(openPR) Saregama/beatScience präsentieren auf 2 CDs einen der berühmtesten Musik- Produzenten Bollywoods, dessen Werk auch heute noch von verschiedensten Künstlern gesampelt, remixed und neu interpretiert wird: von Bally Sagoo bis hin zum Kronos Quartet. R.D. Burman – A Bollywood Legend wurde sorgfältig zusammengestellt und kommentiert vom renommierten Experten für Hindi Filmmusik Bhagwant Sagoo
Als Sohn von S. D. Burman, einem etablierten Sänger und Komponisten, und Ehemann von Bollywood Legende Asha Bhosle, ihres Zeichens Schwester von Lata Mangeshkar – der wahrscheinlich berühmtesten Sängerin Indiens, standen Rahul Dev Burman alle Türen zur damaligen High Society offen. Dennoch widmete er sich lieber mit all seiner Leidenschaft seinem musikalischen Schaffen, so dass er in den 70ern auf dem Höhepunkt seiner Karriere war und auch heutzutage sein musikalischer Geist, seine Energie und seine Experimentierfreudigkeit (was nicht selten zu außergwöhnlichen Ergebnissen führte) ihn von anderen Zeitgenossen abheben lässt.
Die vorliegende Doppel-CD enthält nicht nur seine größten Hits, sondern auch einige Raritäten, die ursprünglich von The Grammophone Company Of India, der ältesten Plattenfirma Indiens, veröffentlicht wurden. Zusammen erzählen sie die Geschichte eines des kreativsten und innovativsten (Popular-) Musikers Indiens.
Obwohl R. D. Burman seinen Platz in der “Bollywood Hall of Fame” längst sicher hat, wird der Wert seiner Arbeit erst heute wirklich anerkannt und gilt als Quelle für viele Produzenten und Remixer, die auf der Suche nach “neuem” Material regelmäßig sein Werk durchforsten.
In aktuellen Hindi Filmen wie Dil Vil Pyar Vyar und Jhankar Beats werden R. D. Burman Songs posthum gecovert, während weltweit bekannte Künstler wie Bally Sagoo, Najma Akhtar und das Kronos Quartet in Zusammenarbeit mit R. D.’s Witwe Asha Bhosle ebenfalls dafür sorgen, dass sein Werk nicht in Vergessenheit gerät.
Auch bekannt als Pancham (Pa ist die fünfte Note in der indischen Tonleiter), war R. D. Burman ständig auf der Suche nach einem Sound, der das Publikum bewegt, inspiriert und begeistert. Von seinem ersten offiziell veröffentlichten Auftrag, Chahote Nawab für den Komiker Mehmood bis hin zu seinem letzten Werk, Vidhu Vinod Chopras 1942 – A Love Story (1994), investierte R. D. Burman in jedes seiner Projekte eine ungeheure Energie und Leidenschaft.
Als einziger Sohn des bekannten Sängers und Komponisten S. D. (Sachin Dev) Burman kam Pancham am 27. Juni 1939 auf die Welt und half schon früh seinem Vater im Studio (oftmals ohne namentlich erwähnt zu werden). Zum Beispiel wurde sein Name auf dem Album Pyaasa (1957) von S. D. Burman nicht erwähnt, obwohl sein Vater zugab, dass „Sar Jo Tera Chakraye, Ya Dil Dooba Jaaye“ (gesungen von Mohamed Rafi) in der Tat von R. D. komponiert wurde. Jedoch stieg R. D.’s Anteil mit jeder neuen Produktion seines Vaters. Bald arbeitete er auch anderen Komponisten zu und schließlich bekam R. D. Burman auch eigene Aufträge für Filmkompositionen.
Natürlich gibt es auch Beispiele, die R. D. Burmans Mitwirken bei vielen Kompositionen dokumentieren, z.B. spielte er die Mundharmonika bei „Hai Apna Dil To Awaara“ (gesungen von Hermant Kumar) in Solva Saal (1958) von S. D. Burman oder auch für andere Komponisten wie z.B. in dem unglaublich erfolgreichen Soundtrack zu Dosti (1964) von Laxmikant Pyarelal.
