openPR Recherche & Suche
Presseinformation

By the way

05.03.200712:56 UhrSport

(openPR) Die seit ein paar Wochen quasi als unbesiegbar geltenden Bundesliga-Clubs aus Mainz, Stuttgart und Nürnberg verlieren plötzlich wieder, und im selben Zeitraum den Nimbus von Unsiegbaren sich erarbeitet habende Clubs wie München, Bremen, der HSV und Bielefeld gewinnen jetzt wieder. Die Bundesliga macht was sie will, und am Ende gewinnt Irgendjemand – dass dieser Jemand unter gewissen Umständen doch wieder FC Bayern München heißt, das kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr ausgeschlossen werden.



Jan Ullrich hingegen hatte niemals einen solchen Nimbus – weder galt er als unbesiegbar noch als unsiegbar. Der einmalige Toursieger und ewige Tour-Zweite galt als relativ sympathisch, super-begabt und irrsinnig faul. Eine gewisse Arglosigkeit konnte man ihm ebenfalls nicht absprechen. Das alles machte ihn zum Idol, wenn er gewann (einmal) und zum Buhmann, wenn er nicht gewann (oft). Dann hieß es, er vergeude sein Talent, er wolle nur gut verdienen und trainiere zu wenig, und das alles sei doch eine große Unverschämtheit. Das eigentlich nichts Unverschämtes dabei ist, die Tour zu gewinnen, zigmal Zweiter zu werden und eine Menge Geld zu verdienen, das wurde beim Ulle einfach ignoriert. Kaum jemand wollte ihm zugestehen, ein bisschen faul zu sein und abends mal vom Hometrainer in den Porsche umzusteigen.

Dass um Ulle herum schon zu Zeiten seines Toursieges längst alle Konkurrenten voll bis unter die Haarspitzen mit allen möglichen Substanzen waren – das kümmerte fast niemanden. Bjarne Rijs, der große Däne, der sein Rad einst wütend wegschmiss, gilt eigentlich bis heute als Gutmensch, Armstrong konnte alle Anwürfe stets kontern und auf seine Krankheitsgeschichte verweisen (deren Bedauerlichkeit hier mitnichten geschmälert werden soll), und alle machten gute Geschäfte und freuten sich darüber. Dabei war EPO schon damals ein Begriff, so manch Stundenweltrekordler flog sogar auf, offene Geheimnisse bis hin zum großen Festina-Tourskandal, Pantani und was noch alles. Nur der Ulle, der blieb außen vor, galt als faules Genie, wurde manchmal geliebt und häufig beschimpft.

Und heute, wo klar ist bzw. wo überhaupt nicht mehr ignoriert werden kann, dass er eben doch nicht außen vor war sondern wie alle anderen auch mittendrin, da muss er büßen für all jene Dinge, die ihm selbst nie nachgewiesen werden konnten, die aber doch allen klar sind. Seine Arglosigkeit steigert sich gleichzeitig zur fast schon selbstzerstörerischen Dummheit, befeuert noch von unseligen und unsäglichen Beratern. Die Kollegen Ivan Basso und Co fahren unterdessen wieder ganz normal Rennen. Vielleicht reden die Exkollegen Profirennfahrer schon kichernd vom heiligen Ulle, der alle Sünden der Radsportmenschheit auf sich nimmt und durch sein Leid die Anderen vor dem Fegefeuer bewahrt. Jörg Jaksche leidet mit, darf auch nicht mehr fahren, ist aber nicht halb so prominent. Er ist, um im christlichen Duktus zu bleiben, der Namenlose, der am Kreuz nebenan hängt.

Und im Sommer gratulieren wir dann dem Ivan Basso zum Toursieg 2007.

cp, 05. März 2007

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 123245
 2448

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „By the way“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Christian Prechtl

Bild: By the way - Noodles Gomez und Averell KuranyiBild: By the way - Noodles Gomez und Averell Kuranyi
By the way - Noodles Gomez und Averell Kuranyi
Mario Gomez ist ein spektakulärer Fußballer, und der VfB Stuttgart kann sich glücklich schätzen, einen solchen Spieler in seinen Reihen zu haben. Trotz zwischenzeitlicher Verletzungen inklusive längerer Pause hat Gomez den VfB quasi im Alleingang in Sichtweite zu einem Platz im internationalen Wettbewerb gehalten – in einer ansonsten relativ lausigen Saison als Deutscher Meister. Auffällig an Gomez ist neben seiner Spielweise auch sein Auftreten abseits des Platzes. Wer sich noch erinnern kann an die Saison 2003/2004, mit den tollen Champio…
31.03.2008
By the way - Klinsmann und das Bayern-Tor
By the way - Klinsmann und das Bayern-Tor
Irgendwie ist nicht so recht was los derzeit in der Welt des Sports. Natürlich stehen zahlreiche Events bereit, im TV angeschaut oder in anderen Medien verfolgt zu werden, aber auch die nach wie vor spitzenmäßigen Moderationen von Sigi Heinrich bei der Biathlon-WM auf Eurosport konnten einen nicht wirklich aus einer gewissen Schläfrigkeit herausreißen. Vielleicht hat man zuviel Aufmerksamkeit in die US-Vorwahlen investiert, und für Sport war dann kein Platz mehr. Ob die Zumwinkel-Geschichte da hilfreich ist? Immerhin kurz aufmerken konnte ma…
18.02.2008

Das könnte Sie auch interessieren:

By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
By the way
05.03.2007
Sie lesen gerade: By the way