(openPR) Finnland ist zum vierten Mal in Folge zum glücklichsten Land der Erde gewählt worden. Das geht aus dem jüngsten Weltglücksbericht (Happinessreport) hervor, der gerade veröffentlicht wurde. Wenn die Finnen vom Glücklichsein reden, dann sprechen sie von «onnelinnen» - und davon gibt es in Finnland offenbar mehr als genug. Drei Gründe, die im Corona-Jahr besonders ausschlaggebend waren, und drei Glückstipps!
Deutschland verbesserte sich um gleich zehn Plätze und rutschte von Platz 17 auf Rang 7. Dieses Mal war der Weltglücksbericht besonders spannend, weil es darum ging herauszufinden, wie sich die Pandemie auf das Glücksempfinden der Menschen ausgewirkt hat. Außerdem konnten die sonst üblichen Interviews in den einzelnen Ländern nicht persönlich durchgeführt werden.
Drei Hauptgründe
Es gibt sicher viele Gründe, die dazu beitragen, die wichtigsten drei Gründe, die im Corona-Jahr zum Wohlbefinden beigetragen haben, hängen eng mit der finnischen DNA zusammen.
- Vertrauen - die Finnen haben einerseits großes Vertrauen untereinander, anderseits gibt es ein historisch gewachsenes Grundvertrauen gegenüber der Regierung - das war gerade jetzt im Jahr der Pandemie unheimlich wichtig.
Also so nach dem Motto: Was die Regierung sagt, wird schon richtig sein.
Finnland hat früh reagiert und gleich zu Beginn Anfang März einen harten zweimonatigen Lockdown verordnet und die Grenzen nahezu dicht gemacht. Zugute kam sicher auch die Lage am nördlichsten Ende der EU - sie waren also weit weg von Ländern mit hohen Inzidenzen und Todesraten.
Das Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit. Auch der Staat vertraut darauf, dass sie Menschen den neuen Regeln folgen. So gibt es bis heute keine Maskenpflicht, sondern nur eine Empfehlung. Es macht einen himmelweiten Unterschied, ob ich zu etwas gezwungen oder unter Strafandrohung genötigt bin - oder ob ich etwas freiwillig tue, weil der Sinn und Zweck nachvollziehbar ist.
Anti-Corona-Demos sucht man in Folge dessen vergeblich in Finnland. Klar gibt es auch dort Corona-Leugner, aber "Querdenker-Proteste" wie in Deutschland spielen sich in Finnland eher im Internet ab. Und klar auch: Viele Finnen haben - wie anderswo auch - die Maßnahmen satt. Trotzdem lassen die meisten ihren Verstand eingeschaltet.
2. Gleichberechtigung und Chancengleichheit - beides ist in Finnland traditionell stärker ausgeprägt als anderswo. Das sieht man schon daran, dass die derzeitige Regierung unter Sanna Marin zum überwiegenden Teil aus jungen Frauen besteht.
Nur ein Beispiel: Jedes Neugeborene erhält vom Staat eine Babybox - mit wirklich allem, was es für einen guten Start ins Leben braucht - vom Strampler bis zum Schlafsack. Denn die Finnen sind überzeugt, dass jede/r dieselben Chancen haben soll. Auch die Sprache trägt dazu bei. Im Finnischen gibt es keine Unterscheidung zwischen "er" und "sie".
3. Dass sie so glücklich sind, liegt schlicht in ihrer Natur - ganz wörtlich. Die Finnen verbringen unheimlich viel Zeit draußen - egal ob Sommer oder Winter. Und die Natur ist nie weit weg. Immerhin sind fast 70 Prozent der Fläche sind Wald - und dann kommen noch 188.000 Seen dazu.
So verbringen viele Finninnen und Finnen ihren Sommer gerne im Ferienhaus (mökki) am See - und zelebrieren das einfache Leben: Beeren pflücken, angeln, grillen, auf den See schauen und zum Entschleunigen und Entspannen abends in die Sauna.
Das Glück ist flüchtig
Glück ist ja nicht nur eine ziemlich flüchtige, sondern auch eine ziemlich komplizierte Angelegenheit - und bei den Glücksrankings spielen Offenheit, Wohlstand, wenig Korruption und Freiheit immer eine große Rolle. All das hat Finnland und die Finnen sind dessen aufgrund ihrer Geschichte vielleicht bewusster.
Schließlich sind sie erst seit 100 Jahren unabhängig und haben sich in dieser Zeit von einem armen Bauernvolk zu einem hochtechnisierten und hochgebildeten Land entwickelt.
Ein finnischer Spruch besagt: Glück ist irgendwo zwischen zu viel und zu wenig. Es geht immer also auch um das Maß und die Erwartung. Die Finnen erwarten nicht so viel und sind glücklich mit dem, was sie haben. Glück ist also letztlich auch eine Frage der Einstellung zum Leben.
3 Glücksrezepte
- Ein bisschen mehr Bescheidenheit. Angeberei ist in Finnland verpönt und so gibt es auch weniger Neid. Eine Studie hat ergeben, dass Finnen auf Instagram kaum Bilder posten, die ihren Status, ihren Reichtum zeigen, sondern vor allem; Naturaufnahmen. Also: einfach mal zufrieden sein, mit dem, was ist.
2. Raus in die Natur: frische Luft tanken, abschalten vom Alltag, ein schöner Waldspaziergang zum Beispiel kann Wunder wirken und reduziert zugleich ihren Stresspegel, das weiß man ja mittlerweile aus der Forschung.
3. Sauna: einfach schwitzen, abschalten und sein. So wie man ist. Jeder ist gleich. Die finnische Saunakultur wurde gerade erst im Dezember von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt. Fünf Buchstaben für eine ganze Lebensart.















