(openPR) Niki Rahmani (Name geändert) ging in die 10. Klasse als die Taliban am 15. August vor drei Jahren die Macht in Afghanistan übernahmen. "Ich habe alles verloren, wofür ich mich vorher engagiert hatte. Nun bin ich depressiv, sozial isoliert und zum Zuhause-Sitzen gezwungen."
Das zierliche Mädchen mit den nach vorne hängenden Schultern: "Ich wünschte, meine Tage wären nicht dunkel und ich nicht lebendig in diesem schwarzen Loch namens Taliban-Herrschaft begraben. Jetzt darf ich nicht arbeiten und habe keine Chance, dem zu entkommen."
So wie Niki geht es den meisten Mädchen und Frauen in Afghanistan.
Seit der Machtübernahme der radikal-fundamentalistischen Taliban wurden viele Träume auf Eis gelegt; persönliche Entwicklungen, Studienwünsche und für uns grundlegende Freiheiten gekappt.
In Afghanistan ist es Frauen verboten:
- zu arbeiten (bis auf sehr wenige Ausnahmen im Gesundheitswesen)
- nach der 6. Klasse weiter zur Schule zu gehen
- die Universität zu besuchen
- ohne männliche Begleitung der Familie das Haus zu verlassen
- in Natur-Erholungsparks zu gehen (selbst nicht mit Familie)
- unverschleiert außerhalb des familiären Kreises zu sein
- in einigen Regionen ist es selbst verboten, mit Familie Restaurants zu besuchen
- Kosmetikstudios als letzte soziale Treffpunkte wurden verboten
- Fitness für Frauen ist tabu
...
Das Schlimmste für viele Mädchen und Frauen:
Sie dürfen nach der 6. Klasse nicht mehr in die Schule gehen.
Einige Schülerinnen der Klassenstufen 8, 9 und 10, die durch die Taliban von Bildung ausgeschlossen wurden, nennen diese drei Jahre eine „schwarze Politik und eine steinschwere Last für unsere Träume“.
Lehrerinnen müssen zu Hause sitzen und dürfen nicht arbeiten Ihr Einkommen wird ein einem Land, in dem 97% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, dringend für die Familien benötigt.
Einen Lichtstrahl gibt es dennoch. Durch Online-Unterricht einer afghanischen NGO ist "wieder Hoffnung in unser Leben gekommen. Wir bitten dieses Institut, noch mehr Bildung für uns afghanische Mädchen zu ermöglichen." Unter Gefahr für Sicherheit und Leben engagieren sich Menschen, um Wissen und Perspektive zu geben. Bildung stärkt und sichert Zukunft.
Die Schülerinnen werden entsprechend des aktuellen Lehrplanes in Mathematik. Biologie, Physik, Chemie, Geschichte, Geographie und Sprachen und mehr unterrichtet, unabhängig von den aktuellen Machthabern. Außerdem findet psychotherapeutische Betreuung statt, weil Depressionen bei Mädchen nach dem Schulverbot sprunghaft stiegen. Alle vier Monate wird der Wissensstand mit Prüfungen getestet. Die Schülerinnen sind trotz der auch für sie gefährlichen Situation fleißig und nutzen ihre Chancen.
Hunderte weitere Schülerinnen warten, dass für sie bald der inoffizielle Online-Unterricht möglich wird und damit Licht ins Dunkel kommt.








