(openPR) Prora/Insel Rügen/30.08.2020. Dokumentationszentrum Prora leistet Aufklärungsarbeit
Vor fast 85 Jahren begannen in der Prorer Wiek, einem idyllischen Landstrich mit Traumstrand zwischen Binz und Mukran, die Nationalsozialisten mit dem Bau des ersten von insgesamt fünf geplanten KdF-Seebädern. 1937 auf der Weltausstellung in Paris mit dem Grand Prix ausgezeichnet, verhinderte der Ausbruch des 2. Weltkrieges die bauliche Vollendung des gigantischen Entwurfs des Kölner Architekten Clemens Klotz.
1939 dürftig fertiggestellt und später teilweise auch als Ruinen überdauern die grauen Blöcke aus Stahl und Beton die Zeit. Sperrgebiet für den Normalbürger. Bis zum Beginn der 1990er Jahre geben sich Militärs aller Couleur die Klinke in die Hand. Kein Wunder, dass über kaum einen Ort in Deutschland so viele Gerüchte, Mythen und Halbwahrheiten kursieren wie über Prora.
Genau deshalb wurde im Jahr 2000 das Dokumentationszentrum Prora eröffnet. Mit der hier gezeigten Dauerausstellung MACHTUrlaub ordnet man Prora und die staatliche Organisation der Freizeit im Nationalsozialismus in den machtpolitischen Rahmen jener Zeit ein und dokumentiert die Bau- und Nutzungsgeschichte der Anlage.
Während sich an den schier endlos scheinen Häuserblocks des mit ursprünglich 8 km Gesamtlänge größten Gebäudekomplexes der Welt in den letzten Jahren viel getan hat und hinter schneeweißen Fassaden und auf gläsernen Balkons urlaubshungrige Feriengäste ihren Urlaub mit allerfeinstem Meerblick genießen, scheint im Dokumentationszentrum Prora die Zeit den Atem anzuhalten.
Wer die Ausstellung mit High-Tech-Anspruch und -Erwartungen besucht, der wird definitiv enttäuscht. Gezeigt werden vielmehr neben jeder Menge informativer Schautafeln vor allem zahlreiche originale Bild- und Textdokumente sowie Ton- und Filmsequenzen, wie aus der Sicht des Nazi-Regimes die „Volksgemeinschaft“ und deren Urlaub hier in Prora gestaltet werden sollte. Die Gänge und Räume sind sicher auch ganz bewusst schmucklos gelassen und die originale Farbgebung erhalten worden. So wird der Besucher schnell geerdet und in den Bann der Exponate gezogen. Schonungslos und teilweise bedrückend die historischen Wahrheiten, die aufgezeigt werden. Jedoch genau darum ist ein Besuch des Dokumentationszentrums Prora als Denk- und Mahnmal der Zeitgeschichte einen Besuch wert. Und ganz nebenbei werden die erwähnten Gerüchte, Mythen und Halbwahrheiten aufgeklärt.
Für Ostseeappartements Rügen gehört es zur Erinnerungskultur dazu, seinen Gästen einen Besuch im Dokumentationszentrum Prora zu empfehlen. Auch und gerade im Urlaub. Den wundervollen Sandstrand in Prora oder einen Besuch im nahe gelegenen Kletterwald, auf dem Baumwipfelpfad im Naturerbe Zentrum Rügen, im Oldtimer-Museum oder in der GALILEO-Wissenswelt gibt´s dann quasi als Belohnung obendrauf.
Den reich bebilderten Artikel zum Dokumentationszentrum Prora zum Nachlesen finden Sie hier: https://www.ostseeappartements-ruegen.de/blog/museen/sehenswert-das-dokumentationszentrum-prora.php.













