(openPR) Der Verein Zeltschule e.V. versucht seit Jahren, Fluchtursachen zu bekämpfen – bevor die Menschen eine lebensbedrohliche Flucht auf sich nehmen müssen.
Das Hauptziel der 2016 in München gegründeten NGO ist es Flüchtlingen zu ermöglichen, das Kriegsende in ihrer eigenen Region abzuwarten, ohne eine lebensgefährliche Flucht nach Europa auf sich nehmen zu müssen. Der gemeinnützige Verein Zeltschule e.V., der sich zu fast 80 % aus privaten Spenden finanziert, startet 2016 damit, Zeltschulen für Kinder in syrischen Flüchtlingslagern im Libanon zu bauen.
Orientiert an Bedarf und aktuellen Geschehnissen entwickeln Jacqueline Flory und ihr Team die Hilfsmaßnahmen dynamisch weiter. Es entstehen Alphabetisierungs-und Handarbeitskurse (Zeltschule Women’s Workshops) für Frauen, meist Witwen, damit sie die Chance auf ein selbstständiges Leben erhalten. Auch die Familien der Kinder werden mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Kleidung versorgt, damit die Kinder nicht auf den Feldern arbeiten müssen, sondern die Schulen besuchen können.
Nach den Zeltschulen im Libanon kommen weitere in Syrien hinzu. In dem Kriegsland selbst leben über 6 Millionen Binnenflüchtlinge. Auch hier haben die Kinder nicht die Chance auf Bildung durch den Besuch einer Schule. Schulgebäude waren neben Krankenhäusern eines der Hauptziele der Bombardements. Der Verein ‚baut‘ ab 2017 Schulen in Ruinen im zerstörten Homs. Nach den Bombardierungen von Idlib 2019 weitere Zeltschulen in neuen Lagern im Norden Syriens.
Nach den Explosionen in Beirut vor rund einem Monat startet der Verein das Projekt „Beirut-Nothilfe“und sammelt in kürzester Zeit 50.000 Euro an Spendengeldern, um den Menschen dort zu helfen. Jacqueline Flory reist nach Beirut und unterstützt gezielt die ortsansässigen Civil-Defense-Stationen mit Hilfs-und Schutzaustattung. Ihr ist es wichtig, die ihr anvertrauten Gelder da einzusetzen, wo sie am sinnvollsten und nachhaltigsten wirken. Deshalb auch hier ihre erste Frage beim Besuch der Civil-Defense-Stationen: „Was braucht Ihr am dringendsten?“
Wie wichtig die Arbeit der Zeltschule ist, die mit aller Kraft versuchen Fluchtursachen zu bekämpfen, wird gerade in diesen Tagen des Schreckens in Moria bewusst. „Moria sollte und dürfte es gar nicht geben“, sagt Jacqueline Flory, die Initiatorin und Leiterin des Zeltschule e.V. aus München. „Man hätte diesen Menschen schon viel früher helfen müssen, ehe sie sich gezwungen sahen, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Die schrecklichen Geschehnisse in Griechenland bestärken uns darin, dass unser Ansatz, Geflüchteten in ihrer eigenen Region, ohne völlige Entwurzelung, zu helfen, der richtige ist und wir arbeiten noch härter daran, das auch für so viele Geflüchtete wie möglich zu realisieren.“
Weiteres Zitat Jacqueline Flory, Initiatorin und Leiterin des Zeltschule e.V.
„Wir sehen es nicht als Lösung an, Menschen aus ihrer Region und Kultur zu entwurzeln und sie weit weg von ihrem Zuhause zu einem Neuanfang zu zwingen. Ganz im Gegenteil, seit Jahren ermöglichen wir Geflüchteten, in ihrer Region möglichst sicher und möglichst gut versorgt das Kriegsende abzuwarten. Leider bekommt dieser Ansatz medial nicht so viel Aufmerksamkeit wie Flüchtlinge, die vor den Toren Europas stehen.“















