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Zweiter Lockdown – Das sollten kleine Unternehmen jetzt tun

02.11.202017:09 UhrWerbung, Consulting, Marktforschung
Bild: Zweiter Lockdown – Das sollten kleine Unternehmen jetzt tun
Grafik Krisen.Fahrplan von WOHOFSKY
Grafik Krisen.Fahrplan von WOHOFSKY

(openPR) Ab Dienstag, 3. November 2020 um 0 Uhr, gilt ein partieller Lockdown auch für Österreich. Die Fallzahlen auf Covid-19 positiv Getester steigt. Der Bedarf an Intensivbetten ebenfalls.

Gleichzeitig steigen aber auch die Sorgen der Unternehmer*innen, wie es denn weiter gehen soll. Mit dem eigenen Business, mit der Finanzierbarkeit der laufenden Kosten und mit der eigenen beruflichen Zukunft, mit dem Virus und überhaupt.



Unternehmer*innen zunehmend erschöpft
Diese Fragen zu beantworten, liegt auch Mag.a Angelika Wohofsky, MSC, der Inhaberin der Beratungsagentur WOHOFSKY | Digitale Kommunikation, am Herzen.

"Aktuell führe ich vermehrt aufmunternde und sehr persönliche Gespräche, als dass wir über Fachliches und Digitales reden. Meine Kundinnen und Kunden scheinen in eine Art Motivationsloch zu fallen. Der zweite Lockdown beschleunigt diesen Prozess. Kunden erzählen mir, dass sie mental nicht mehr können", so die Unternehmensberaterin und Expertin für digitale Kommunikation.

WOHOFSKY | Digitale Kommunikation hat sich auf die Beratung von kleinen und mittelständischen Betrieben spezialisiert. Der typische Kunde ist entweder ein Solopreneur, oder ein kleiner Betrieb mit bis maximal 12 Mitarbeiter*innen. Bei diesen Unternehmensgrößen fehlt es oft an Zeit, sich um Digitales zu kümmern, das Geschäftsmodell zu reflektieren und oft auch an einer Geschäftsstrategie, um an einer bewusst vorangetriebenen Unternehmenskommunikation zu arbeiten. Wenn jetzt Aufträge wegbrechen, werden diese Lücken sichtbar.

Lücken in der digitalen Sichtbarkeit
Wer sich bis heute nicht um die Unternehmenskommunikation, digital und analog, gekümmert hat, beginnt zu scheitern. Weil die digitale Sichtbarkeit einfach nicht vorhanden ist.

Es fehlt aber oft auch an grundlegenden Maßnahmen zur Steigerung der Sichtbarkeit. Einträge in Branchenverzeichnisse, auf Plattformen wie Google My Business, spärlich betreute Socialmedia-Plattformen oder aber auch hoffnungslos veraltete Informationen auf der eigenen Firmenwebseite zeigen, um die eigene digitale Präsenz hat man sich nie wirklich gekümmert. Besonders häufig sind dabei LinkedIn-Profile anzutreffen, denen ein Header und eine vollständig gefüllte Profilbeschreibung fehlt und die offensichtlich nur als "digitales Telefonbuch" verwendet werden. Besonders auffällig: viele Dienstleistungsunternehmen haben "echt miese Socialmedia-Profile", sagt Wohofsky.

Belastbare Kontakte fehlen
Außerdem lässt sich ein Mangel an belastbaren Kontakten im eigenen Netzwerk bei vielen Kleinbetrieben ausmachen. Man hat sich in der Vergangenheit zu sehr auf das Tagesgeschäft konzentriert und sich in eine eigene Welt zurückgezogen. Kontakte nach außen wurden vermieden, oft aus Angst vor dem Ideenklau. Netzwerkpartner sind Mangelware und es wurde oft auch nie strategisch bewusst genetzwerkt.

Das Resultat: Es fehlen Menschen, mit denen man die eigene wirtschaftliche Situation ehrlich und im Vertrauen besprechen kann. Die für Krisenzeiten so wichtige Reflexion, die Veränderung erleichtert, fehlt jetzt.

Produktfokus statt Entwicklung der eigenen Persönlichkeit
Andere Unternehmen haben ihr Business aus einem Produktfokus heraus gestartet, ohne Planrechnung, Strategie, taktischer Maßnahmen und Ziele sowie frei jeglicher unternehmerischer Kalkulation. Auch waren sich viele bei der Gründung ob ihrer eigenen persönlichen Motive wenig bewusst. Da musste Arbeit geschaffen werden, weil man sonst keine Alternative für sich mehr erkannte. Dieses Schicksal teilen sich viele Kleinstbetriebe.

