(openPR) Es folgen Auszüge aus einem aktuellen Interview mit Stena Line-Sprecher Martin Wahl (Standort Kiel). Das komplette Interview ist zu finden unter:
www.nordisch.info/schweden/interview-mit-stena-line-reiselust-der-menschen-weiterhin-ungebrochen/
Behandelte Themen:
- Fährtourismus und Corona (Status quo und Ausblick)
- Systemrelevanz der Branche in Krisenzeiten (Brexit, Lebens- und Arzneimittelversorgung)
- Fährlogistik der Zukunft (KI-gestützte Systeme, emissionsfreier Antrieb)
Ausgewählte Interview-Auszüge:
1) Was denken Sie, wie die Pandemie Ihre Branche verändern wird? Eher Chance, eher Risiko?
Es gibt plausible Gründe dafür, dass wir bestens gewappnet sind. Erstens: Fähren bieten sehr viel Platz, sodass man sich bei Bedarf beispiellos gut aus dem Weg gehen kann. Gepaart mit einer Menge frischer Seeluft.
Zudem kann das eigene Fahrzeug praktischerweise überall hin mitgenommen werden, was uns – zweitens – zum idealen Transportmittel für den Familienurlaub im Ferienhaus, für Campingurlaube oder Roadtrips im Wohnmobil macht. Also für so ziemlich alle Reisetrends, die durch die Pandemie mit Sicherheit gestärkt werden.
2) Inzwischen hat man fast das Gefühl, die aufgestaute Reiselust vieler Menschen mit Händen greifen zu können. Deckt sich das mit Ihren Erkenntnissen?
Dazu gibt es zahlreiche ermutigende Umfragen. Demnach ist die Reiselust der Menschen weiterhin ungebrochen. Wir rechnen mit kräftigen Nachholeffekten, sobald uneingeschränktes Reisen wieder möglich ist.
3) Der Tourismus ist natürlich nur eine Ihrer Säulen, der Frachtverkehr die andere. Welche Rolle hat das in der Corona-Frühphase gespielt?
Eine sehr entscheidende. Als großes Fährunternehmen merkt man in solch einer Phase umso mehr, wie systemrelevant man ist. Erfreulicherweise konnten wir unseren Beitrag leisten, um die Versorgung mit Nahrungs- und Gebrauchsgütern, aber auch mit dringend benötigten Arzneimitteln und Schutzausrüstungen über viele Landesgrenzen hinweg sicherzustellen.
4) Thema Brexit: Sie haben früh im Jahr Ihre Direktrouten nach Irland aufgestockt und so am EU-Warenmarkt eine wichtige Brücke gebaut. Womit rechnen Sie im nächsten Schritt beim Tourismusgeschäft?
Mit der Stärkung unserer Route von Cherbourg in Nordfrankreich nach Rosslare in Irland haben wir in der Tat auf die Anforderungen des Marktes reagiert, um es so auszudrücken. Zum Glück ist es uns dank der flexibel einsatzbaren Flotte in der Irischen See gelungen, die durch den Brexit kurzfristig entstandenen Spitzen im Frachtverkehr voll zu bedienen.
Touristisch haben bereits die letzten Jahre gezeigt, dass direkte Routen nach Irland immer mehr nachgefragt sind, wobei das Reisegeschäft natürlich stark saisonabhängig ist. Ich gehe aber davon aus, dass wir mit den beiden aktuellen Fähren auf dieser Route gut aufgestellt sind.
5) Ihre Branche steht vor einer weiteren großen Herausforderung: Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Wohin steuert Stena Line hier?
Es ist unser erklärtes Ziel, beim Thema Nachhaltigkeit führend in der Schifffahrt zu sein. Die dazu passende Strategie beruht auf fünf Schlüsselbereichen, die übrigens auch die Vereinten Nationen als maßgeblich betrachten: Nutzung sauberer Energien, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, Schutz des Lebens unter Wasser, Gesundheit und Wohlergehen sowie Gleichstellung und Inklusion.
6) Können Sie am Beispiel Umweltschutz konkret werden?
Wir setzen schon jetzt treibstoffeffiziente, KI-gestützte Fähren ein, die sowohl die Kapitäne als auch die Offiziere an Bord bei der Einsparung von Treibstoff und Emissionen unterstützen. Soweit Schritt eins.
Schritt zwei ist die Einführung der Elektromobilität: Die für uns ab 2030 in See stechende Stena Elektra wird die weltweit erste fossilfreie RoPax-Fähre ihrer Größe sein. Mit einer Länge von etwa 200 Metern soll sie Platz für 1.000 Passagiere bieten und eine Frachtkapazität von 3.000 Lademetern haben.











