(openPR) Die neue Episode des Podcasts "Kult-Kicker - spezial - Promis und Fußball" ist online. Diesmal waren Johannes Strate (Fan von Werder Bremen) und Jakob Sinn (HSV-Fan) von der Band "Revolverheld" zu Gast.
Was hat "Revolverheld" mit Fußballern aus der Bundesliga gemeinsam? Auch sie sind es gewöhnt in vollen Stadien vor begeistertem Publikum zu spielen. Doch das sind laut den Bandmitgliedern Johannes Strate und Jakob Sinn nicht die einzigen Gemeinsamkeiten, denn eine Band kann man durchaus mit einem Fußballteam vergleichen. Vielleicht ohne Trainer... Dazu haben sie ja auch 2008 einen sehr erfolgreichen, offiziellen EM-Song produziert (Helden 2008). Auch auf Tour ist das Thema "Fußball" allgegenwärtig. Zur Not müssen die Proben darunter leiden...Zudem sind Johannes und Jakob absolute Experten des runden Leders, wobei der eine Fan vom SV Werder Bremen und der andere vom Hamburger SV ist. Da konnte Jakob als HSV-Supporter letzte Saison seinem Bandkollegen schon seine Erfahrungen berichten, wie es ist, wenn die Herzens-Mannschaft absteigt. Fußballerisch haben beide nicht unbedingt performt...aber trotzdem spielt dieser Sport bei beiden eine große Rolle. Da dürfen auch gemeinsame Stadionbesuche nicht fehlen. Natürlich haben beide eine eigene Meinung zur jeweiligen Situation "ihrer" Klubs, zum neuen Deutschen Meister FC Bayern München und deren Entwicklung, zu RB Leipzig, den Kampf um den Aufstieg in die erste Liga und zur Fußball-WM 2022 in Katar. Aber warum will Johannes nicht nur zu einem Spiel nach Madrid oder Barcelona, sondern nach Aue?
https://kult-kicker.de/2022/05/04/kult-kicker-podcast-spezial-folge-9-promis-und-fussball-johannes-strate-und-jakob-sinn-von-revolverheld/
Johannes zu Werders Abstieg:
Jakob hat mir schon nett das Händchen gehalten, als es passierte. Die allererste Nachricht allerdings als Werder abgestiegen war, kam von Mark Forster, der ja ein großer FCK Fan ist. Er sagte:“Mach’ dir nichts draus, dieser Schmerz geht vorbei. Ich hatte den schon mehrfach…“
Jakob zu Werders Abstieg:
Beim HSV ging es ja stetig bergab und ich glaube, diesen Schmerz den man empfindet, wenn dann der Verein absteigt, das ist schwierig zu vermitteln, aber Johannes hat es dann ja am eigenen Leib erfahren müssen.
Johannes zur Meisterschaft des FC Bayern:
Das ist total langweilig und Geld schießt Tore, so ist es einfach leider. Die Bayern haben das in den letzten 20 Jahren super aufgebaut, in den letzten 40 Jahren wahrscheinlich, und das zahlt sich natürlich jetzt Jahr für Jahr aus und Dortmund hat am zweitmeisten Geld und wird halt immer Zweiter.
Das ist natürlich ein bisschen langweilig in der Bundesliga.
Deswegen ist es denn dahingehend natürlich gerade schon spannend und durchaus cool, dass man derzeit in der zweiten Liga unterwegs ist, weil da ist es an Spannung nicht zu überbieten. So etwas wünscht man sich ja für die erste Liga. Wenn ich es mir backen dürfte, würde ich mir wünschen, dass St.Pauli, der HSV, Schalke und Werder aufsteigen. Das sind einfach super Vereine da oben und alle schon mit Erstliga-Erfahrung.
Jakob zu RB Leipzig:
Ich kenne niemanden, der sagt, RB Leipzig ist ein geiler Verein. Die spielen teilweise einen ansehnlichen Fußball, aber so wie das ganze Konstrukt hochgezogen wurde, das ist nicht das, wofür Werder Bremen, der HSV oder der FCK steht. Auch der FC Bayern hat sich das selbst erarbeitet, da steckt kein großer kein großer Investor dahinter, deswegen ist es bei RB Leipzig eine andere Nummer.
Johannes zu FC Bayern und RB Leipzig:
Der FC Bayern hat sich durch eigene Kraft in die Position gespielt, um ein attraktiver Verein für Investoren zu werden. Audi und auch die Telekom sind natürlich erst bei Bayern eingestiegen, nachdem der FC Bayern schon Deutschlands erfolgreichster Fußballverein war.
Leipzig spielt einen hochattraktiven Fußball und finde es einfach super, dass da auch ein Ostverein da oben mitmischt, das ist einfach auch richtig so. Ich habe auch nicht so Antipathien gegen Leipzig. Ich bin mit diesem Verein nicht aufgewachsen und verbinde dadurch mit denen einfach wenig.
Johannes zu den Gründen des Abstiegs vom SV Werder:
Man merkt ja jetzt, dass es noch im Verein stimmt. In den letzten Jahren hat es auch durchaus gestimmt.
Ich mag Florian Kohfeldt als Mensch eigentlich sehr. Und ich habe auch immer gesagt, er ist ein wahnsinnig guter Trainer, an dem kann es nicht liegen und mit dem müssen wir doch die Klasse halten.