Gerade die Kalkulation und sich selbst sichtbar zu machen scheuen aber auch die Solopreneure. Die bemerken jetzt, dass sich das mit Arbeit und Lohn "hinten und vorne nicht mehr ausgeht". Und sie behaupten, keine "Rampensau" zu sein. Verstehen eine digitale Präsenz als "Prostitution der eigenen Person". Hier herrscht blankes Missverständnis, was die Methoden und das Knowhow digitaler Kommunikation und zeitgemäßer Unternehmensführung angeht. Die sieht nämlich auch die Persönlichkeitsentwicklung als eine der zentralen Chefaufgaben vor.

Wut statt konstruktive Veränderung
Die Reaktionen auf diese Erkenntnisse sind meist wütender Art. Wut auf ein Virus, auf die Digitalisierung und Sozialen Medien (!), auf die selbst verursachten Fehler und das Verabsäumen der eigenen, persönlichen und unternehmerischen Weiterentwicklung.

Die Corona-Pandemie bietet zudem nur eine Projektionsfläche ob des eigenen Scheiterns. Wobei wir das Scheitern als Chance, die Dinge anders zu tun, nie zu begreifen gelernt haben.

"Manchmal kommt es mir so vor, als seien diese oft wütenden Menschen im Jahr 2000 auf eine Insel ohne Anbindung zur Außenwelt übersiedelt. Und jetzt kam ein Hurricane und sie wurden vom Auge des Sturms erfasst und im Jahr 2020 wieder ausgeworfen", beschreibt Angelika Wohofsky ihre Beratungsgespräche. Bei diesen stehen die persönlichen Vorlieben und Werte, die wahren Lebensziele im Vordergrund: "Ich will nur arbeiten. Ich will den ganzen Kram an Problemen und dem Digitalen gar nicht haben. Ich verstehe das auch nicht mehr."

Besonnen handeln statt jammern
Dieses Jammern hindert aber daran, konkrete Maßnahmen für das Unternehmen zu setzen.

Was die Unternehmenskommunikation anbelangt, rät Angelika Wohofsky zu einem progressiven Vorgehen. "Wer jetzt schweigt, stirbt bestimmt", ist Wohofsky überzeugt.

Aus diesem Grund wurde die im März veröffentlichte Grafik zur Krisenkommunikation im Unternehmen leicht adaptiert und nochmals veröffentlicht. Die Grafik zeigt die wesentlichen Bereiche, die es jetzt zu organisieren gilt. Und, die Chefsache sind. Die man niemandem delegieren kann.

Dieser Krisenplan sieht folgende Maßnahmen vor:

1. Transparente interne und externe Kommunikation durch die Geschäftsführung
2. Das Wohl der Kunden, deren Sorgen emphatisch begleiten und mit Vorbildwirkung vorangehen. Man kann auch Tipps zur Krisenbewältigung den Kunden über Socialmedia, E-Mails, Newsletter oder die Firmenwebseite vermitteln, wenn das Leistungsportfolio des Unternehmens dafür Lösungen bereithält.
3. den digitale Service für Kunden und alle Stakeholder erweitern
4. klare Absprachen und transparente PR-Prozesse in Gang setzen
5. belastbare Kontakte aktivieren (Presse, Medien, Blogger, Influencer, Online-PR)
6. Marketingprozess weiter digitalisieren, das Produkt in den Kontext der Pandemie setzen und als Thema in die Marketingkommunikation integrieren
7. digitales Geschäftsmodell, e-Commerce und digitalen Vertrieb vorantreiben
8. Geschäftsprozesse optimieren hinsichtlich Sicherheit und Finanzierung
9. Mitarbeitern passende Lösungen organisieren (Kurzarbeit, Telearbeit, Homeoffice) und für deren Fortbildung im Bereich der Digitalisierung sorgen
10. Strategische Planungen vorziehen und mittelfristig die Ziele neu definieren


Achtsam handeln und mit Plan und Ziel
Angelika Wohofsky rät jetzt zum Gegenteil, was die Zeitqualität zu vermitteln scheint. Nämlich zu Ruhe und Besonnenheit. Wenn es turbulent wird, führt nur bewusstes Handeln aus der Krise heraus. Schließlich liegt in der Ruhe ja die sprichwörtliche Kraft.

Wohofsky weiß, wovon sie spricht. Hat sie doch selbst eine tiefgreifende Unternehmenskrise vor rund 10 Jahren erlebt und sich durch diese völlig neu aufstellen müssen. Ihr Weg heraus führte mit viel Konzentration und maßvollem, äußerst pragmatischem Handeln.

Ihren Kund*innen rät sie heute, die Maßnahmen des Krisenplanes umzusetzen und dabei auch die eigenen Ziele mittelfristig neu aufzustellen.

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