1966 erhielt er seinen 5. Auftrag für den Film Teesri Manzil von Nasir Hussain. Für diesen Soundtrack engagierte er die Sängerin Asha Boshle (die später seine Frau werden sollte) und den Sänger Mohammed Rafi, für den er ein sehr Pop und Rock orientiertes Stück schrieb, das ein voller Erfolg wurde. Dies bedeutete den Durchbruch und er war nun ein eigenständiger und unabhängiger Komponist, der sich endlich von dem übergroßen Schatten seines Vaters gelöst hatte. Der erfahrene Texter Majrooh Sultanpuri fing an mit dem jungen Komponisten zusammenzuarbeiten und schrieb für ihn über viele Jahre erfolgreich die Texte zu den Stücken.
Schon in den 60ern Jahren hatte R. D. Burman einen regelmäßigen und hohen Output, aber im Jahr 1970 komponierte er gleich für 7 Filme die Musik und war somit einer der gefragtesten Komponisten zu dieser Zeit. So komponierte er die Musik für viele Filme mit Rajesh Khann, der die frühen 70er Jahre maßgeblich beeinflusste und in dieser Zeit vom Filmstar zum Superstar aufstieg.
Obwohl Ardhana (1969) offiziell von S. D. Burman komponiert wurde, konnte er aufgrund einer Krankheit das Werk nie vollenden und sein Sohn S. D. übernahm die Arbeit. Der Erfolg von Aradhna machte Schauspieler Rajesh Khanna zum Superstar und verhalf Kishore Kumaar zum Durchbruch, der Mohd. Rafi als Bollywoods Topsänger ablöste.
R. D. Burman führte ebenso die Familientradition fort, regelmäßig den Soundtrack zu den Filme vom legendären Dev Anand zu komponieren, wie z.B. Hare Rama Hare Krishna (1971), Yeh Gulistan Hamara (1972), Heera Panna and Joshila (1973), Ishq Ishq Ishq (1974) und viele andere.
R. D. Burman arbeitete insbesondere mit 2 Künstlern eng zusammen: mit seiner späteren Frau und Sängerin Asha Bhsole sowie Texter und Filmemacher Gulzar. Deren Zusammenarbeit begann 1987 mit einem der erfolgreichsten Nicht-Bollywood-Alben Dil Padosi Hai sowie mit dem Soundtrack zu Ijaazat, bei dem R. D. Burman wiederholt seinen Doppel-Track-Effekt einsetzte, den er bei Baharon Ke Spne eingeführt hatte.
Die 80er war ein enttäuschendes Jahrzehnt für viele Musikproduzenten und Komponisten mit einigen Ausnahmen wie Kudrat und Agar Tum Na Hote. Auch R. D. Burman blieb davon nicht verschont. Blieb der gewünschte Erfolg auch manchmal hinter den hohen Erwartungen zurück, die Qualität seines musikalischen Outputs blieb unverändert hoch. Diese schwierige und verworrene Phase zog sich bis zu seinem Tod 1994 hin. Ironischerweise wurde sein letztes Werk, der Soundtrack zu 1942 – A Love Story und insbesondere „Ek Ladki Ko Dekha To Aisa Lagaa“ nach seinem Tod zu einem großen Erfolg, obwohl der Film beim Publikum floppte.
Dieses Album bietet nur einen kleinen Ausschnitt von den mehr als 1800 Songs, die R. D. Burman schrieb. Dennoch vermittelt sie dem Hörer ein Bild, wie vielseitig und stark R. D. Burmans Musik ist. Seien es seine klassischen Kompositionen, romantische Liebeslieder oder experimentelle Stücke, auch heute noch ziehen sie viele Hörer in den Bann.
Zwar wurde er schon zu Lebzeiten respektiert, dennoch blieb die große Bewunderung für ihn aus. Viele kritisierten seinen „unverfrorenen“ Umgang mit westlicher Musik. Erst heutzutage weiß man seine Vision verschiedene Sounds zu kombinieren, um den Stücken etwas eigenes, besonderes zu geben, während sie dennoch beide Seiten, die westliche und die östliche Kultur, respektieren, zu würdigen.
Damals war es R. D. Burman, der von seinen Zeitgenossen inspiriert wurde, heute inspiriert er selber eine neue Generation. Seine Musik war seiner Zeit voraus und wurde erst im Laufe der Jahre richtig verstanden. Was auch immer der Grund dafür ist, R. D. Burmans Musik beeinflusst auch lange nach seinem Tod noch viele Geschmäcker und Trends.
"R.D. Burman – A Bollywood Legend" wird am 2. Februar in Deutschland, der Schweiz und Österreich von beatScience / peacelounge veröffentlicht.













