(openPR) Berlin/Charlottenburg - Seit Dienstag, den 5. Dezember 2006, ist im Haus der Begegnung der Ahorn-Grieneisen AG die Ausstellung "Totenkronen. Vergessene Denkmäler der Liebe" zu sehen. Bis zu 300 Jahre alte Totenkronen aus der Mark Brandenburg werden dort präsentiert. Noch im 17. Jahrhundert glichen die Beerdigungen von unverheirateten Mädchen und Jungen himmlischen Hochzeiten. Die Totenkronen, oftmals von den Geschwistern gebastelt, dienten als Geschenk für die Verstorbenen und als Trost für die Trauernden.
Die Ausstellung wurde von der Historikerin Dr. Sylvia Müller, die die Kronen von Speichern und Sakristeien geborgen hat, und von Prof. Dr. Rainer Sörries, Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel, eröffnet. "Natürlich sind Kinderbestattungen ein sehr trauriges Thema, vor dem wir aus Selbstschutz gern die Augen verschließen", sagte Prof. Dr. Sörries bei der Eröffnung. "Es ist mutig, in der Vorweihnachtszeit eine derartige Ausstellung zu zeigen." In seiner Rede erinnerte Prof. Sörries auch daran, dass das Thema Kinderbestattung noch vor wenigen Jahren ein absolutes Tabu war. So war noch bis in die 80er Jahre hinein die Bestattung von Fehlgeburten teilweise gesetzlich untersagt.
Um den Brückenschlag vom alten Brauch der Totenkronen in die heutige Zeit zu schaffen, hat das Museum für Sepulkralkultur außergewöhnliche Exponate der Ausstellung "Dernier cri – Designer gestalten den Abschied" für Ahorn-Grieneisen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Ausstellung werden auch Spenden für die Restaurierung und Erhaltung von ausgestellten Kranzrahmen gesammelt und Paten für einzelne Kronen gesucht.
Totenkronen. Vergessene Denkmäler der Liebe
5. Dezember 2006 - 31. Januar 2007
Haus der Begegnung der Ahorn-Grieneisen AG
Fürstenbrunner Weg 10 - 12, 14059 Berlin
Montag - Freitag: 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Eintritt frei















