(openPR) Autos, die heutzutage auf dem Markt landen, sind mehr als nur Fortbewegungsmittel. Sie speichern große Mengen an Daten über das Fahrzeug und seinen Nutzer. Doch welche Daten werden gespeichert und ist das so überhaupt in Ordnung?
Welche Daten werden gespeichert?
Ihnen ist vermutlich bewusst, dass Informationen wie Geschwindigkeiten, Drehzahl oder Fahrzeugposition aufgezeichnet werden. Das ist aber nicht alles.
Untersuchungen des ADAC aus den Jahren 2011 bis 2018 bei BMW, Mercedes und Renault ergaben unter anderem, dass auch regelmäßig Daten an die Hersteller übermittelt werden, wie der Standort des Wagens oder der Ladestand der Batterien.
Datenspeicherung bei Mercedes
Genauer betrachtet wurde beispielsweise eine Mercedes B-Klasse. Dabei ergab sich, dass das Fahrzeug alle zwei Minuten Standort-Daten an Mercedes überträgt. Erschreckend ist auch die Erkenntnis, dass Mercedes in der Lage ist, eine Art „Profil“ des Fahrers beziehungsweise Besitzers zu erstellen.
Die B-Klasse speichert Informationen über die Anzahl der elektronischen Gurtstraffungen oder eine zu hohe Motorendrehzahl, wodurch auf den Fahrstil des Autohalters geschlossen werden kann. Dabei werden zusätzlich die gefahrenen Kilometer auf dem Land, in der Stadt oder auf der Autobahn getrennt voneinander gespeichert und es ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild.
Datenspeicherung bei Renault
Renault - bei diesem Hersteller wurde das Elektromodell Zoe untersucht - kann sogar das Aufladen der Batterie blockieren, falls beispielsweise eine Leasingrate nicht überwiesen wurde. Zwar werden „nur“ alle 30 Minuten Datenpakete an Renault gesendet, jedoch ist dort so ziemlich jede relevante Information enthalten, bis hin zur Ladung und Zellspannung der Batterie.
Datenspeicherung bei BMW
Bei BMW wurde das Diesel-Modell 320d im Jahre 2015 untersucht. Auch dabei ergab sich, dass BMW eine Art Profil des Fahrers erstellen kann. Dabei werden Daten gespeichert wie Drehzahlen oder Informationen darüber, wie oft und welche Kurz- und Langstrecken gefahren werden oder welche Getriebe-Modi der Fahrer nutzt. Selbst, wie oft der Sitz elektrisch verstellt wird, wird gespeichert.
Der BMW i3, ein Plug-In-Hybrid, wurde 2015 ebenfalls näher untersucht. Auch dieser übermittelt Daten an den Hersteller. Nach Absperren des Fahrzeugs wird der Standort direkt übermittelt. Auch hier erhält BMW umfangreiche Informationen über den Ladezustand der Batterie, den Fahrmodus, wie viel elektrisch und wie viel mit Benzin gefahren oder auch wo und wie oft die Batterie des Wagens geladen wurde.
Im Wesentlichen unterscheiden sich die gespeicherten Informationen bei beispielsweise Mercedes und BMW nicht besonders, wobei das Sammeln von Daten auch von Modell zu Modell unterschiedlich gut möglich ist. Je mehr technischen „Schnick-Schnack“ ein Modell bietet, desto mehr Daten können auch abgegriffen werden.
Warum sammeln Automobilhersteller Daten?
Aus der Frage nach dem „Warum?“ resultiert in diesem Fall eine simple Antwort: Es geht um Geld! Dahinter steht der Gedanke der Automobilindustrie, nicht nur an den Autos, sondern auch an einem datenbasierten Geschäftsmodell zu verdienen.
Heutzutage sind Daten alles. Schließlich sind die Mehrheit der wertvollsten Unternehmen der Welt datenbasiert. Dazu zählen zum Beispiel Apple, Microsoft, Amazon oder auch Facebook. Da möchte die Autoindustrie natürlich mitziehen.
Daten, die von den Autoproduzenten gespeichert werden, könnten zukünftig vor allem auch für Verkehrskonzepte relevant werden – damit ließe sich viel Geld verdienen. Wozu die gespeicherten Daten genutzt werden, ist aktuell nicht wirklich transparent, jedoch steht außer Frage, dass die Autohersteller die gespeicherten Informationen nutzen, um noch mehr Geld zu verdienen.
Was sagen die Hersteller?
Einem Statement von BMW zur ADAC-Untersuchung lässt sich entnehmen, womit die Datenspeicherung gerechtfertigt wird. Die Informationen, die gespeichert werden, kämen dem Kunden zugute, indem Fehler leichter erkannt und behoben werden können.
Jedoch müssen sich auch die Autobauer an gesetzliche Vorlagen halten. So sind die Unternehmen dazu verpflichtet, die Einhaltung der DSGVO, logischerweise innerhalb der EU, von externen Datenschutzbeauftragten überwachen zu lassen.
Fest steht, dass ihre Fahrzeuge zukünftig immer mehr vernetzt werden und den Herstellern heute nicht mehr nur auf dem konventionellen Weg Gelder einbringen. Ihr Auto ist heute mehr als nur ein Fortbewegungsmittel.
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/assistenzsysteme/daten-modernes-auto/
https://www.pcwelt.de/news/Datenkrake_Auto_dient_als_Beweismittel_gegen_den_Fahrer-Datenunsicherheit_auf_vier_Raedern-8804783.html












