schwer beschädigt, das gesamte Ausmaß der Zerstörung ist zurzeit noch nicht abzuschätzen. Jamie Alves, der Leiter von SOS-Kinderdorf in Mosambik: "Überall liegen Metallteile auf dem Gelände, ein Haus ist ganz zerstört."
Die Bevölkerung steht unter Schock, berichtet Tiago Nhangumele, stellvertretender Leiter von SOS-Kinderdorf Mosambik. Aires Aly, Bildungsminister von Mosambik, besuchte heute das SOS-Kinderdorf auch um zu eruieren, ob neben Nahrungsmittel weitere Hilfe notwendig ist.
Georg Willeit, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit, zum „Bombardement“: "Ich bin froh, dass angesichts der vielen bedauerlichen Opfer die SOS-Kinder und
-Mitarbeiter unverletzt blieben und stolz, dass unsere Kollegen so gut reagiert haben. Der materielle Schaden ist unerwartet hoch, doch ich bin zuversichtlich, dass wir baldmöglichst die finanziellen Mittel haben werden, das zerstörte Dorf wieder aufzubauen.“
Das SOS-Kinderdorf Maputo wurde zum Großteil mit Hilfe von niedersächsischen Spendern errichtet.
München, 23.03.2007
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SOS-Kinderdörfer weltweit
1949 gründete Hermann Gmeiner das erste SOS-Kinderdorf der Welt in Imst in Tirol. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine weltweite Organisation entstanden, die sich hauptsächlich über private Spenden finanziert. In derzeit 470 SOS-Kinderdörfern in 132 Ländern finden die Kinder ein neues, sicheres Zuhause. Neben den SOS-Kinderdörfern gibt es zudem über 1.300 SOS-Zusatzeinrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen und Nothilfeprojekte, die auch der armen Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer offen stehen.