Vielleicht ist sein Matchplan aber auch einfach bisschen eindimensional gewesen, als es auf die Art und Weise nicht funktionierte, dass er einfach das Modell dann mit dem Team so nicht umstellen konnte. Vielleicht hatte man früher reagieren müssen weil man sieht ja jetzt mit dem Typ Ole Werner,
der anderen Schwung reinbringt. Der Einstieg von Kohfeldt bei Wolfsburg war auch nicht so grandios. Auch da es ist ja mal gut mal nicht.
Vielleicht war es am Ende eine Trainer-Geschichte.
Johannes zur aktuellen Situation beim SV Werder:
Wenn wir es hinkriegen, nach einem Jahr wieder aufzusteigen, dann wird Werder sicher gestärkt daraus hervorgehen.
Dann ist der Schaden wahrscheinlich auch noch zu verkraften und dann kommt man aus einer Saison, wo man viel gewonnen hat und hat Power im Rücken und dann kann ich mir auch gut vorstellen, dass Werder sich auch wieder in der ersten Liga etabliert. Wenn wir das jetzt nicht schaffen sollten, dann kann ich mir schnell vorstellen dass ein so bisschen das Schicksal wie beim HSV blüht. Dann werden es einfach harte Jahre, es steigen immer wieder starke Mannschaften ab. Dann muss man eben gucken, was man für einen Weg geht. Ich weiss auch nicht wie die Motivation ist, wenn das jetzt kurz vorm Ziel eben dann nicht klappt. Ich kann mir schon vorstellen, dass das dann einen Knick geben kann.
Mittlerweile glaube ich aber auch dran, dass wir diesen Aufstieg jetzt irgendwie nach Hause bringen.
Jakob zur Situation beim HSV:
Ich glaube, die HSV-Fans und der gesamte Verein sind demütiger geworden. Anders als bei Werder Bremen hat man die Jahre vor dem Abstieg gemerkt, dass irgendwas nicht stimmen kann. Es ging immer gegen den Abstieg und es war ja immer unglaublich knapp. Irgendwann war es dann so weit.
Die Anspruchshaltung ist schon sehr hoch, aber ich habe das Gefühl, dass mittlerweile alles ein bisschen realistischer betrachtet wird, ein bisschen mehr Demut da ist und das vielleicht am Ende dann etwas den Druck nimmt von den Spielern. Ich glaube das Gefühl, was die Spieler immer im letzten Saisondrittel hatten, war, jetzt können wir was verkacken, jetzt geht es hier um alles, und das war offensichtlich im Kopf zu viel.
Johannes zur WM in Katar:
Ich muss sagen, unter all den Vorzeichen und auch noch zu der Jahreszeit interessiert es mich dieses Jahr wirklich weniger. Aber also bei so einer Scheiße mit so vielen Menschenrechtsverletzungen und so vielen Toten im Vorfeld, weiß ich nicht, ob ich unbeschwert vorm Fernseher sitzen und Fußball gucken. Im Endeffekt, wenn die deutsche Mannschaft sensationell spielen sollte und man kriegt dann mit, dass sie ins Halbfinale kommen, dann wird man sich das wahrscheinlich auch anschauen. Aber im Moment habe ich von meinem Gefühl her noch keinen Bock drauf.
Jakob zur WM in Katar:
Geht mir ähnlich so. Die Menschenrechtsverletzung, die so offensichtlich stattgefunden haben, haben natürlich von vorne herein einfach ein sehr, sehr schlechtes Bild auf dieses Turnier geworfen haben.
Man kann es von zwei Seiten sehen. Das eine ist, dass das wahrscheinlich niemals an die Öffentlichkeit gekommen wäre, wenn es nicht dieses Turnier geben würde. Wenn am Ende dann vielleicht die Bedingungen in Zukunft da anders laufen, dann hat es auch was Positives. Grundsätzlich ist es erstmal so, dass man sich nicht gut dabei fühlt und mehr denn je finde ich auch, wie kann das sein, es regiert doch eigentlich nur noch das Geld.
Johannes zu politischen Statements von Spielern zur WM:
Es immer noch eine große Ehre, wenn deine Nationalmannschaft dich fragt, ob du spielen möchtest. Dann sagst du natürlich erstmal ja. Das ist ja auch eine riesige Chance und sicherlich ein großartiges Erlebnis. Sie können sich aber trotzdem kritisch äußern, das haben ja auch schon etliche getan und das wird auch nicht weniger werden.
Dass dir da als Fußballer einer Nationalmannschaft in einem Land, wo die Meinung unterdrückt ist, natürlich nichts passieren kann, wenn du dich dahin stellst und sagst, ich finde das nicht in Ordnung und man muss hier genau hinschauen, das ist ja traurigerweise auch klar. Ich erwarte da schon, dass der eine oder andere den Mund aufmacht aber ich glaube das wird auch passieren.
Vielleicht ist ja etwas dabei! Würde mich freuen! Gerne mit Quellenangabe (entweder den Podcast https://kult-kicker.de/2022/05/04/kult-kicker-podcast-spezial-folge-9-promis-und-fussball-johannes-strate-und-jakob-sinn-von-revolverheld/ oder www.kult-kicker.de)













