(openPR) DIE PUPPE Ein Operoid (2024 UA) 90´
Vorstellungen täglich von 02. bis 07. November 2024, Reaktor Wien
2.11. – 7.11.2024 Der Geist im Objekt – Lectures / SCIENCE
Das sirene Operntheater bringt im Rahmen von Wien Modern 2024 die mit Spannung erwartete Uraufführung des neuen Musiktheaters von Christof Dienz und Kristine Tornquist im Reaktor in Wien.
Christof Dienz‘ Musik für die elf Musiker des Ensembles PHACE, Anna Hauf als wortlose Stimme und den automatischen Trommler von Jakob Scheid reflektiert das Fremde im dem Menschen nur scheinbar Ähnlichen. Kristine Tornquist und die acht Schauspieler des Serapions Theaters beleuchten in einer Szenenfolge ohne Text die rätselhafte Beziehung von Menschen und ihren Puppen.
Der künstliche Mensch – die Puppe, die Figur, der Android – verrät drei Träume der Menschheit: Schöpfermacht, Vollkommenheit, Unsterblichkeit.
Seit der Steinzeit begleiten die Ebenbilder ihre Schöpfer und dienen ihnen als Gefährten, Sklaven und Götter, um das Unzulängliche der organischen Existenz zu überwinden. Die Puppen des Altertums sind belebt von Imagination, ihre Aura und Kraft liegen in der Phantasie der Puppenschöpfer und der Betrachter. Schon zwei Punkte in einem Kreis reichen aus, um die Illusion eines Gesichtes zu schaffen, ein einfach beschnitztes Hölzchen markiert bereits eine Gestalt. Puppenschöpfer der Aufklärung hingegen setzen komplizierte Mechanik als Antrieb ein, um eine unermüdliche, gehorsame und täuschend echte Verbesserung des nur natürlichen Modells zu erhalten. Der Sage um den Bildhauer Pygmalion folgend gilt es, die leblosen Artefakte mit dem Funken des Lebens zu befruchten. Wo Sein und Schein sich so nahe kommen, erscheinen zwar die Puppen lebendig, der Mensch selbst aber wie ein Automat. Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen, graute es Büchner, nichts, nichts wir selbst.
Der japanische Robotiker Masahiro Mori etablierte in den 70er Jahren dafür den Begriff Uncanny Valley: Zur Faszination gesellt sich seither der Schauder, wenn das Künstliche sich dem Natürlichen annähert – bis dahin, wo ein perfekter Androide als ebenbürtig betrachtet und für lebendig gehalten wird.
Nicht nur Menschenkörper, auch ihre Stimmen, ihre Sinne und zuletzt sogar ihr Geist sollen künstlich nachgeschaffen werden. In den Rechenzentrum von KI-Projekten läuft der Nachahmungstrieb auf elektronischen Hochtouren. Die Selbsttäuschung gelingt – fast! Noch sind die technischen Homunkuli von der Komplexität organischen Lebens weit entfernt, noch hat keine KI den Turingtest bestanden, aber das Ziel steht fest: die künstlichen Doppelgänger sollen ihre Schöpfer nicht nur nachäffen, sondern ihnen geistig ebenbürtig, sogar überlegen sein – eigenständige Geschöpfe, den Vorbildern ein Vorbild.
Im Dunkeln reicht allerdings immer noch eine Vogelscheuche und ein wenig Phantasie, um der Materie Geist zu verleihen.
Musik. Christof Dienz
Idee und Szene. Kristine Tornquist
Darsteller des Serapions Ensembles. Elvis Alieva. Ana Grigalashvili. Zsuzsanna Enikö Iszlay. Julio Cesar Manfugás Foster.Selina Rosa Nowak (Gast). José Antonio Rey Garcia. Gerwich Rozmyslowski. Mercedes Miriam Vargas Iribar. Miriam Mercedes Vargas Iribar
Stimme. Anna Clare Hauf
Ensemble PHACE
Flöte. Doris Nicoletti
Klarinette. Reinhold Brunner
Saxophon. Yukiko Krenn
Posaune. Stefan Obmann
Schlagwerk. Maria Chlebus
Schlagwerk. David Panzl
Klavier/Keyboard. Mathilde Hoursiangou
Violine. Anna Lindenbaum
Viola. Sophia Goidinger-Koch
Violoncello. Roland Schueler
Kontrabass. Alexandra Dienz
Leitung PHACE. Reinhard Fuchs
Assistenz. Michael Eder. Markus Bruckner
Musikalische Leitung. François-Pierre Descamps
Regie. Kristine Tornquist
Musikautomat, Roboter. Jakob Scheid
Ausstattung und Bühne. Marlen Duken
Bühnenbau. Michael Liszt.
Puppenbau. Roman Spiess. Markus Liszt
Video. Germano Milite
Licht. Jan Maria Lukas
Maske. Klara Leschanz
Regieassistenz. Selina Rosa Nowak
Technische Ausstattung. Antonia & Daniel Müllner. Eventtechnik4you
Technische Betreuung Luster Reaktor. Uslu Muharrem
Grafik. Zine Tornquist
PR und Presse sirene. Barbara Frank-Vanura
PR und Presse Wien Modern. Sylvia Marz-Wagner
Social Media Management. Roberta Cortese
Filmmitschnitt. Peter Landsmann. Paul Landsmann
Kamera. Theresa Kronsteiner. Lea Lux
Gastronomische Betreuung. Norbert Gsellmann
Team Reaktor. Bernhard Kammel. Anastasia Maltseva. Crăița Niga
Team Wien Modern. Bernhard Günther. Gerda Saiko. Kira David. Angela Heide
Produktion sirene. Jury Everhartz
(sirene Operntheater)

















