(openPR) Über 120 Familien berichten in dieser Umfrage davon, was sie in Schule erleben im Falle besonderer Schwierigkeiten beim Rechnenlernen. Die Auswertung zeigt problematische Lücken der mathematischen Bildungsarbeit in ganz Deutschland. Damit diese alsbald geheilt werden, müssen diese Stimmen gehört werden.
Als Rückblick: Die Umfrage wurde deutschlandweit über das Netzwerk der Lerntherapeuten und Social Media als Online-Fragebogen verteilt. Sie wurde dankenswerterweise unterstützt von namhafter Institutionen der Lerntherapie einschließlich Berufsverband BLT, Fachverband FiL, Kreisel eV, Wege für Kinder, ZTR Zentren zur Therapie der Rechenschwäche, PTE Institute sowie diverse lerntherapeutische Praxen und Elternkreise.
Die mathematische Bildung ist ein wesentlicher Hebel für die persönliche sowie berufliche Entwicklung unseres Nachwuchses. Sie korreliert nachgewiesenermaßen mit dem Wohlstand des Einzelnen sowie der Gesellschaft.
Wir kennen die allgemeine Schieflage: Der Mathematikunterricht bildet nur mangelhaft aus für eine erfolgreiche Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Das zeigen internationale Vergleichsstudien wie PISA und TIMSS sowie der IQB Bildungstrend seit Jahren. Es ist ein grundlegendes Problem für alle und trifft Schüler mit Schwierigkeiten mit Zahlen besonders hart. Sie sind abhängig von hilfreicher Lehre, von Anfang an und durchgängig.
Die KMK arbeitet stetig an Bildungsvorgaben und -programmen. Aber, was kommt effektiv an? Was setzen Schulen wirksam um? Greifen schulische Qualitätssicherung und Schulaufsicht? Die Umfrage lässt hieran zweifeln. Klar ist, Dyskalkulie-Regularien sind überholt, bundesweit uneinheitlich und die schulische Umsetzung von existierenden Regularien zur differenzierten Lernbegleitung offenbar zu wenig wirksam bzw. zuverlässig.
Daher treffen die Stimmen dieser von Schwierigkeiten betroffenen Familien ins Schwarze. Die aufgezeigten, traurigen Lücken sind immense Engpässe für die mathematische Bildung, ganz besonders für Kinder, die noch(!) keinen leichten Zugang zur Welt der Zahlen und Rechnungen gefunden haben und die Gefahr laufen, vom Mathelernen abgehängt zu werden.
Die Top3-Einsichten der Umfrage zu Schulerfahrungen im Falle besonderer Schwierigkeiten mit Zahlen und dem Rechnen sind:
- Schulen erkennen, beachten und begleiten diese Schüler nur ungenügend: frühe Screenings und Schuleingangsuntersuchungen sind hierzu kaum existent bzw. kaum effektiv, denn Schüler werden größtenteils zu spät erkannt. Auch sind schulische Lernförderungen zu wenig zuverlässig
- Familien fehlen kompetente Beratung und Unterstützung vom schulischen System. Sie fühlen sich zurückgelassen, Kinder werden zu oft nur “mitgeschleppt" ohne wirkliche Lernchancen.
- Eltern wollen, dass ihre Kinder die Schwierigkeiten möglichst überwinden und ihre mathematischen Fähigkeiten entwickeln können. Außerschulische Lerntherapien spielen aber aktuell die entscheidende Rolle. Für viele sind sie aber problematisch, da sie entweder privat zu finanzieren sind oder belastende Testungen auf potenziell seelische Behinderung fordern. Beides hinterlässt Narben.
Als Lerntherapeuten spüren wir diese Lücken zusehends. Mehr und mehr Familien suchen außerschulisch unsere Unterstützung. Mit unseren integrativen Ansätzen erfassen wir den Lernstand und die Lernsituation des Kindes ganzheitlich und setzen die Förderung entsprechend differenziert an. In Klassenzimmern fehlt hierzu oft die Möglichkeit. Jedes Kind soll entsprechend seiner Möglichkeiten lernen können, daher setzen wir uns stark ein für Lerntherapie in Schule und multiprofessionelle Teams – mehr professionelle Ressourcen und Kompetenzen für eine zuverlässige und zielführende Lernbegleitung.
Nun müssen die Stimmen dieser betroffenen, bildungsverzweifelten Familien gehört werden von unseren Bildungsverantwortlichen in Politik, Schulverwaltungen und Schulen. Sie müssen diesen Hinweisen auf ganz konkrete Bildungslücken nachgehen und dazu öffentlich informieren. Nur so können sie verantwortlich sicherstellen, dass alle Kinder beim Mathelernen zielführend begleitet werden.
Kontakt:
Weitere Informationen und Grafiken zur Umfrage sind hier verfügbar https://www.ja-klar-mathe.de/wissen/über-mathe-lernen/über-wo-hakst-aus-umfrage/













