(openPR) Braunschweig, 29. August 2024: Mit Fortschreiten der Segelflugsaison häufen sich in den Medien Meldungen von angeblich notlandenden Segelfliegern auf Wiesen und Feldern. Besorgte Beobachter alarmieren Feuerwehr und Polizei und lösen damit mitunter Großeinsätze aus. Doch das geschieht in den meisten Fällen vollkommen grundlos.
„Immer wieder muss ich in Zeitungen oder im Internet davon lesen, dass irgendwo ein Segelflugpilot eine Notlandung machen musste mit dem anschließenden Hinweis, dass dabei glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen sei. Über solche Meldungen kann ich nur den Kopf schütteln“, ärgert sich Claus Cordes, Präsident des Deutschen Aero Clubs (DAeC).
Dabei hat er großes Verständnis für diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die unvermutet Zeuge einer Segelflugzeuglandung auf freiem Feld werden und irritiert sind. Was bei ihm jedoch auf Unverständnis stößt, ist die Tatsache, dass solche Meldungen unreflektiert an Redaktionen weitergeben werden, die diese ungeprüft veröffentlichen. „Spätestens dann, wenn die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens auftauchen und einen munteren Flugzeugführer antreffen, der bereits seine Rückholmannschaft informiert und sich im Falle der Landung auf einem Feld sogar mit dem Landwirt über einen möglichen Versicherungsschaden ausgetauscht hat, sollte jedem klar sein, dass von einer ‚Notlandung‘ keine Rede sein kann“, findet Claus Cordes. Besonders ärgerlich sei es, wenn durch solche Falschmeldungen der Eindruck entstehe, Segelfliegen sei gefährlich. „Segelfliegen ist ein tolles Hobby, das geistige und soziale Fähigkeiten fördert, wovon besonders Jugendliche profitieren. Wenn deren Eltern jedoch befürchten müssen, dass ihr Kind dabei unverhältnismäßigen Risiken ausgesetzt wird, werden sie diesen Sport sicher nicht erlauben. Damit werden Jugendlichen einzigartige Entwicklungsmöglichkeiten vorenthalten.“
Wieso landen Segelflugzeuge manchmal außerhalb des Flugplatzes?
Der Präsident des DAeC, der auch passionierter Segelflieger ist, erläutert die Hintergründe dafür, warum sogenannte „Außenlandungen“, also Landungen auf einer freien Fläche außerhalb eines Flugplatzes, manchmal nötig sind. „Segelflugzeuge halten sich ausschließlich durch die Kraft von Aufwinden in der Luft. Bleibt die Thermik aus, beispielsweise weil sich der Himmel zuzieht, muss das Segelflugzeug früher oder später an den Boden zurückkehren. Wenn dann gerade kein Flugplatz in erreichbarer Nähe ist, suchen die Piloten auf Wiesen oder Feldern sichere Landemöglichkeiten. Wie das geht, ohne sich und andere zu gefährden, lernen Segelflugpiloten bereits in ihrer Ausbildung“, erklärt Claus Cordes, der selbst Segelflugzeugführer ausbildet.
Menschen, die zufälligerweise Zeuge einer solchen Landung werden, rät der erfahrene Pilot, Ruhe zu bewahren. „Wenn ein Luftfahrzeug am ganzen Stück auf einer freien Fläche landet und der Pilot oder die Pilotin unverletzt aussteigt, besteht kein Grund zur Sorge.“













