(openPR) Kunststoffartiger Geruch, quietschende Schuhsohlen, grell reflektierendes Sonnenlicht. Wer erinnert sich nicht an frisch gebohnerte Linoleumböden in Sporthallen, Behördenfluren oder Krankenhäusern? Linoleum haftet etwas Altbackenes an, weckt fremdelnde und heimelige Assoziationen zugleich. Keine Frage: der Name dieses Materials versprüht Retro-Charme. Und doch ist der Mix aus Leinöl, Harzen, Holzmehl, Kalkstein und Jutegewebe hochmodern. Klammheimlich hat er sich wieder seinen Weg in die Haushalte und Büros gebahnt. Als Bodenbelag – und neuerdings auch als Schreibtisch-Accessoire.
Linoleum, die erste und – neben Naturkautschuk-Belägen – bisher einzige elastische Bodenbeschichtung auf Basis nachwachsender Rohstoffe überhaupt, könnte zeitgeistiger kaum sein. Das hat auch Clemens Burkert (41) von der Hamburger Design-Manufaktur Good Wilhelm erkannt – und prompt eine Schreibtischunterlage mit dem Namen Konrad daraus entwickelt. »Wenn wir unsere Kunden fragen, ob sie Linoleum kennen, sagen sie immer sofort: ‚Ja, klar! Ein Bodenbelag.‘ Aber was Linoleum genau ist, weiß eigentlich keiner so wirklich. Nämlich ein Multitalent: biegsam, strapazierfähig, umweltfreundlich und von der Hygiene bis zum Wärmeeffekt äußerst praktisch.«
1860 entwickelt und lange Zeit ein Garant für leicht zu pflegende Fußböden, geriet Linoleum in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr ins Hintertreffen: Nach und nach wurde der faserverstärkte Belag von billigerem Polyvinylchlorid (PVC) verdrängt. Und damit auch seine Vorteile. Diese hat Clemens Burkert für die Entwicklung seiner Schreibtischunterlage wiederentdeckt: Linoleum ist sehr robust, antistatisch, resistent gegen Fingerabdrücke und einfach zu reinigen. Durch seine hohe Festigkeit und Glattheit eignet sie sich perfekt für jede Computermaus – aber auch zum freihändigen Schreiben und Zeichnen auf Papier.
Und das mit dem kunststoffartigen Geruch von Linoleumböden sei früher eher ein Problem der Reinigungsmittel gewesen, sagt Burkert. »Pure Naturmaterialien riechen einfach angenehm.« Somit fügt sich die Schreibtischunterlage Konrad nahtlos ein ins Gesamtkonzept, das der 41-jährige Diplom-Designer mit seiner Manufaktur Good Wilhelm verfolgt. »Wir wollen etwas Gutes tun, indem wir wertvolle Materialien verwenden – unsere Produkte aber trotzdem nicht die Welt kosten. Entwicklung, Herstellung und Verkauf sollen nachhaltig sinnvoll sein. All das mit dem guten Gefühl, Handgefertigtes unter Menschen zu bringen, die damit lange Freude haben.«
Der Hamburger Unternehmer setzt dabei auf Tradition. Mehr als elf Jahre lang war er Mitinhaber einer anderen Hamburger Produktdesign-Schmiede, ehe er 2022 mit Good Wilhelm in Wandsbek noch mal neu durchstartete. Sein Portfolio: klug durchdachte, charmant-elegante Laptop-Taschen, Smartphone-Hüllen, Kopfhörer-Etuis und allerlei praktisch-schöne Accessoires. Die Materialien, aus denen sie hergestellt werden, tragen allesamt das Prädikat lupenreiner Manufaktur-Qualität: So verwendet Good Wilhelm ausschließlich pflanzlich gegerbtes Vachetta-Leder – Rindsleder, das das Unternehmen direkt von einem Familienbetrieb aus der Toskana bezieht und in Deutschland von Feintäschnern in Handarbeit veredeln lässt. Der in vielen Produkten verarbeitete Filz wird aus der feinen Wolle des Merinoschafs hergestellt, garantiert Mulesing-frei.
»Jeder Betrieb, mit dem wir zusammenarbeiten, wird von Meistern ihres Fachs geleitet«, verspricht Burkert. »Sie zahlen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern faire Löhne.« Wie alle seine Produkte vermarktet er die Linoleum-Schreibtischunterlage ausschließlich im Direktvertrieb. Das bedeutet, Taschen und Accessoires von Good Wilhelm gibt es nicht im Handel, sondern ausschließlich über den firmeneigenen Webshop. Die sonst aufgeblähte Handelsmarge entfällt. Einzige Ausnahme sind die »Non-Profit Produkte« im Sortiment, wie der Untersetzer MAX. Hier setzt Burkert den Verkaufspreis etwas höher an. Denn mit jedem Geschenkekauf dieses ausgefallenen Accessoires retten die Käuferinnen und Käufer einen Quadratmeter deutschen Buchenurwald für eine Dauer von 50 Jahren.











