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KBR setzt Corona-Medikamente ein

30.06.202015:50 UhrGesundheit & Medizin
Bild: KBR setzt Corona-Medikamente ein
Dr. Matthias Haerting, stellvertretender Leiter der Krankenhausapotheke, mit einer Dose Remdesivir
Dr. Matthias Haerting, stellvertretender Leiter der Krankenhausapotheke, mit einer Dose Remdesivir

(openPR) In keinem Bereich wird aktuell so mit Hochdruck geforscht wie bei der Bekämpfung von Covid-19. Bei zwei Medikamenten gehen Mediziner weltweit davon aus, dass sie bei der Behandlung helfen und den Krankheitsverlauf mildern: Remdesivir und Dexamethason. Beide Medikamente stehen am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide zur Verfügung und werden bereits eingesetzt.



„Remdesivir und Dexamethason sind zwei Medikamente, die bei schweren Lungenentzündungen und Lungenversagen zum Einsatz kommen, wenn die Patienten beatmet werden müssen“, erläutert der Chefarzt der Intensivmedizin am KBR, PD Dr. Oliver C. Radke. „Es handelt sich also nicht um Medikamente, die den Ausbruch der Krankheit verhindern, sondern dann eingesetzt werden, wenn es den Patienten bereits sehr schlecht geht. Immerhin: Uns stehen erstmals zwei Medikamente zur Verfügung, mit denen wir überhaupt Covid-19 behandeln können.“

„Remdesivir“ ist ein Medikament aus den USA, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde. Nach ersten positiven Erkenntnissen zu seiner Wirkung in Bezug auf Covid-19 darf es in Deutschland im Rahmen eines individuellen Heilversuchs eingesetzt werden. „Wir setzen das Medikament seit rund zwei Wochen ein – und zwar bei Patienten mit nachgewiesener Covid-19-Infektion, die an schwerer Atemnot, Lungenentzündung und Fieber leiden und Nebenerkrankungen haben“, berichtet Olaf Kück, Oberarzt auf der Intensivstation. Bislang drei Patienten hat das Ärzteteam am Klinikum mit Remdesivir behandelt. Kück: „Diese Fallzahl ist zu gering als dass man allgemeingültige Erkenntnisse ableiten könnte. Aber für diese drei Patienten können wir feststellen: Wir haben keine großen Nebenwirkungen beobachtet. Und zwei der drei Patienten konnten die Intensivstation zwischenzeitlich wieder verlassen.“

Ein weiteres Medikament mach aktuell Hoffnung: Dexamethason. „Eine britische Studie mit über 2.000 Patienten hat gezeigt, dass dieses Cortison-Medikament die Krankheitsverläufe mildert und bei beatmeten Patienten die Sterblichkeitsrate signifikant senkt“, so Dr. Radke. „Dexamethason ist ein Entzündungshemmer, der bereits seit Jahren zum Einsatz kommt, auch am KBR. Wir haben mit dem Medikament also bereits Erfahrung und kennen mögliche Nebenwirkungen.“

Der Bezug von Dexamethason ist unproblematisch. Schwieriger ist es bei Remdesivir. „Der Bezug von Remdesivir läuft über die Zentrale Beschaffung des Bundes. Das ist abweichend vom sonstigen Weg und etwas umständlicher, aber aus unserer Sicht absolut lohnend“, so Dr. Matthias Haerting, stellvertretender Leiter der Krankenhausapotheke. Das Ärzteteam und die Krankenhausapotheker sehen sich als Taktgeber für den Therapiefortschritt: „Wir passen die Therapien fortlaufend an die neusten Forschungsergebnisse und aktuellen Empfehlungen der Fachverbände an und sorgen für die Beschaffung der Medikamente, nach denen über Nacht weltweit die Nachfrage in die Höhe schnellt.“ Durch das Zusammenspiel von Ärzten, Krankenhausapotheke und Intensivmedizin am KBR profitieren die Patienten in Bremerhaven schnellstmöglich von neuen Therapieerkenntnissen.

Im KBR werden derzeit drei Patienten mit nachgewiesener Covid-19-Infektion behandelt. Einer von ihnen muss intensivmedizinisch versorgt werden.

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