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Die Schweiz setzt auf deutsche Pandemievorsorge

01.03.200711:49 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Zur Verbesserung der Notfallplanung bei Pandemien: Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit kooperiert mit der Tübinger ExploSYS GmbH

(Stuttgart/Tübingen) - Mit einem Simulationsverfahren, das in kürzester Zeit den Verlauf von sich pandemisch ausbreitenden Infektionskrankheiten für ganze Städte und Regionen berechnen kann, sorgte die ExploSYS GmbH bereits im Jahr 2005 für Aufsehen. Jetzt hat sich das Schweizer Bundesamt für Gesundheit, BAG, die Kompetenz der Tübinger ins Haus geholt. Zweck der Kooperation ist es, den ExploSYS Influenza-Simulator "InfluSim" an die Schweizer Bedürfnisse anzupassen, um im Falle einer Influenza-Pandemie oder vergleichbarer Ereignisse adäquat vorbereitet zu sein. Die Zusammenarbeit ist ein erster Schritt, die Expertise des Tübinger Unternehmens erfolgreich zu vermarkten.

Noch ist kein aktueller Ausbruch einer Pandemie auszumachen, aber weder über den Zeitpunkt noch über die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Infektionskrankheiten wie SARS, Pocken und Malaria können bisher auch nur annähernd exakte Vorhersagen getroffen werden. Doch für lokale und nationale Gesundheitsbehörden ist es enorm wichtig, im Notfall optimal vorbereitet zu sein. Hilfe verspricht hier eine Software der Tübinger ExploSYS GmbH, die die Verbreitung von Infektionskrankheiten exakt zu simulieren vermag. Das gemeinsam von dem Biologen PD Dr. Martin Eichner und dem Mathematiker Dr. Markus Schwehm entwickelte Computerprogramm InfluSim bildet Pandemieverläufe für ganze Regionen ab und bezieht dabei die Auswirkungen von Maßnahmen wie Impfung, Quarantäne oder Prophylaxe mit ein. Gestützt auf über 50 Kenngrößen - darunter Parameter wie Alter, Kontaktverhalten der Personen oder Ansteckungszeiten - kann das Programm schnell an neue Erkenntnisse über Eigenschaften erstmalig auftretender Erreger angepasst werden.
Bisher war das Schweizer Bundesamt für Gesundheit in Bern mit einem 250-seitigen Influenza-Pandemieplan gegen eine möglicherweise drohende Grippewelle gerüstet. Diese Vorsorgemaßnahme soll nun optimiert werden: "Was uns fehlte, war ein dynamisches Modell als Werkzeug zur Notfallvorbereitung", erklärt Jürgen Oberreich, Co-Leiter Meldesysteme der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG. Aus diesem Grund gab die Abteilung, die in Zusammenarbeit mit den Kantonen und internationalen Gesundheitsbehörden Vorkehrungen trifft, um die öffentliche Gesundheit in der Schweiz zu schützen und die Auswirkungen von Ausbrüchen und Epidemien übertragbarer Krankheiten einzudämmen, im April 2006 eine geschlossene Ausschreibung heraus. Neben den Schweizer Universitäten waren lediglich vier nicht-schweizerische Anbieter, darunter die in der BioRegion STERN ansässige ExploSYS GmbH, aufgerufen, bis Mai 2006 Angebote für eine Pandemie-Simulation einzureichen. "Wir suchten Experten, die gemeinsam mit uns ein Planungswerkzeug für eine Influenza-Pandemie entwickeln", sagt Jürgen Oberreich. Durch eine Presseinformation der BioRegio STERN Management GmbH sei man auf das Tübinger Unternehmen aufmerksam geworden. Die Komplexität, Praxisbezogenheit, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit des Influenza-Simulators waren es, die das BAG schließlich überzeugten. Das Programm war bereits so ausgereift, dass eine sofortige Zusammenarbeit möglich war.
Insgesamt sechs Arbeitspakete hat das BAG mit ExploSYS definiert und beauftragt, hinzu kommen Vorträge beim Schweizer Bundesamt, gemeinsame wissenschaftliche Publikationen und mehrere einwöchige Arbeitstreffen. Aus der im Jahresverlauf 2006 schriftlich fixierten Geschäftsvereinbarung resultiert ein reger Austausch zwischen den Tübinger Wissenschaftlern und dem BAG.
