(openPR)
- Wilde Bestäuber steigern Qualität und Größe der Früchte signifikant
- Fruchtansatz bei Äpfeln mehr als doppelt so hoch
- Mauerbienen sichern Ertrag auch in voll eingenetzten Anlagen
Konstanz, 29. März 2021 – Viele Obstbauern setzen schon lange auf Wildbienen, um die Bestäubung ihrer Anlagen zu sichern. Dabei kommt vor allem die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) zum Einsatz, die sich leicht mit Nisthilfen ansiedeln lässt, vor allem in Kirsch- und Apfelkulturen. Eine aktuelle Untersuchung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bestätigt nun erneut, dass die Gehörnte Mauerbiene den Ertrag in Apfelanlagen spürbar steigern kann.
Sonja Wörl von der Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie kommt in ihrer Bachelorarbeit vom März 2021 zu den Apfelsorten Topaz und Braeburn zu folgendem Ergebnis: „Der Einfluss der Mauerbiene auf den Fruchtansatz zeigte sich signifikant mit 54,5 Prozent mehr Fruchtansätzen.“ Auch der Ertrag sei im Bereich mit Mauerbienen deutlich höher gewesen: exakt um 37,8 Prozent in der Anzahl der Früchte und um 32,7 Prozent im Fruchtgewicht. Die aktiv ausgebrachten Wildbienen steigerten laut Wörl zudem die Fruchtqualität. Sie sorgten demnach für 13,1 Prozent größere Fruchtdurchmesser und 24,4 % mehr Kerne als in dem Vergleichsbereich ohne Mauerbienen.
Mauerbienen bringen Mehrwert
„Diese Ergebnisse verdeutlichen den Mehrwert durch eine zusätzliche Bestäubung mit Mauerbienen und zeigen in diesem Zusammenhang allgemein den immensen Wert der Wildbienen als Bestäuberinsekten“, lautet Wörls Fazit.
Die Studentin hatte im Jahr 2020 in einem Feldversuch in Stockach am Bodensee zwei Bereiche derselben Apfelanlage mit den Sorten Topaz und Braeburn miteinander verglichen. In einem Bereich nisteten Gehörnte Mauerbienen des Bestäubungsdienstleisters Pollinature. In dem 174 Meter entfernten Vergleichsbereich wurden keine Mauerbienen ausgesetzt.
Mauerbienen und Niststände hatte Pollinature gestellt. Die Ergebnisse ihres Versuches über eine Saison hat Wörl in ihrer Bachelorarbeit zusammengefasst unter dem Titel: „Auswirkungen einer zusätzlichen Bestäubung durch die heimische Mauerbiene Osmia cornuta auf Fruchtansatz, Ertrag und Fruchtqualität bei den Apfelsorten ̔Braeburn ̓ und ̔Topaz ̓“.
Erfolgreicher Einsatz auch in voll eingenetzten Apfelanlagen
Der gewinnbringende Einsatz von Mauerbienen ist nicht auf offene Obstplantagen beschränkt. Auch in voll eingenetzten Apfelanlagen können ausgebrachte Mauerbienen die Bestäubung sichern. Darauf weist eine aktuelle Untersuchung hin, die jüngst in der Schweizer „Zeitschrift für Obst- und Weinbau“, Ausgabe 4/2021, veröffentlicht wurde. Dort schreiben die Verfasser Damien Tschopp und Dr. Steffen Hagenbucher als Resümee: „Die Gehörnte Mauerbiene konnte in unserem Versuchsaufbau ein gutes Bestäubungsergebnis erbringen. Durch die homogenen Erträge und die ausgeglichene Fruchtqualität […] kann man davon ausgehen, dass Mauerbienen geeignete Kandidaten für die Bestäubung von voll eingenetzten Obstanlagen sind.“
Bildauswahl
https://pollinature.net/bildauswahl-presse/https://pollinature.net/bildauswahl-presse/










