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Plastik im Meer - Von Flüssen und Fischerbooten

11.04.202310:02 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Plastik im Meer - Von Flüssen und Fischerbooten
Auch in der kommerziellen Fischerei hat Plastik seinen festen Platz. (© ALPLA)
Auch in der kommerziellen Fischerei hat Plastik seinen festen Platz. (© ALPLA)

(openPR) Eine Menge Müll treibt in unseren Ozeanen. 75 Prozent davon sind aus Plastik und haben zwei Ursachen: So tragen Flüsse, genauer gesagt 10 an der Zahl, Kunststoffabfälle vom Land in die Meere - eine Erkenntnis, aus der sich gezielt Gegenmaßnahmen entwickeln lassen. Der Großteil des Plastiks hingegen stammt aus verloren gegangener Fangausrüstung der kommerziellen Fischerei, was bisher kaum ins öffentliche Bewusstsein drang. Hier gestaltet sich ein Vorgehen auch deutlich schwieriger.

Professioneller Fischfang – die Hauptquelle des Plastikmülls
Auch Fischer schätzen die positiven Eigenschaften von Plastik, vor allem das leichte Handling sowie die höhere Haltbarkeit und Zuverlässigkeit gegenüber natürlichen Materialien. Auf Fang in den Ozeanen gehen täglich rund 4,6 Millionen Fischerboote. Was auch zu Materialverlusten führt: Der WWF schätzt, dass 40 % - 50 % des Plastikmülls allein aus verloren gegangenen Fischereigeräten stammen - Seile, Leinen, Bojen, Körbe, Eimer, Angelschnüre, Netze. Pro Jahr kommen über 1 Million Tonnen hinzu.

Aufmerksam wurde man auf das Phänomen bei Untersuchungen des größten Müllstrudels der Welt im Nordpazifik zwischen Hawaii und Kalifornien - dem Great Pacific Garbage Patch, kurz: GPGP.  Überraschendes Ergebnis: Hauptbestandteil des Plastikmülls waren mit rund 70 % tatsächlich Ausrüstungsgegenstände der Fischerei, davon 46 % Geisternetze.

Aktuelle Studien bestätigen nicht nur den Befund, sondern erhöhen die Zahlen noch: Laut einer Analyse der Umweltinitiative „The Ocean Cleanup“, bekannt als Müllfänger im Meer, stammen sogar zwischen 75 % und 86 % des Plastikabfalls im GPGP aus der Hochseefischerei.  

Wie kann das passieren? Bei Fangarbeiten, Stürmen oder Unfällen geht Equipment über Bord. Auch Stell- oder Schleppnetze reißen ab und treiben fortan als „Geisternetze“ herrenlos durch die Ozeane oder verfangen sich am Boden, an Gesteinen, Riffen oder Wracks.

Geisternetze zu bergen, ist aufwändig, da sie zunächst aufgespürt werden müssen. Hierfür wird neuerdings Sonar eingesetzt, auch will man Netze mit GPS-Trackern ausrüsten. Die Hebung ist Handarbeit, oft sitzen die Netze fest und müssen mühsam befreit werden. Auch ihr robuster Materialmix bedarf eines intensiven Recyclings. Länder, Forschungseinrichtungen, Umweltorganisationen und Fischereibetriebe sind sich mittlerweile der Bedeutung des Themas bewusst und leiten bereits Gegenmaßnahmen ein.

Flüsse sind effektive Transportwege - auch für Müll
Der zweite Grund, weshalb Plastikabfälle in die Meere gelangen, ist ebenfalls genau auszumachen: Untersuchungen belegen, dass sich die weltweite Müllzufuhr vom Land in die Ozeane hauptsächlich auf die 10 größten Wasserstraßen aus Asien und Afrika eingrenzen lässt. Die spülen allein rund 12 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr in die maritimen Gewässer. Allen voran der Jangtsekiang, gefolgt von Indus, Huangho, Nil, Ganges bis zu Niger und Mekong. Eine Folge des rasanten Wirtschaftswachstums in diesen Regionen, mit dessen Dynamik die Entwicklung der Müllbeseitigung bis heute nicht Schritt halten kann.

Zwischenzeitlich wird hier aktiv investiert - für den Ausbau einer geordneten Entsorgung und effektiven Weiterverwertung des Abfalls. Wie zum Beispiel dessen Verbrennung zur Energiegewinnung in entsprechend ausgestatteten Kraftwerken. So ist dem Müll beizukommen, was auch die Verschmutzung der Meere verbessert.

Ein weiterer Ansatz verspricht ebenfalls Abhilfe: Da sich der weltweite Mülltransfer zu Wasser vor allem auf die genannten 10 Flüsse konzentriert, eröffnet sich die Möglichkeit, mit lokalen Maßnahmen dagegen vorzugehen. Wie es auch hier „The Ocean Cleanup“ tut: Die Organisation hat ein neues Abfangsystem für den Einsatz in Flüssen entwickelt. Der „Ocean Cleanup Interceptor“, ein solarbetriebenes, 24 Meter langes Boot mit Siebvorrichtung und Container, soll bis zu 50 Tonnen Müll pro Tag aus den fließenden Gewässern filtern – bevor sie in die Ozeane gelangen. Ein Engagement, das Schule machen könnte.

 

Was ist:
Eine Studie von Ozeanexperten um Dr. Britta Denise Hardesty, Forschungsleiterin bei der australischen Wissenschaftseinrichtung CSIRO Oceans and Atmosphere, bringt deutliche Fakten zutage. Hierfür wurden 451 Fischereibetriebe in 7 Ländern befragt:

Pro Jahr gehen über 2 % aller Fischfanggeräte verloren.
In den Meeren befinden sich mittlerweile 25 Millionen Reusen (Fangkäfige) und 14 Milliarden Köderhaken.

Dazu:

  • 2.963 Quadratkilometer Kiemennetze – flächenmäßig größer als das Saarland (2.570 Quadratkilometer),
  • 75.049 Quadratkilometer Ringwandnetze – mehr als das flächengrößte Bundesland Bayern (70.550 Quadratkilometer),
  • 218 Quadratkilometer Schleppnetze – das entspricht etwa 30.000 Fußballfeldern,
  • 739.538 Kilometer Lang- und Hauptleinen – damit könnte man die Welt 17-mal umwickeln und 11,5 Millionen Zweigleinen

Was getan wird:
Maßnahmen zur Verhinderung von Plastikmüll durch Fischereigeräte:
Das „Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe“, genannt MARPOL, untersagt, Schadstoffe ins Meer einzubringen.

Die EU-Fischerei-Kontrollverordnung verbietet das Entsorgen von Fischereigeräten im Meer. Verloren gegangene Netze müssen den Behörden gemeldet werden.

Mit dem Projekt „Marelitt Baltic“ untersuchen Fischereigemeinden, Forschungsinstitute & Umweltverbände aus Schweden, Estland, Polen & Deutschland, wie Kunststoffnetze geborgen & wiederverwertet werden können. Organisationen und Projekte, wie AegeanRebreath“, „GhostNets Australia“, „Ghost Diving“ oder „Healthy Seas“ setzen sich für die Bergung, Entsorgung und die Wiederverwertung von Geisternetzen ein.

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