(openPR) Thalfang, 23.02.2021. Im acabus-Verlag Hamburg ist soeben der neue Kriminalroman „Tödliche Intelligenz“ für die Krimiserie um die Trierer Kommissarin „Christine Bernard“ erschienen.
Der Thalfanger Buchautor Michael E. Vieten platziert die Handlung dieser seit 2015 erscheinenden Reihe im Südwesten von Rheinland-Pfalz zwischen Mosel und Hunsrück.
Taschenbuch und E-Book sind ab sofort im deutschen Buchhandel erhältlich. Gerne stellen wir Ihnen ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung.
Titel: Christine Bernard – Tödliche Intelligenz
Kriminalroman (Band 6)
294 Seiten
Klappentext: Ein Industrieroboter verletzt einen Arbeiter tödlich. Zeugen berichten von einem gezielten Angriff. Was steckt dahinter? Künstliche Intelligenz oder der entfesselte Mensch? Dann geschieht ein zweiter Mord. Perfekt geplant und grausam ausgeführt. Töten diese Maschinen autonom? Handeln sie nach einem Motiv?
Schwierige Ermittlungen in Kommissarin Bernards neuem Fall führen ihr Team in die Hochtechnologie der modernen Automatisierung und in die Untiefen menschlicher Gefühle.
Taschenbuch zum Preis von 14,00 Euro.
ISBN: 9783862828005
E-Book zum Preis von 7,99 Euro.
ISBN: 9783862828029
Leseprobe: Tote laufen nicht davon
Die Sonne ging auf und es begann einer dieser angenehmen Herbsttage, dessen Hochglanzbilder es bis in die verheißenden Reisemagazine schafften. Die leuchtenden Farben der Fotos und die ungefähre Erinnerung an den Duft des welken Laubs der Bäume weckten Sehnsüchte. Wonach genau wusste der Betrachter meist nicht. Eine diffuse Lust auf Freiheit und Reisen überkam Kommissarin Bernard nach einem langen Blick auf das verlockende Bunt unten auf dem Parkplatz der Kriminaldirektion Trier. Herabgefallene Blätter schimmerten matt in Erdfarben auf dem grellen Weiß des Autolacks ihres Renaults. Die frühe Morgensonne hatte bereits den zarten Reif auf der Windschutzscheibe des Mégane tauen lassen. Die Scheibenwischer würden die verbliebenen Wassertropfen mühelos entfernen. Sie frohlockte, das verhasste Eiskratzen sollte ihr an diesem Morgen erspart bleiben. Sie schaute kurz auf ihre neue Armbanduhr. Ein Geschenk von Torben. Einfach so, ohne besonderen Anlass. Er wollte sie überraschen. Sie hatte sich riesig darüber gefreut. Nun betrachtete sie das schmale Edelstahlgehäuse, rechteckig, mit klassischem Ziffernblatt. Der herbe Duft des Lederarmbands stieg ihr in die Nase. Sie umfasste es mit Daumen und Mittelfinger und schob das Schmuckstück an ihrem Handgelenk in die korrekte Position.
Etwas mehr als eine Stunde noch, dann endete ihre Schicht. Kriminaldauerdienst mit Polizeimeisterin Tanja Rieger. Jeder war halt mal dran. Schade nur um das freie Wochenende. Christine und Torben liebten den Herbst gleichermaßen. Die kühle, klare Luft zu Tagesbeginn, die sanft wärmenden Sonnenstrahlen am Mittag und das wohlige Frösteln am Abend auf der Terrasse, bevor sie sich eine Strickjacke um die Schultern legte und Torben sie fragte, ob er von dem milden Schwarzriesling nachgießen durfte. Sie schliefen gerne bei offenem Fenster und die Heizung blieb aus. Erst Ende November wurde es ihnen dafür zu kalt.
Eine ruhige Nacht lag hinter den beiden Beamtinnen. Zweimal mussten sie ausrücken. Die Kollegen von der Streife hatten sie gleich nach Dienstbeginn zu einer Leiche mit ungeklärter Todesursache angefordert. Verdacht auf Vergiftung. In der Gerichtsmedizin stellte sich jedoch schnell heraus, es war ein Herzinfarkt, der verdächtige Schaum vorm Mund heraufgewürgte Magensäfte. Also kein Gift. Fall abgeschlossen. Etwas länger dauerte ihr Einsatz bei einem Ausbruch von häuslicher Gewalt. Immer wieder das Gleiche. Desillusionierter, betrunkener Mann schlägt auf Frau und Kinder ein. Es fließen Blut und Tränen. Geschrei, Gepolter. Bis die Nachbarn die Polizei rufen. Der Schläger wurde festgenommen und unter Protest und gegrölten Beschimpfungen in Gewahrsam verbracht. Ausnüchterungszelle. Die Kollegen der nächsten Schicht würden sich um ihn kümmern. Meistens mussten sie ihn wieder gehen lassen, weil die Geschädigten keine Anzeige erstatteten. Mehr als eine Strafe wegen nächtlicher Ruhestörung und Beamtenbeleidigung war nicht drin. Ein lächerlich geringer Bußgeldbetrag wurde verhängt. Das war’s. Und dafür schlugen sich die Beamten des KDDs die Nächte um die Ohren und kämpften gegen die Müdigkeit an.
Christine gähnte. Sie fühlte sich in diesem Jahr besonders erschöpft. Warum wusste sie nicht. Lag es an dem zurückliegenden langen und heißen Sommer oder war es das Alter, wie Kollege Kluge sogleich glaubte zu wissen?
Die Sehnsucht nach der Ferne schlich sich wieder an. Reisen. Aber wohin? Vielleicht nach Skandinavien? Torben liebte den europäischen Norden. Dänemark wäre schnell zu erreichen. Ein Strandhaus. Sie spürte schon den Sand unter den Fußsohlen und das kalte Wasser auf der Haut. Jahresurlaub stand ihr noch ausreichend zu. Sie sollte ihn nehmen.












