(openPR) Der Kalender „Potsdam in Farbe“ für das Jahr 2021 präsentiert neben drei kolorierten Mittelformat-Dias vor allem Photochrom-Drucke von Potsdam aus der Zeit um 1900.
Wenn es auch eine Reihe von farbigen Ansichtskarten aus dieser Zeit gibt, so sind lediglich 19 größerformatige Photochrom-Drucke von der Residenzstadt Potsdam nachweisbar (davon fünf Innenaufnahmen). Zehn dieser Motive sind im vorliegenden Kalender versammelt. Ihre Faszination haben die Aufnahmen von damals bis heute nicht verloren. Um so mehr, als sie eine Zeit lebendig werden lassen, die von den Zeitläufen und den verheerenden Zerstörungen der Kriege im 20. Jahrhundert vielfach verschüttet wurde. So entfalten die Photochrome einen geradezu lyrischen Zauber, der sie zu einfühlsamen Zeugnissen ihrer Zeit machen.
Keine mumienhafte Schattenzeichnung mehr, sondern das warme Leben der Wirklichkeit
Als die ersten Photochrom-Drucke Ende der 1880er Jahre auf den Markt kamen, war die Begeisterung groß – auf der Weltausstellung in Paris 1889 wurden sie mit einer Goldmedaille geehrt. Endlich, so schien es, konnte man Fotografien in Farbe herstellen. Das glaubte auch der Journalist der Neuen Züricher Zeitung, der 1889 über diese Erfindung berichtete: „Mit der Wiedergabe der Farbentöne hat die Photographie erst volle Naturwahrheit gewonnen; das photographische Bild ist fortan keine mumienhafte Schattenzeichnung mehr, sondern es hat das warme Leben der Wirklichkeit erlangt.“
Diese enthusiastische Beschreibung hatte einen gravierenden Mangel: Sie stimmte nicht. Bei den Photochrom-Drucken handelte es sich keineswegs um Farbfotografien. Es war ein Steindruck, bei dem mittels eines komplizierten Verfahrens aus einem Schwarz-Weiß-Bild ein farbiger Abzug entstand.
Dabei kam es mitunter auch zu Missgriffen. So war die Sandsteinbekleidung im Sockelbereich an den Communs niemals rot gestrichen, wie auf dem August-Blatt im Kalender zu sehen ist.
Bildbearbeitung ohne Photoshop
Getrickst wurde bei den Photochrom-Bildern von Anfang an – auch ohne digitale Hilfsmittel. Durch Retuschieren oder Maskieren konnten Details ergänzt beziehungsweise beseitigt werden. Ein Beispiel ist eine Ansicht vom Schloss Sanssouci – hier existieren zwei „fast“ identische Drucke: einmal mit und einmal ohne die Frau mit Sonnenschirm, an der Großen Fontaine stehend.
Auch das Abendrot hinter der Friedenskirche auf dem Dezember-Blatt des Kalenders gibt zu denken. Die Lichtführung auf der Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt, dass die Sonne im Südosten steht und die Aufnahme am Vormittag entstanden sein muss ...
Einzelpreis: 18,90 €
erhältlich:
• Buchhandlung „Internationales Buch“ – Potsdam
• Hugendubel im Stern-Center Potsdam sowie in weiteren ausgewählten Potsdamer Buchhandlungen
• Museumsshop des Potsdam Museums – Forum für Kunst und Geschichte
• MAZ- und PNN-Shop
im Internet unter:
www.potsdamkalender.de















