(openPR) Profi-Fußballer, die sich in einer Spielsaison eine Verletzung zuzogen, weisen auch nach dem Auskurieren der gesundheitlichen Schäden in der folgenden Saison ein fast dreimal so hohes Risiko auf, sich wieder zu verletzten wie Spieler, die die vorherige Spielzeit unbeschadet überstanden. Dies ist das zentrale Ergebnis einer schwedischen Doktorarbeit, in der die gesundheitlichen Risiken des Fußballs anhand von Daten aus der dänischen und schwedischen Profiliga über mehrere Spielzeiten hinweg analysiert wurden.
Die Dissertation von Martin Hägglund an der schwedischen Universität Linköping bezog darüber hinaus aber auch Statistiken von Amateurfußballern und weiblichen Spielerinnen ein und untersuchte auch, ob bestimmte Rehabilitationsprogramme dazu geeignet sind, spätere Verletzungsrisiken zu reduzieren. Tatsächlich zeigte sich bei Kickern aus dem Amateurlager, dass das Risiko einer erneuten Verletzung um 75 Prozent niedriger lag, wenn die betroffenen Spieler an einem kontrollierten Rehabilitationsprogramm teilnahmen.
Weitere Ergebnisse der Studie waren:
• Zwischen den Jahren 1982 und 2001 erhöhte sich das Trainingspensum in der ersten schwedischen Fußball-Liga um knapp 70 Prozent, ein deutlicher Hinweis darauf, dass die früheren Halbprofis jetzt durchweg Vollprofis sind. Überraschender Weise hat sich im gleichen Zeitraum trotz erhöhter körperlicher Beanspruchung die Quote der Verletzungen jedoch nur sehr geringfügig erhöht, was wohl durch eine bessere medizinische Betreuung zu erklären ist. Die Zahl der Verletzungen pro 1.000 Trainingsstunden stieg lediglich von 4,6 auf 5,2 an.
• Im Vergleich der ersten Liga aus Dänemark und Schweden zeigt sich, dass das Verletzungsrisiko dänischer Profis doppelt so groß ist wie das der Schweden (12 bzw. 6 Verletzungen pro 1.000 Stunden, 1,8 bzw. 0,7 schwere Verletzungen pro 1.000 Stunden). Der Autor vermutet, dass dies durch sportmedizinisch ungünstigere Trainingsmethoden in Dänemark verursacht sein könnte. • Schwedische Profis, die sich in der Saison 2001 bestimmte Verletzungen zuzogen (Achillessehne, Leistengegend, Knieverletzung), hatten in der nachfolgenden Saison 2-3mal so häufig wie unverletzte Spieler erneut einen Schaden an denselben Körperpartien. Für Verstauchungen am Fußknöchel konnte dieses erhöhte Risiko allerdings nicht gefunden werden.
• Das Risiko einer Verletzung ist bei Profis deutlich höher als bei Amateuren. Nimmt man einen Kader von 20 Spielern, so beträgt die durchschnittliche Zahl der Verletzungen pro 1.000 Trainingsstunden bei männlichen Profis der Ersten Liga 45 (davon 4-5 schwere Fälle), bei weiblichen Profis 25 (3) und bei männlichen Amateuren 11 (2-3).
• Die Wirksamkeit eines vom Trainer kontrollierten Rehabilitations-Programms mit speziellen Übungen und Trainingseinheiten zeigte bei Amateuren, dass dadurch das Risiko einer erneuten Verletzung mit derselben Diagnose um etwa 75% gesenkt werden kann.
Dr. Gerd Marstedt
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