(openPR) Hanaus Oberbürgermeister und Gesundheitsdezernent Claus Kaminsky hält ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) an der städtischen Kinderklinik für unabdingbar. „Der Bedarf für diese wichtige ambulante Betreuung von Kindern mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen in der Main-Kinzig-Region ist gro?, findet er.
„Das sollten auch die hessischen Krankenkassen einsehen“, appelliert Kaminsky an deren Landesverband, die bisher ablehnende Haltung zu überdenken und eine integrierte, wohnortnahe Diagnostik und Behandlung dieser Kinder sichern zu helfen. Der Berufungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen entscheidet in den nächsten Tagen in einem Widerspruchsverfahren über das SPZ in Hanau.
„Für die betroffenen Kinder und ihre Eltern ist es bisher eine Zumutung, ständig zur Behandlung nach Offenbach oder Frankfurt fahren und dort Wartezeiten von einem halben Jahr und mehr in Kauf nehmen zu müssen“, kritisiert Hanaus Klinikdezernent. „Die große Entfernung widerspricht dem wohnortnahen Grundkonzept eines SPZ“, gibt er weiter zu bedenken.
Dabei sei der gesamte Main-Kinzig-Kreis zu betrachten. Denn auch in Nachbarkreisen wie zum Beispiel Fulda fehle ein SPZ, ein solches ist auf der „Versorgungslandkarte“ erst wieder in Gießen zu finden. Kaminsky rechnet vor, dass bei etwa 3500 Geburten pro Jahr in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis erfahrungsgemäß mit schätzungsweise 500 entwicklungsauffälligen Kindern zu rechnen sei. Diese Zahl belege nachdrücklich die Notwendigkeit eines SPZ in Hanau.
Bisher meinen die hessischen Krankenkassen, Offenbach könne die Main-Kinzig-Region mit versorgen. Dem widerspricht Kaminsky „vehement“ und hält es „für ausgesprochen bedauerlich, dass hier bei den jüngsten und behinderten Patienten Sparsamkeit am falschen Ende demonstriert wird“. Denn rechtzeitig erkannte Defizite könnten nach Expertenmeinung in jungen Jahren sehr wirkungsvoll gefördert werden, während spätere Diagnosen Versäumtes kaum noch korrigieren könnten. „So produziert unser Gesundheitssystem wieder einmal erhebliche Folgekosten“, kritisiert Hanaus zuständiger Dezernent.
Kaminsky begrüßt, dass das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Hanau bereits seit geraumer Zeit an dem Projekt eines SPZ arbeitet. Ziel dieser Einrichtung ist es, Behinderungen frühzeitig zu erkennen, damit so bald wie möglich therapeutische Schritte eingeleitet werden können. Für Hanau spreche, dass alle nötigen Fachkliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Radiologie und Neurologie am Standort vertreten seien.
Die Arbeit im SPZ ist ausschließlich ambulant, neue Betten sind nicht nötig. Ein SPZ betreut Kinder mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen langfristig und koordiniert die notwendigen Behandlungen und Untersuchungen. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Therapeuten am Wohnort wichtig, zum Beispiel mit Frühförderung, Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und Sozialem Dienst. Vor diesem Hintergrund, so der Klinikdezernent weiter, „besteht in unserer Stadt Einvernehmen zwischen den niedergelassenen Ärzten und der Klinik, ein solches Zentrum einzurichten, „weil ein Versorgungsengpass besteht“.
Kaminsky gibt zu bedenken, dass Landeswohlfahrtsverband und Kassenärztliche Vereinigung einem SPZ in Hanau bereits hätten zustimmen wollen, ehe dann das bedauerliche Veto der Krankenkassen folgte. „Diese Übereinstimmung mit medizinischen Fachleuten zeigt uns, dass unsere Forderung alles andere als unangebracht ist“, findet der OB. / jh










