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Analyse SchuldnerAtlas Unterfranken 2022

Bild: Analyse SchuldnerAtlas Unterfranken 2022
Karte SchuldnerAtlas Unterfranken 2022 (© Creditreform Würzburg)
Karte SchuldnerAtlas Unterfranken 2022 (© Creditreform Würzburg)

(openPR) Energiekrise noch ohne Auswirkungen

Die Zahl der überschuldeten Verbraucher ist im Regierungsbezirk Unterfranken weiter zurückgegangen. Das zeigt der aktuelle Creditreform SchuldnerAtlas. Zum Stichtag 1. Oktober 2022 wiesen demnach 65.049 erwachsene Einwohner Unterfrankens Überschuldungsmerkmale auf (2021: 68.448 Personen). Die Zahl der überschuldeten Verbraucher verringerte sich binnen eines Jahres um rund 3.400 Personen bzw. um 5,0 Prozent.

Grund für den Rückgang: Auch noch 2022 wirkte die Ausgabenvorsicht der Verbraucher aus der Corona-Zeit nach. Zudem erwiesen sich Konjunktur und Arbeitsmarkt im Jahresverlauf 2022 als stabil. Trotz der Belastungen durch die Inflation ist eine Insolvenzwelle bisher ausgeblieben. Auch dürfte die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Energiepreise die Verbraucher bewogen haben, bei finanziellen Ausgaben vorsichtig zu sein.

Knapp sechs Prozent der Erwachsenen überschuldet

Die Schuldnerquote für Unterfranken, die die Zahl der überschuldeten Personen zur Bevölkerungszahl (ab 18 Jahre) ins Verhältnis setzt, lag mit 5,87 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (8,48 Prozent). Im Freistaat Bayern weisen 6,05 Prozent der Erwachsenen Überschuldungsmerkmale auf.

In allen Landkreisen und kreisfreien Städten des Regierungsbezirks verringerten sich die Überschuldungsquoten. Den stärksten Rückgang verzeichnete wie im Vorjahr die Stadt Aschaffenburg (- 0,50 Prozentpunkte), gefolgt von der Stadt Schweinfurt (- 0,49 Prozentpunkte). In beiden Städten sind aber weiterhin viele Privatpersonen überschuldet – so in Aschaffenburg 9,56 Prozent der erwachsenen Einwohner und in Schweinfurt 8,90 Prozent. Mit einer Schuldnerquote von 4,27 Prozent weist der Landkreis Schweinfurt erneut die geringste Überschuldungsquote auf.

Weniger Verbraucher hart überschuldet

Auch im Jahr 2022 ist es zu einem spürbaren Rückgang bei der sogenannten „harten“ Überschuldung gekommen. Die Zahl der Personen, die bereits gerichtliche Negativmerkmale aufweisen, nahm um 7,4 Prozent auf 38.042 Personen ab. Der Rückgang war stärker als im Vorjahr (- 5,9 Prozent).

Die Zahl der Personen mit einer geringen Überschuldungsintensität („weiche“ Überschuldung) nahm nur noch leicht ab – von 27.346 auf 27.007 Personen (- 1,2 Prozent). Der starke Rückgang der weichen Überschuldung im Vorjahr (- 13,4 Prozent) hat sich demnach nicht wiederholt.

40- bis 49-Jährige am stärksten betroffen

Am stärksten von Überschuldung betroffen ist die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen. Die Schuldnerquote dieser Altersgruppe liegt aktuell bei 8,73 Prozent und nahm im Vergleich zum Vorjahr (8,84 Prozent) nur leicht ab. Erneut deutlich verringert hat sich die Überschuldungsquote in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Die Schuldnerquote sank binnen eines Jahres von 8,77 auf 8,26 Prozent. Bei den Senioren ab 70 Jahren war eine leichte Verringerung der Schuldnerquote auf 2,17 Prozent zu verzeichnen. Die Überschuldungsquote der jungen Erwachsenen unter 30 Jahren sank von 4,61 auf 4,44 Prozent.

Für erwachsene Männer in der Region Unterfranken beläuft sich die Schuldnerquote zum Stichtag 1. Oktober 2022 auf 7,06 Prozent. Das ist ein Rückgang um 0,46 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Überschuldungsquote der erwachsenen Frauen hat sich von 4,50 auf 4,25 Prozent verringert (- 0,25 Prozentpunkte). Die Unterschiede der Überschuldungshäufigkeit zwischen Männern und Frauen bleiben damit unverändert bestehen.

Methodik: Der Creditreform SchuldnerAtlas definiert Überschuldung als einen Status, in dem die Ausgaben einer Person dauerhaft höher sind als deren Einkommen. Indikator für Überschuldungsprozesse sind u. a. juristische Sachverhalte (wie ein Antrag auf Restschuldbefreiung) oder unstrittige Inkasso-Fälle.

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Würzburg, 19. Januar 2023

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