(openPR) Konflikte sind Teil unseres Lebens. Meinungsverschiedenheiten und in der Steigerung auch Konflikte gehören zum Zusammenleben unweigerlich dazu. Das betrifft sowohl unsere privaten als auch unsere beruflichen Lebensbereiche. Häufig empfinden wir sie als störend und belastend. Nur sind sie deswegen schlecht?
Nein, denn ohne abweichende Meinungen und die Auseinandersetzung über die unterschiedlichen Perspektiven ist Entwicklung gar nicht möglich. Also, geht es um das „Wie”.
Die Potential Compass GbR hat mit dem Team Compass ein Potentialanalyseverfahren entwickelt, mit dem sich Konflikte im Team schneller und nachhaltiger klären lassen. Das Tool dient in der Teamentwicklung als ein wissenschaftlich fundiertes Werkzeug zu Diagnose und Intervention. Es unterstützt zudem eine systemische und prozessorientierte Arbeitsweise. Das Besondere ist, der Team Compass zeigt den Teammitgliedern in wertschätzender Weise ihre individuellen und grundlegenden Persönlichkeitsanteile und Potenziale auf und wie sie sich auf die Zusammenarbeit im Team auswirken.
Dieser Artikel beschreibt die Anwendung am Beispiel einer Mediation.
In einem mittelständischen Unternehmen unterstützen zwei Chefsekretärinnen die beiden Geschäftsführer. Die eine ist dem CEO und die andere dem CFO zugeordnet. In Zeiten der Abwesenheit der Kollegin, vertreten sie sich gegenseitig.
Über die Jahre ist das Verhältnis zwischen den beiden immer schwieriger geworden. Interventionen der Geschäftsführer, der Personalabteilung und auch des Betriebsrates bleiben erfolglos. Stattdessen verhärten sich die Positionen zwischen den beiden Sekretärinnen immer mehr.
Die Konflikte nehmen Ausmaße an, die sich auch negativ auf die betrieblichen Abläufe und die Arbeitsergebnisse auswirken. Spätestens ab diesem Punkt wollen die beiden Geschäftsführer die Reißleine ziehen.
Externe Unterstützung für das Konfliktmanagement
Initiiert durch die Personalabteilung soll noch ein letzter Versuch mit externer Unterstützung unternommen werden. Es wird ein externer Coach mit der Mediation beauftragt. Beide Mitarbeiterinnen zeigen sich im Auftragsklärungsgespräch mit dem beauftragten Coach sehr kampfeslustig und in keinerlei Weise dialogbereit.
Wie der Konfliktmanagement-Prozess sich gestaltet
Vor dem Start der eigentlichen Mediation füllen die beiden Sekretärinnen die Online-Fragebögen zum Team Compass in Form einer Selbsteinschätzung aus. Anschließend bereitet der Coach die Ergebnisse auf, sodass diese während der Konfliktmediation herausgegeben werden können.
In der ersten Sitzung stellt der Coach zunächst das Persönlichkeitsmodell vor, dass dem Team Compass zugrunde liegt. Die beiden Mitarbeiterinnen erfahren, wie ihre individuellen Persönlichkeiten ausgeprägt sind und sie reflektieren, wie ihre Persönlichkeitsanteile mit konkreten Lebenssituationen korrespondieren.
In dem dann folgenden moderierten Dialog verändert sich die Körpersprache beider merklich und erste Äußerungen wie:
- „Ah, deswegen verhältst du dich in diesen Situationen immer so.”
- „Die will mir ja gar nichts Böses.”
- „Sie tickt ja ganz anders als ich.”
Zu diesem Zeitpunkt wird es den beiden möglich, die Andersartigkeit der anderen zu erkennen und zumindest erst einmal wertfrei zu akzeptieren. Von Wertschätzung sind sie noch weit entfernt. Sie erkennen jedoch beide, dass sie ganz unterschiedliche Bedürfnisse an die Kommunikation, die Organisation der Arbeit und damit an ihre Zusammenarbeit haben. Für beide ist die größte Überraschung die, dass sie in ihren grundlegenden Persönlichkeitsausprägungen sehr nah beieinander sind.
Die Abweichungen im beruflichen Handeln resultieren ihrer Ansicht nach, in den unterschiedlichen Anforderungen und Arbeitsweisen ihrer Geschäftsführer. Dieses Erkennen, Verstehen und erste Annehmen führt dazu, dass bei beiden die Bereitschaft zur Konfliktklärung deutlich zunimmt.
Besonders erkenntnisreich ist es für beide zu sehen, dass sie sich mit dem Schwerpunkt in ihrem beruflichen Profil auf der vertikalen Achse — also zwischen Realizer und Discoverer - jeweils in den Quadranten entwickelt haben, in dem ihre Kollegin ihren persönlichen Schwerpunkt hat.
In den nächsten Schritten erfolgt die eigentliche Mediation. In diesem Prozess referenzieren interessanterweise die beiden Mitarbeiterinnen immer wieder auf ihr Team-Profil. Auf Nachfrage des Coaches antworten sie, es gibt ihnen eine Orientierung, fördert das Verstehen und unterstützt die emphatische Annahme der anderen.
Im Rahmen der Klärungshilfe gelingt es, die alten Konflikte zu lösen, ein besseres Verständnis für die Kollegin und von beiden akzeptierte Vereinbarungen für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln.
Das Ergebnis ist eine tragfähige professionelle Ebene der Zusammenarbeit, die durchaus auch von Wertschätzung geprägt ist. Für beide Sekretärinnen steht aber auch fest: „Beste Freundinnen werden wir nicht!” Das war und ist aber auch nicht das Ziel. In mehreren nachfolgenden Reviews bestätigen die beiden Sekretärinnen, als auch die beiden Geschäftsführer die Nachhaltigkeit des Klärungsprozesses. Die beiden Sekretärinnen unterstreichen noch einmal, dass ihnen der Team Compass nach wie vor im Alltag hilft, Lösungen zu finden, wenn es wieder einmal unterschiedliche Sichtweisen gibt und das Miteinander sich dadurch etwas schwieriger gestaltet.
Die ausführliche Fallbeschreibung finden Sie hier. Darin enthalten ist unter anderem auch die Reflexion des Coaches, wie sich die Klärungshilfe aus seiner Sicht dargestellt hat. Weitere Informationen zu Potential Compass finden Sie unter potentialcompas.com.