Die regelmäßigen Arbeitstreffen dienen vor allem dazu, verschiedene Pandemie-Szenarien durchzuspielen, um die im Ernstfall effektivsten Maßnahmen zu ermitteln - ein Vorgehen, das den Schweizer Gesundheitsbehörden im Fall einer Pandemie helfen soll, unter Berücksichtigung der nationalen Ressourcen die richtigen Entscheidungen zu treffen. "Sämtliche Maßnahmen und ihre Wirksamkeit genau zu analysieren, kann im Notfall überlebenswichtig sein", sagt PD Dr. Martin Eichner. Einige der über 50 Stellgrößen des Programms werden zu diesem Zweck speziell auf die Schweizer Verhältnisse abgestimmt. Mit der Anpassung der Parameter und einer anschließenden Sensitivitätsanalyse konnte das erste Arbeitspaket bereits erfolgreich abgeschlossen werden; fünf weitere Arbeitspakete - darunter "Krankenhäuser" und "Prophylaxe mit antiviralen Medikamenten" - sind in Arbeit.
Erst einmal vollständig auf die Schweizer Verhältnisse zugeschnitten, versetzt InfluSim das Bundesamt für Gesundheit in die Lage, den staatlichen Pandemieplan laufend an neue Entwicklungen und Erkenntnisse anzupassen. Dies ist die Voraussetzung, um potenzielle Pandemieverläufe zu berechnen und die Zahl der Erkrankungsfälle, Arztbesuche, Krankenhauseinweisungen, Todesfälle und den volkswirtschaftlichen Schaden verlässlich zu prognostizieren. Die Möglichkeit, verschiedene Notfallszenarien "durchrechnen" zu können, stellt zugleich eine große Hilfe für die Einsatzkräfte in Krankenhäusern und Flughäfen dar - Orte, an denen Epidemien üblicherweise zuerst identifiziert werden.
Da die Influenza-Simulation von ExploSYS als Plattform betrachtet wird, um mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, ist die kontinuierlich erweiterte Software nach wie vor frei verfügbar. Der bisherige Erfolg spreche für sich, versichert Dr. Markus Schwehm, zweiter Geschäftsführer von ExploSYS. Nicht nur die Kooperation mit dem Schweizer BAG gibt ihm Recht, sondern auch das wachsende internationale Interesse. So setzen die südkoreanischen Centers for Disease Control and Prevention, CDC, das Programm gezielt für ihre Pandemieprävention ein, nachdem Mitarbeiter es im Internet entdeckt haben. "Auf einer zweitägigen Pandemieübung lief InfluSim im Hintergrund und lieferte die Szenarien für die Übungsteilnehmer", sagt PD Dr. Martin Eichner. Dafür habe das CDC das deutsche InfluSim-Handbuch sogar ins Koreanische übertragen. Zudem zeigten viele Gespräche mit Vertretern europäischer Gesundheitsämter, die die ExploSYS-Gründer im Zusammenhang mit Treffen der Europäischen Union oder der G8 führten, in welchem Umfang InfluSim bereits genutzt werde, so Eichner. "Das sind Rückmeldungen, die wir sonst nicht erhalten, weil das Programm ja frei zugänglich ist."
Um weitere Projekte in der Art der Kooperation mit dem Schweizer BAG zu initiieren, planen die Tübinger Simulationsexperten jetzt, die Benutzeroberfläche von InfluSim in weitere Sprachen zu übersetzen. Immerhin sind bereits Behörden aus Japan und Singapur vorstellig geworden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sehen die beiden ExploSYS-Geschäftsführer in der betrieblichen Pandemievorsorge, nachdem sie bereits von einer deutschen Großbank als Gutachter für deren internen Pandemieplan engagiert wurden. Ein weiteres Modell zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ganzer Abteilungen soll entwickelt und nach erfolgreicher Erprobung auch anderen Unternehmen angeboten werden.
zk-big

Herausgeber:
BioRegio STERN Management GmbH, Friedrichstraße 10,
70174 Stuttgart, 0711-8703540, E-Mail
Redaktion: Zeeb Kommunikation, Hohenheimer Straße 58a,
70184 Stuttgart, 0711-6070719, E-Mail
ExploSYS GmbH: Dr.-Ing. Markus Schwehm,
PD Dr. Martin Eichner, Westbahnhofstraße 55,
72070 Tübingen, 07071-2978250, E-Mail

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