(openPR) Seit Jahren beklagt die Branche Umsatzrückgänge - die Deutschen waschen Ihre Autos seltener und sind zudem auch noch kritischer, was das Waschergebnis betrifft. Die Branche reagierte darauf mit noch sanfteren, aber gründlicheren Waschverfahren und noch mehr Pflege für des Deutschen liebstes Kind. Gewaschen wird deswegen trotzdem nicht häufiger.
Woran dieses liegt, untersuchte nun der Designer Wolfgang Moll, Inhaber des Designbüros Produkt + Projekt, aus der Sicht des Gestalters. Hierbei kam Erschreckendes zu Tage. Während das Benutzen einer Waschstraße dem Autofahrer zumindest noch ein Geisterbahnerlebnis beschert - allgemeine Anspannung, einige Schreckmomente und dann das wohlige Gefühl der Erleichterung - und somit noch einen gewissen Unterhaltungswert hat, sieht es bei der Wäsche in einer Portalwaschanlage an der Tankstelle wirklich finster aus.
Um den Tankstellenverkehr nicht zu behindern, wurde die Einfahrt oft an die Rückseite der Tankstelle gelegt. Bei vielen Tankstellen gilt jedoch "vorne hui, hinten pfui". Schon die Fahrt zur Waschanlage entführt den Autofahrer in übelste Hinterhofatmosphäre, vorbei an Müllcontainern, leeren Getränkekisten und Altteilen, mit einem unschönen Einblick in unaufgeräumte Hinterzimmer, Büros oder Lager.
Hat man sein Auto dann der Anlage überlassen, und hat sich vielleicht sogar ein Tor mit beschlagenen, undurchsichtigen Scheiben und metallischem Ächzen hinter dem Fahrzeug gesenkt, bleibt einem in den nächsten Minuten nichts anderes übrig, als den unheimlichen Geräuschen zu lauschen und sich dem unschönen Ambiente zu widmen. Man entdeckt gammelige Mülleimer, verwitterte Hinweiszettel, Rost und Schmutz. So steht man da und fragt sich unweigerlich, ob das Auto heil bleibt und ob es in diesem Umfeld überhaupt sauber werden kann.
Da ist die kritische Überprüfung des Waschergebnisses fast schon obligatorisch. Und so ein Erlebnis macht auch nicht unbedingt Lust auf eine baldige Wiederholung. Kein Wunder, dass man die nächste Autowäsche gerne hinausschiebt. Vorbei die Zeiten, in denen die wöchentliche Wagenwäsche ein angenehmes Ritual war. Einmal im Monat muss reichen und man spart noch Geld dabei.
Aber ist dieses wirklich im Sinne des Autofahrers, fragte sich der Designer Moll, der selbst Autos mitgestaltet. Wird uns der Sauberkeitszustand unserer Autos wirklich zunehmend egal? Aber woher kommt dann das Phänomen, dass bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr oder nach längeren Regenperioden ganz plötzlich alle ihr Auto blitzen sehen wollen und dann tatsächlich lange Schlangen an den Waschanlagen entstehen? Im Sinne der Betreiber wäre doch sicher eher eine regelmäßige und verteilte Auslastung der Waschanlagen.
Um dieses zu erreichen, muss man sich der wahren Problematik stellen. Ein sauberes gepflegtes Ambiente auch hinter der Tankstelle ist eine Maßnahme, aber auch die Wartezeit muss angenehm und kurzweilig gestaltet werden. Damit dieses nicht nur Wunschdenken bleibt, hat das Designbüro Produkt + Projekt bereits einige gute Ideen entwickelt, denn Wolfgang Moll möchte nicht nur Autos gestalten, sondern auch das automobile Umfeld. Tanken und Waschen gehören zum Autofahren dazu und sollten nicht die Tiefpunkte im Leben des Autofahrers sein.
Produkt + Projekt
Wolfgang Moll
Stabiusstraße 7
85049 Ingolstadt













